Racing zwischen Historie und Moderne

Es gibt mittlerweile echt viele Radevents, die spannend klingen, bzw. über die man etwas Gutes gehört hat. Eine lange Anreise gehört oft dazu. Da ist es natürlich prima, wenn so ein Event unmittelbar in der Nähe stattfindet. In der Bremer Überseestadt. Also praktisch fast vor meiner Haustür startet am 9.+10. September der zweite Velotörn. Im letzten Jahr habe ich meinen Teamkollegen vom B.B.C. zugejubelt, aber das genügt irgendwie nicht. Vielmehr hat es in mir den Wunsch geweckt, selbst an diesem Rennen teilzunehmen.

Gestern also hat Bernd Rennies zum Radtraining eingeladen. Die Überseestadt hat sich in den letzten zehn Jahren unglaublich städtebaulich gewandelt. Wenn man dort eher selten ist, staunt man immer wieder! Zwischen alten Industriekomplexen wachsen ultramoderne Bürogebäude. Dieser Gegensatz hat schon etwas! Die Rennstrecke ist ein Rundkurs über fünf- bzw. neunmal 11 km. Die Strecke ist schon recht anspruchsvoll, da viele Kurven zu fahren sind und auch ein Teil über Kopfsteinpflaster führt. Dort gilt eine Pavé-Wertung, d.h. nicht der schnellste Fahrer gewinnt, sondern derjenige, der die Runden dort am konstantesten fährt. Allgemein gilt: dicken Gang rein und ruhig weiterkurbeln! Ein kleines bisschen Paris-Roubaix-Feeling für die Jedermänner und -frauen…

Ein Training auf der Originalstrecke ist eine gute Idee, um sich auf das Terrain schon einmal einzustellen. Fahrtechnik üben schadet sowieso nie! Mit einer Streckenbesichtigung ging es auch zuerst los; dazu etwas einrollen zum Warmwerden. Anschließend einige Runden mit Sprints (von hinten losspurten, am Feld vorbeiziehen und sich vorn an den Kopf der Gruppe setzen). Das ist schon etwas anderes als die übliche Sonntagsausfahrt! Ins Schwitzen zu kommen, ist ausdrücklich erlaubt. 😎 Ganz zum Schluss noch Kurventraining in einer 90 Grad Kurve. Bei Renngeschwindigkeit in der Gruppe ist es schon wichtig, die Spur halten zu können, sonst sind Unfälle vorprogrammiert. Hier muss ich noch weiter an mir arbeiten. 

Bei prima Wetter und einem alkoholfreien Weizenbier klang der Abend aus. Gastronomie zum Draußensitzen gibt es in der Überseestadt auch. Bis zum nächsten Dienstag dann!

Info: Für das Radtraining wird keine Anmeldung benötigt. Einfach hinfahren und mitmachen! Treffpunkt: Dienstags um 18 Uhr auf dem Parkplatz bei Stadler. 

(Foto: Bernd Rennies)
Dieser Text spiegelt meine Meinung nach der Teilnahme an dem Radtraining wieder. Für den Velotörn habe ich mich auf dem üblichen Weg registrieren lassen und Startgeld gezahlt.

Mit dem Lastenrad in der Bahn


Lastenräder sind toll! Man kann prima umweltverträglich diverse Sachen damit transportieren. Und an sportlichen Events damit teilzunehmen, geht auch 🙂 Aber da heißt es erst einmal hinkommen: Das Lastenrad passt nicht auf einen Fahrradträger und in meinen Kleinwagen sowieso nicht. Statt Transporter dann lieber nachhaltig mit dem ÖPNV. Beim Onlinebuchen des Bahntickets stellte sich schon raus, dass man die Fahrkarte für’s Rad nur am Schalter bekommt. Warum, ist mir leider unverständlich. Der nette Mensch hinterm Schalter beruhigte mich allerdings, mit der Größe des Rades* würde ich wohl keine Probleme bekommen. Nur an den G20 dachte im Februar noch niemand…

In Hamburg hätte ich eigentlich nur umsteigen müssen, aber nun fuhren die Züge nicht / mit viel Verspätung / ab ganz anderen Haltestellen. Ich musste von Harburg bis Altona mit der S-Bahn fahren. In den Fahrstuhl am Bremer Hauptbahnhof passt das Omnium so gerade eben rein. In Harburg muss man schon ein normales Rad hochnehmen. Wie gut, das ich mir ein „leichtes“ Lastenrad ausgeliehen habe, das sich sogar hochkant abstellen lässt. Allerdings brachte mich der Fahrstuhl nicht zum S-Bahn-Gleis. Dieses war nur über zwei Treppen zu erreichen. Kleine Krafteinheit zwischendurch… Zum Glück war die S-Bahn recht leer und es hinderte mich keiner daran, mit dem Lastenrad einzusteigen. In der Bahn wurde es immer unheimlicher, bewaffnete Bahnpolizei stieg zu und es musste immer wieder gewartet werden, bis die Gleise frei seien. In Altona wieder – oh Wunder – kein Fahrstuhl. Aber immerhin zwei Rolltreppen. Bei der ersten verkantete sich das Vorderrad, was mit „freundlichen“ Kommentaren der nachfolgenden Leute bedacht wurde. Als ob es dadurch besser gehen würde… Durch den erzielten Lerneffekt klappte die zweite Rolltreppe aber gut. Als ich dann glücklich im Regionalexpress in Richtung Flensburg sass, dachte ich nur, dass mich jetzt nichts mehr schocken könne. 

Die Rückreise zeigte dann, wie einfach es eigentlich gehen kann. Im Regionalexpress fuhren einige übermüdete Radsportler mit, der Fahrstuhl im Hamburger Hauptbahnhof hatte ausreichende Größe, nur im IC-Fahrradabteil war es etwas eng. Dumm nur, das die Ausstiegsrichtung erst im letzten Moment angesagt wurde und logischerweise entgegengesetzt meiner Annahme war.

Das Anstrengenste an der Nortorf24 war eigentlich der Rückweg von Bremen Hauptbahnhof nach Adolphsdorf. Da hatte ich keine gepolsterte Radhose mehr an, sondern eine Jeans, damit schmerzte es doch sehr…

* = Länge ca. 218 cm, Breite ca. 50 cm, Gewicht ca. 18 kg

Wer dieses oder ein anderes Lastenradmodell gerne mal testen möchte, kann es bei Sønsteby’s in Bremen ausleihen. So habe ich das auch gemacht! 😃

Just ride – 24 Stunden in Nortorf


Was macht den Reiz von Wettkämpfen und Radsportveranstaltungen aus? Zum einen natürlich der Wettstreit mit anderen, das Austesten der eigenen Grenzen, aber auch die Gewissheit dort andere Menschen zu treffen, die einen ähnlichen „Hau“ weg haben, wie man selbst.

Ähnlich ist es in jedem Sommer in dem kleinen Städtchen Nortorf, welches ganz zufällig den geografischen Mittelpunkt Schleswig-Holsteins bildet. Die RSG Mittelpunkt hat mittlerweile zum achten Male ihren 24 Stunden Radmarathon ausgerichtet. Ich kenne keine andere Veranstaltung, die so gut und liebevoll organisiert wird! Den vielen Helfern auch von meiner Seite ein ganz dickes Lob und ein ❤ liches Dankeschön! Das spricht sich natürlich bei den Teilnehmern herum, die meisten sind zum wiederholten Male dabei. Und einige haben durchaus eine längere Anreise gehabt, Radsportler vom Starnberger See etwa oder aus Köln.

Bei meinem Lastenradtest im letzten Jahr, hatte ich schon die fixe Idee, mit dem Omnium an diesem Event teilzunehmen. Dieses Cargobike ist von seiner Rahmenkonstruktion her auf schnelle Geschwindigkeiten ausgelegt. Es ist auch deutlich leichter als andere Lastenräder. Kristoffer von Sønsteby’s hat das Rad noch renntauglich ausgestattet, mit Rennlenker, einer Campagnolo Record Schaltung (!) und Rennbereifung natürlich. Die Pedale habe ich gegen meine eigenen getauscht, damit ich eingeklinkt fahren konnte.

Die Frage war, ob sich das Lastenrad nicht nur für den Alltag eignet, sondern wie es sich im sportlichen Einsatz macht.

Ein Lastenrad fiel natürlich gleich ins Auge, da fast alle anderen Teilnehmer Rennräder dabei hatten. Es gab einige Zeitmaschinen, Radonneure und ein oder zwei Trekkingräder. Die Teilnehmer fahren neutralisiert bis zum eigentlichen Start angeführt von Bernd auf seinem Klappi. Ich bin ja noch nie Klapprad gefahren, aber das hat irgendwie was…

Windschattenfahren geht mit dem Cargobike nicht wirklich, bzw. war mir zur gefährlich. So war klar, das ich einen Großteil solo fahren würde. Der Wind war ziemlich stark, was allerdings den Vorteil hatte, das die dicken Wolken schnell weitergepustet wurden. Die Nortorf „Runde“ ist eigentlich ein fast gleichschenkliges Dreieck. Es gibt einen Anstieg auf der Strecke, der gefühlt mit jeder Runde steiler wird. Ich habe mit dem Lastenrad tatsächlich einige Rennradler dort überholt, was mich doch erstaunt hat. Bergab war ich mit dem höheren Gewicht sowieso im Vorteil.

No Strava, no Garmin!

Ich habe aus grundsätzlichen Gründen kein Garmin und keinen Tacho am Rad. Üblicherweise zeichne ich meine Touren mit Runtastic über’s Handy auf. Ungefähr nach der Hälfte der ersten Runde fiel mir auf, dass ich dieses gar nicht gestartet hatte. Die Runden zählen geht ja auch so und die Bruttozeiten sind nachher in der Ergebnisübersicht zu finden. Darum bin ich einfach nach Gefühl gefahren. Der Wind kostete reichlich Kraft. Wenn er von der Seite kommt, findet er eine recht große Angriffsfläche. Meine beiden Runden mit Holger und Marc und die mit Rolf waren schneller als die Solorunden, das machte sich bemerkbar. Ich habe auf meinen Körper gehört, Pausen gemacht und bin mein Tempo gefahren.

Es gab für mich einige magische Momente: Die untergehende Sonne strahlte so durch die Wolken, als hätte jemand das Licht angeschaltet. Es sah herrlich aus, die innere Stimme fing an zu singen und ich hatte mit einem Male das beruhigende Gefühl, alles wird gut. Und so war es auch. Wir hatten Vollmond, klare Sicht und der Wind legte sich. Es war wunderschön, durch die Nacht zu fahren. Getoppt wurde das nur durch das Gefühl beim Fahren in den werdenden Tag. Allein dafür hat sich alles schon gelohnt.


Radfahren macht mir Freude und das sieht man auch. (Foto: Bernd Schmidt, RSG Mittelpunkt) #darumRad

Das Omnium und ich sind in Nortorf 11 Runden gefahren, d.h. 308 km. Das ist das gleiche Ergebnis, was ich im letzten Jahr mit dem Rennrad erzielt habe. Fazit: Das Rad ist für einen sportlichen Langstreckeneinsatz gut geeignet. Der Rest hängt vom Fahrer ab. Oder auch: Es liegt nicht am Pfeil, sondern am Indianer!

Der Gewinner Maik Tonek kommt aus Bremen. Er hat den neuen Streckenrekord mit unglaublichen 27 Runden aufgestellt. Hut ab vor Deiner Leistung und herzlichen Glückwunsch!

Ich freue mich, nette Menschen kennengelernt zu haben. Viele haben interessierte Fragen zu dem Lastenrad gestellt. Noch hat es gerade im ländlichen Bereich einen Exotenstatus. Je öfter man eines sieht, desto eher etabliert es sich als Mobilitätsalternative. Ich hoffe, das meine Aktion einen kleinen Teil dazu beigetragen hat.

Über mein Abenteuer der An- und Abreise mit der Bahn werde ich noch berichten.

Dieser Text spiegelt meine Meinung nach der Teilnahme am Radmarathon wieder. Dafür habe ich mich auf dem üblichen Weg registrieren lassen und Startgeld gezahlt. Das Lastenrad wurde mir von Sonsteby’s, Bremen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Für ein faires Miteinander!

Mein Teamkollege Bernd hat mir gestern von der Aktion mit den Plakaten erzählt und heute wird auch in der Wümme-Zeitung darüber berichtet. Mich regt es auf, dauernd etwas über Kampfradler lesen zu müssen. Allein das Wort finde ich schon furchtbar! Für mehr Radverkehr und dafür geeignete Bedingungen (Infrastruktur) zu kämpfen ist richtig. Dann bin ich gerne eine Kampfradlerin. Wenn dieser Begriff allerdings für jemanden gebraucht wird, der sich rüpelhaft verhält, schwächere Verkehrsteilnehmer erschreckt, zur Seite drängt und sich an keine Regeln hält, dann natürlich nicht. Diese verschärfte Debatte löst keine Probleme mit der Infrastruktur. Und einige wenige bringen alle anderen in Misskredit! Warum gelten im Straßenverkehr die normal üblichen Formen der Höflichkeit nicht mehr? Klar, niemand ist fehlerfrei und passt immer auf. Aber mir geht es hier um Grundsätzliches.

Der Blocklander Deich ist kein Radschnellweg, sondern eine Anwohnerstraße. Dazu gehört der Anlieferverkehr der Gastronomie, die Fahrzeuge der landwirtschaftlichen Betriebe, sowie Ausflügler, die zu den Gaststätten fahren, Spaziergänger und Sportler (Läufer, Skater und AUCH Radsportler!). Es handelt sich also um einen shared space, der von vielen verschiedenen Parteien genutzt wird, die aufeinander Rücksicht nehmen müssen.
Ich habe selbst schön genügend unschöne Erlebnisse im Straßenverkehr gehabt, egal ob als Alltagsradlerin oder Radsportlerin. Trotzdem versuche ich , mich an die Regeln zu halten.

Wenn ich als Radfahrer von Autofahrern schlecht behandelt werde, gibt mir das kein Recht, mich gegenüber Fußgängern und langsameren Radlern ebenso zu verhalten! Niemand wird gerne knapp überholt, auch Spaziergänger nicht, die sich vielleicht gerade unterhalten und nicht so auf den Verkehr achten. Ich mag im Blockland schon gar nicht mehr fahren, vor allem bei gutem Wetter nicht, wenn dort wieder viel Betrieb ist. In Zweierreihe mit 35 auf dem Deich, dass muss doch nicht sein! Bei manchen geht anscheinend das Testosteron durch, sobald sie auf einem Sattel sitzen. Heil ankommen ist wichtiger als ein guter Schnitt. 

Wo wenig Platz ist gilt, dass alle aufeinander Rücksicht nehmen müssen. Nicht nur auf dem Blocklander Deich, sondern auch im restlichen Leben! Das Maß an Rücksichtnahme, das ich für mich einfordere, muss ich auch anderen zugestehen. Punkt.

Cycling in the rain…


Endlich wieder ein Lastenrad auf dem Hof – nun muss nur noch das Wetter besser werden. 

Meine Bloggerkollegin Radelmädchen kennt fünf Gründe, warum das Radfahren bei Regen Spaß macht. Wirklich toll finde ich es allerdings nicht. Beim gestrigen Wolkenbruch 🌧☔️💦 war ich mit dem Trekkingrad unterwegs. Es war wie Duschen, nur mit Klamotten und auf dem Rad! Zum Glück war es wenigstens nicht kalt. Und: Regen ist auch nur Wasser!

Heute habe ich das Omnium zu mir nach Hause geholt. Am nächsten Wochenende wollen wir zusammen Nortorf24 bestreiten. Leider fieselte es bei der Überführungsfahrt, so dass ich sie nicht wirklich genießen konnte. Vorteil bei Regen: Kein Schmodder, der vom Vorderrad hoch ins Gesicht spritzt. Nachteil: kein Schutzblech hinten (der Arschretter klemmt am Crosser). Das authentische Nortorf-Gefühl (wie beim Hurricane regnet es da auch immer) war schon mal da. 😂

Dieses tolle Rad leiht mir Kristoffer von Sønsteby’s. Wer mal probefahren möchte, einfach Bescheid geben!

Die Schatten werden länger…


Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus… Mmmh, ja… Der Termin für mein nächstes Event rückt näher! Der 24h Radmarathon der RSG Mittelpunkt in Nortorf. Das ist eine liebevoll ausgerichtete Veranstaltung eines ziemlich aktiven Radsportvereins in Schleswig-Holstein. 2016 habe ich mich von einigen Radfreunden des BBC zur Teilnahme überreden lassen. Natürlich habe ich darüber geschrieben.  

Ist schon klar, dass ich wieder am Start bin, diesmal aber nicht mit dem Rennrad, sondern einem Lastenrad. Das Omnium Cargobike hat mir schon bei meinem großen Lastenradtest  gut gefallen und jetzt werde ich mal seine Eignung als Langstreckenfahrzeug überprüfen!  

Ein Cargobike ist mehr als die Kreuzung eines Hollandrads mit einer Schubkarre. Das Omnium ist leicht und schnell, es wurde für Kurierfahrer entwickelt. Kinder und Waschmaschinen lassen sich nicht damit transportieren… 😝 Im ländlichen Raum sind Lastenräder ja noch kein alltäglicher Anblick und ich möchte dazu betragen, dieses zu ändern! Wenn jemand freiwillig damit lange Distanzen fährt, kann es so schlimm ja nicht sein. Vielleicht nutzt der eine oder andere Radsporter die Gelegenheit für eine kurze Testfahrt?  

In wenigen Tagen hole ich das Gefährt, um noch damit zu trainieren, Sattel und Pedale umzubauen und die Beleuchtung zu installieren. LEDs für die Speichen sind bestellt und ein Korb ist auch gefunden. Ein ganz großer Dank gilt schon mal Kristoffer von Sønsteby’s, der mir das Rad zur Verfügung stellt.  

Aufregung und Vorfreude machen sich langsam bemerkbar 😄

Ein paar Gedanken zum Mobilitätstag

In meiner Kindheit gab autofreie Sonntage. In den Zeiten der Ölkrise sollte gespart werden. Dieses Mobil sein ohne Auto ist auch eine Haltung. Muss man sich für die 3km bis zum Bäcker ins Auto setzen? Oder geht es auch irgendwie anders? Umweltschonender, billiger, leiser und oftmals schneller? Leider kommt bei immer noch zu vielen Mitmenschen keine Gedanke darüber auf… Als wenn das Hirn beim Einsteigen praktisch ausgeschaltet wird 😜  

Das Auto so wenig wie möglich, nur so viel wie unbedingt nötig nutzen. Wo es geht, den ÖPNV, das Fahrrad oder die eigenen Füße gebrauchen. Wenn schon Auto, dann nach dem Motto sharing is caring. Nicht jede(r) braucht ein eigenes Auto – Autos und Fahrten teilen. Warum hockt in jeder Karre eigentlich fast immer nur eine Person drin? Alle Verbrenner nur durch Elektroautos zu ersetzen ist auch keine Lösung! Die stehen genauso im Stau, machen dabei aber zumindest keinen Lärm und gasen nichts aus! Ergo: die Anzahl der Autos ist durch geteilte Nutzung zu verringern und diejenigen, die dann auf den Straßen unterwegs sind, sollten so umweltverträglich wie möglich sein! Weg mit den Dieselverpestern!  

Mir hat im letzten Jahr die Hochstraßentour in Bremen echt gut gefallen! Mit dem Rad Räume in der Stadt erobern, die sonst nur dem Autoverkehr vorbehalten sind… Das war auch bei den Cyclassics in Hamburg ein Highlight: mit dem Rad über die Köhlbrandbrücke! Autofreie Sonntage sollte es viel öfter geben! Da ist auch die Schwelle für eher ungeübte oder ängstliche Radler die Straßen zu erobern viel geringer! Radfahrer und Fußgänger sind gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer, das wird oft vergessen und alles nach dem Recht des Stärkeren ausgelegt.  

Mein persönlicher Beitrag heute zu #MobilOhneAuto: 10 km zu Fuß und 70 km mit dem Rad 😎 Obwohl ich hauptsächlich auf verkehrsarmen Nebenstrecken unterwegs war, das Wetter prima und dazu Sonntag, waren immer noch viele Autos unterwegs… 

La musica e la mobilità


Sonntag, trotzdem aufstehen zu werktäglich früher Stunde, denn es ist RTF in Barrien, mit dem wohl weltbesten Butterkuchen… 😍 Beim Fahren werde ich durch das Schleifgeräusch meiner Kette stark irritiert, aber da keiner Kettenöl dabei hat, muss es ignoriert werden. Cosmic fährt neben mir, sie hat schon die ganze Zeit einen Ohrwurm, den sie nicht los wird. Um das nervige Geräusch zu übertönen, fängt sie dann an „I sing a Liad für di…“ zu singen. Prompt habe ich den Ohrwurm dann auch und stimme mit ein. Danach folgt eine Hymne auf unseren Didi „di di di di…“, welche ich mit „manamana dip di di didi“ kontere.

Da wir dabei singen können, sind wir wohl im Grundlagentempo unterwegs. Vorne im Wind oder bei zügigerem Tempo lässt bekanntlich der Drang zu Unterhaltungen und ähnlichem nach. Aber diese Fahrt ist eher geselliger Natur. Ich stelle mir dann vor, wie nett es wäre, wenn alle singen würden… Die singende Radgruppe fährt im Blockland. Fußgänger und langsame Radler würden uns kommen hören und Platz machen. 😂 😂😂 Solange es kein Liedgut á la „Ja mia san‘ mit’n Radl doa…“ ist, finde ich den Einfall immer noch sehr charmant!

Überhaupt ist Musik & Mobilität ein Thema für sich! Ich finde Bewegung und Rhythmus gehören zusammen. Nicht nur beim Radfahren. Eigentlich ist es ein und dieselbe Sache, nur in unterschiedlichen Dimensionen. Ich gebe zu, dass ich bei meinen Texten gerne auf Songs zurückgreife. Musik bezieht sich ganz stark auf Emotionen. Dazu gibt es auch oftmals sehr gute Texte. Mit bestimmten Musikstücken verbindet man auch über Jahre hinweg noch Situationen. Music was my first love and will be my last…

Musik & Mobilität – das muss doch noch mehr sein als „driving home for christmas“

Mobilität hat viele Facetten: Rad- und Autofahren oder zu Fuß unterwegs sein. Sogar dem ÖPNV ist ein Song gewidmet: „Deutsche Bahn“ von den Wise Guys. Zum Laufen eignet sich „run to the hills“ oder eben Tim Bendzkos „Ich laufe“. Wer erinnert sich nicht an „I’m walking“ aus der ARAL Reklame? Oder „oh lord, would you buy me a mercedes benz“ von der genialen Janis Joplin? „I’ll like to move it move it“ 😋

Gas geben bei freier (Auto-)bahn, dazu laute Musik aus den Boxen, „Ich geb Gas, ich will Spaß“, dass gehört für viele zum Autofahren einfach dazu. Elektromobilität hingegen ist fast pure Stille „Enjoy the Silence“. Da aber auch innen der Geräuschpegel wesentlich leiser als beim Verbrennungsmotor ist, ist nicht nur eine gute Unterhaltung auch mit Leuten auf der Rückbank möglich, sondern ebenso ungestörter Musikgenuss der höheren Qualität. In den Elektrobussen der Stadt Münster wurde sogar ein Musikvideo gedreht!

Musik hören beim Autofahren – na klar! Muss man nur aufpassen, dass sich die Dynamik nicht auf die Fahrweise überträgt. Im ÖPNV bitte nur mit Kopfhörern und so, dass kein „weißes Rauschen“ die Mitfahrer stört… Auf dem Rad sind Kopfhörer für mich ein absolutes NO GO! Viel zu gefährlich! Beim Laufen wiederum okay, nur sollte die Musik nicht so laut sein, dass man Fahrradgeklingel oder von hinten heranpreschende Autos nicht hören kann. Elektroautos sind allerdings so leise, die hört man fast gar nicht, auch ohne Musik auf dem Ohr. Da muss ich mich gerade als Radfahrerin, die an uneinsehbaren Ecken gerne nach Gehör fährt, erst noch dran gewöhnen…

Hier mal eine Rad-Playlist:

Queen – Bicycle Race

Über diese Hymne schreibt Madeleine Richter im Freitag: „Wie ließe sich die Liebe zum Rad besser ausdrücken als mit einem Lied? Das dachte sich wohl auch Freddy Mercury, als er 1978 den Pulk der Tour de France an seinem Hotel vorbeirauschen sah und sich davon zum Hit Bicycle Race inspirieren ließ. Der ultimative Ohrwurm transportiert neben der geradezu naiv kindlichen Freude am Radeln noch etliche Popmotive: Religion, Drogen, „Star Wars“, Frankenstein, der „Weiße Hai“ und Watergate. Man sagt, dass Bicycle Race damals zu einem völligen Ausverkauf von Fahrradklingeln in der Nähe aller Konzerthallen führte. Während des Songs ließen die Fans sie schrillen.“

Dota – Rennrad

Laing – Zeig deine Muskeln (okay, es ist Spinning 😝)

Kraftwerk – Tour de France

Die Prinzen – Mein Fahrrad

Katie Melua – Nine Million Bicycles

Geniale Songs zum Thema, die mir jetzt irgendwie entgangen sind, könnt Ihr gerne als Kommi drunterschreiben!

Rechts und links neben dem Lenker


Wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, nehme ich wesentlich mehr von dem wahr, was sich in meiner Umgebung befindet, als mit dem Auto. Das liegt natürlich an der verringerten Geschwindigkeit, denn auch zwischen Renntempo und „normaler“ Fahrweise mit dem Alltagsrad liegen Unterschiede. Gerade beim Rennradfahren in der Gruppe finde ich die Strecken, wenn ich solo unterwegs bin, nicht unbedingt wieder… Könnte allerdings auch daran liegen, dass ich chronisch orientierungslos bin?! Witzig ist, wenn ich mal eine Strecke anders herum entlang fahre – oft gibt es etwas zu entdecken, was aus der bekannten Richtung gar nicht zu sehen ist. Also Dinge aus einer anderen Perspektive betrachten, quasi.

Wahrnehmung ist zwar ganz viel „sehen“, aber auch „hören“ – sowohl positiv (Vogelgezwitscher), als auch negativ (Autos) und „riechen“ (Rapsfelder vs. Güllegestank). Besonders freue ich mich immer über Tiersichtungen! In den letzten Tagen waren es z.B. ein entzückender nassgeregneter Fuchs, ein weißes (!) Damtier, ein Wiesel und ein Einhörnchen, das höchstens 50 cm entfernt war. Den Rehbock habe ich neulich abends beim Laufen gesehen und nach Einschätzung meiner Geschwindigkeit ist der dann nicht einmal weggelaufen. 🙂 Schwalben nach Einbruch der Dämmerung sind keine Schwalben, sondern Fledermäuse. Leider sehe ich auch oft totgefahrene Tiere. 

Interessant ist manchmal auch die Gestaltung der Gärten… eine mannsgroße Eulenskulptur habe ich Sonntag bei der Ausfahrt mit der BBC Gruppe gesehen. Leider kann man nicht immer zum Fotografieren anhalten, wenn man mit mehreren unterwegs ist. Beim Fahren mit dem Smartphone herumzuhantieren ist auch ziemlich gefährlich! An den „grasenden“ Schafen auf dem Dach komme ich öfters vorbei. Und manchmal gibt es Inschriften oder Sinnsprüche – teilweise auch auf platt – an den Häusern.

Viel zu oft sehe ich auch weggeworfene Flaschen oder sonstigen Müll am Straßenrand. Wenn man VOLLE Behältnisse transportieren kann, sollte es doch auch gelingen, diese in LEEREM Zustand bis zum nächsten Mülleimer zu tragen, oder? Vielleicht mache ich demnächst mal eine Challenge mit großer Tasche… 

Es muss nicht immer Asphalt sein…

Eine Liebeserklärung an meinen Crosser

Heiss heute… Gestern hab ich mir die Sonne auf den Helm prasseln lassen. Darum wollte ich heute mal abseits der Straßen mit dem Crosser die Waldwege unsicher machen. Da ist es schattig, da ist es schön und es gibt ausgeschilderte Wanderwege, auf denen ich mich nicht verfahren kann. Einfach mal sehen, wohin die ganzen Seitenwege, an denen ich sonst immer vorbeifahre, so hinführen. Mit dem Renner kehre ich halt oft wieder um, weil es auf Schotter weitergeht. So war der Plan. Kurz nach dem Start kam mir dann die Idee für diesen Blogbeitrag. 

Ich wollte darüber schreiben, wie dieses Rad in mein Leben kam. Wie es mich mit Rennbereifung durch meine erste Saison getragen hat und durch einen Gutteil der zweiten. Wie es sich einen Platz in meinem Herzen eroberte und über meine ersten Crossversuche damit. Wie es (immer noch namenlos) sich zum Winter- und Alltagsrad wandelte, mit Klingel und Licht. Jetzt sind Bärentatzenpedale dran, damit ich auch mit Straßen- und Turnschuhen bequem damit fahren kann. Man muss nur beim Antreten etwas aufpassen, damit man nicht abrutscht… 

Allerdings fand diese Ausfahrt nach 7km ein abruptes Ende. Die Karkasse des Hinterreifens hatte sich gelöst, Sand und Steinchen waren drin. Denen setzt auch ein CX-Schlauch nichts entgegen. Im Notfallpaket nur ein dünner RR-Schlauch, wechseln also vergebliche Liebesmüh. Aber wer seinen Kumpel liebt, der schiebt…

So wandelte sich dann das Tempo der Tour und daraus wurde ein längerer Spaziergang mit Rad an der Hand. Aber was soll’s, Bewegung und draußen sein an der frischen Luft, nur ein bisschen anders als geplant. Ach und es heißt „Radschuhe“, weil sie zum Radfahren gemacht sind und nicht zum Laufen. 😉