Eine Erfolgsstory made in Schleswig-Holstein

Wenn nicht nur die regionale Presse berichtet, sondern auch der NDR, RTL und die Auto-BILD, ist die Thematik nicht mehr lokal begrenzt: Werner Schweizer und sein Dörpsmobil haben mittlerweile bundesweit Aufmerksamkeit gewonnen! Der Klixbüller Bürgermeister beschreibt sein Erfolgsmodell des eCarsharing in einem eigens verfassten Leitfaden, den er jüngst auf der Berliner „Grünen Woche“ präsentierte.

Einfach soll es sein

Dieser gefragte Redner weilte jüngst in Tarmstedt zu Gast. Im neuen Rathaussaal erklärte er, was mit ‚KISS‘ gemeint ist – nein, weder Küsse noch eine Musikgruppe. Sondern ‚Keep it simple and stupid‘. So einfach und unkompliziert wie möglich also. (Oder auch geeignet für Doofe… 😜) Einfach mit der Buchung, einfach mit den Tarifen (da könnte sich der ÖPNV mal ein Beispiel dran nehmen), einfach im Ausleihen und Zurückgeben.

Nicht kaputt planen, lieber machen

Das bereits vorhandene Angebot der eCarsharing Gruppe in der Samtgemeinde Tarmstedt sieht er auf einem guten Wege. „Einfach anfangen, nachbessern kann man immer noch“, so seine Meinung.

Mitstreiter gesucht

Der kurzweilige Abend mit anschließender Podiumsdiskussion bewegte auch die zahlreichen Zuhörer. Das Meinungsbild zum Schluss der Veranstaltung gibt dem eCarsharing in Tarmstedt und Umzu gute Chancen. Interessierte Menschen können mir gerne eine Mail schreiben oder einen Kommi hinterlassen, ich lade gerne zu einem unserer nächsten Gruppentreffen ein.

Berichterstattung:

in der Wümme Zeitung, dem Wümme Report, der Kreiszeitung und der Rotenburger Rundschau

Bild: Der Bürgermeister Schweizer mit der Radheldin im Gespräch.

Foto mit freundlicher Genehmigung von: marcus schm!dt, Hamburg

Teilen ist das neue Haben

Es gibt Dinge, die muss nicht jeder selbst besitzen. Weil sie teuer sind. Weil sie selten benötigt werden. Um Ressourcen einzusparen in einer Welt, bei der die Endlichkeit derselben absehbar ist.

Ein ‚best practise‘ Beispiel dazu gibt am Donnerstag, den 8. Februar 2018 um 19:30 Uhr Werner Schweizer im Tarmstedter Rathaus. Herr Schweizer ist Bürgermeister in dem schleswig-holsteinischen Dorf Klixbüll. Er wird berichten, wie er dort ein äußerst erfolgreiches Carsharingprojekt mit Elektroautos auf die Beine gestellt hat. Mittlerweile hat sein ‚Dörpsmobil‘ diverse Nachahmer gefunden und Herr Schweizer hat sogar einen Leitfaden darüber geschrieben.

Im Anschluss daran wird diskutiert, ob und wie das eventuell in der Samtgemeinde Tarmstedt umgesetzt werden könnte. Alle Interessierten, auch aus den umliegenden Ortschaften sind herzlich eingeladen! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Berichte aus der Wümme Zeitung und von Nord24.de , RTL Nord

Trampen mit Sitzmöglichkeit


Lang erwartet und nun ist sie da: Die erste GRASBERGER Mitfahrerbank! Sie steht in dem Ortsteil Grasdorf mit dem Ziel Lilienthal Falkenberg bzw. die Linie 4. Die zweite Bank wird in Huxfeld folgen, gegenüber der Tankstelle Hanschen. Von dort aus geht es in Richtung Wilstedt. Auch weiterhin wird noch um Spenden gebeten. Hier ist das Spendenkonto zu finden. 

Die Wümme Zeitung hat auch berichtet, hier kann man alles nachlesen. 

Schietwedder-Blues

Der Wettergott hat es „gut“ gemeint und die Bank beim Aufbau ordentlich begossen… So ein Wetter lädt natürlich niemand zum ersten Test ein, obwohl aus Mitleid ja jeder vorbeikommende Wagen anhalten müsste. 

Lilienthal

Von Lilienthal aus fehlt noch die Möglichkeit für eine Rückfahrt. Hier hoffe ich, das der Gemeinderat Zustimmung dafür gibt oder vielleicht eine private Lösung gefunden wird. Der Kreisel ist stark frequentiert, genügend Autofahrer fahren in Richtung Grasberg Süd weiter. 

Standorte

Zu einer interaktiven Landkarte hat‘s bei mir nicht gereicht, hier jetzt ganz altmodisch aufgelistet die Standorte der einzelnen Bänke:

  • Tarmstedt: Wilstedter Straße vor dem Klocke-Haus 
  • Wilstedt: Hauptstraße vor dem Pflegeheim 
  •                   Hauptstraße vor dem ehemaligen Chinarestaurant 
  • Buchholz: Große Straße Bushaltestelle An der Trift 
  •                    Große Straße / Ecke Dipshorner Straße 
  • Quelkhorn: Ortsausgang an der Buchholzer Straße 
  • Bülstedt: Lange Straße bei der Bücherzelle 
  •                  Lange Straße / Ecke Dorfstraße 
  •                  Dorfstraße Nr. 34 (Ortsausgang in Richtung Westertimke) 
  • Westertimke: Bülstedter Straße Nr. 8 (kurz vorm Neubaugebiet Neues Feld) 
  • Grasberg: Grasdorfer Nebenweg / Ecke Grasdorfer Straße 
  •                    geplant Huxfelder Straße / Ecke Schmiedestraße

Meinen Selbstversuch mit den Bänken könnt Ihr hier nachlesen.

Nimmt mich wer mit…?


Mobilität auf dem Lande hat viele Facetten. Einige habe ich in diesem Blog schon aufgezeigt. So eine Mitfahrerbank ist ein wirklich niedrigschwelliges Angebot zur nachhaltigen Mobilität. Eine Bank an der Straße, dazu ein Schild mit dem gewünschten Zielort. Sich hinsetzen und auf einen freundlichen Fahrer warten, mehr braucht es nicht. Über pauschale Voreingenommenheit (nach dem Motto „Wer hat schon Lust zwei Stunden zu warten, bis jemand anhält…“) ärgere ich mich immer sehr. Wie bei allem im Leben sollte doch vor dem Urteil der Selbsttest stehen!

Also wird aus der Radheldin eine Mitfahrheldin. Wenn schon, dann richtig: Auf zur ersten Station!

Tarmstedt – Wilstedt  

Schild mit dem Fahrziel suchen, hinsetzen und versuchen freundlich und harmlos auszusehen. Noch bevor ich ein Selfie machen kann, hält ein Auto! Nicht das erste, aber das vierte oder fünfte. Ich sitze knapp 2 min wartend da! Die Fahrerin hat vorher auch noch nie jemanden mitgenommen. Als sie mich sieht, denkt sie sich „eine Frau kann man ja mal mitnehmen“ und hat das gleich in die Tat umgesetzt. Toll!

Wilstedt in Richtung Quelkhorn

Etwas ungünstige Voraussetzungen: Neben der Straße ist ein Parkstreifen, auf dem ein VW-Bus steht. Dadurch fällt der Blick der Autofahrer erst im letzten Moment auf die Mitfahrerbank. Zu mir gesellt sich nach kurzer Zeit ein Bewohner des Pflegeheims, der dort eine Portion Süßigkeiten futtert. Auch das Buswartehäuschen wird als Raucherecke genutzt. Woran es auch gelegen haben mag – schlechte Sicht, zwei Leute auf der Bank, bei denen man den Mobilitätswunsch nicht erkennen kann oder die Unwilligkeit zwei Personen zu befördern – jedenfalls hält niemand an. Nach 15 min habe ich keine Lust mehr und gehe zur Bank auf die andere Straßenseite.

Wilstedt in Richtung Tarmstedt 

Ganz anders hier – nach 3 min hält ein Auto, dessen Fahrerin durchaus bereit ist, Menschen mitzunehmen, sofern genügend Platz im Wagen ist. Hier in Wilstedt habe ich auch einen kurzen Schnack mit einer Seniorin, welche die Mitfahrerbank auch gerne ausprobieren möchte, sich bisher aber noch nicht getraut hat. Selbstständig nach Tarmstedt zu kommen und nicht auf andere angewiesen zu sein, wäre ihr schon wichtig.

Ein Ringschluss fehlt

Leider sind noch nicht alle Ortschaften der Samtgemeinde mit Bänken ausgerüstet. Die Außendörfer, die nicht an der Busverbindung 630 (Zeven – Bremen) liegen, sind klar benachteiligt. Eine Mitfahrgelegenheit zum Bus, bzw. in das „Oberzentrum“ Tarmstedt mit seinen vielen Geschäften ist sicher hilfreich. Leider gibt es keine Verbindung in die angrenzenden Gemeinden. Das Mobilitätsbedürfnis geht über die Grenzen der (Samt)Gemeinde hinaus. Hier können die Kommunen mehr zusammenarbeiten. Auf die beiden für Grasberg Süd angekündigten Bänke warte ich noch. Sie sind geplant für Huxfeld in Richtung Wilstedt und Grasdorf in Richtung Lilienthal. Hier kann man sich mit einer Spende beteiligen.

 

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Hanebüchene Argumente

Kann so eine Mitfahrbank ein funktionierendes ÖPNV-Angebot schädigen? Weil sich keiner mehr einen Fahrschein kauft und sich die Mitfahrwilligen auf der Bank stapeln?! Abgesehen von der Unsinnigkeit dieser Annahme steht sie auch völlig konträr dazu, dass man ja soooo lange auf eine Mitfahrgelegenheit warten müsse… Die Gemeinde möchte nicht haftbar gemacht werden können, falls etwas Schlimmes passieren sollte. Ein wenig Eigenverantwortung kann man seinen Mitbürgern schon zutrauen. Im Falle eines Unfalls ist der Mitfahrer über die Haftpflichtversicherung versichert. Genauso wie ein Tramper, der im Auto mitfährt. Ansonsten kennt man sich üblicherweise auf den Dörfern. Und dann guckt man halt, bei wem man einsteigt / wen man mitnimmt, oder wen nicht. Es besteht ja schließlich kein Zwang dazu!

Wer vielleicht noch nie in seinem Leben Probleme mit der Einschränkung seiner Mobilität hatte, hat eventuell Schwierigkeiten, sich in Personen ohne Auto hineinzuversetzen. Wir wollen nicht, dass ältere Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen Kraftfahrzeuge steuern, da sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere gefährden. Aber wie kommen diese Menschen jetzt zum Einkaufen, Terminen bei Ärzten oder nehmen am kulturellen Leben teil? Genauso möchte man weniger Autos auf den Straßen, aber den Umsteigewilligen wird keine vernünftige Alternative (mehr ÖPNV, bessere Radinfrastruktur) geboten. So eine Mitfahrbank ist nicht teuer. Billiger als jedes Bürgerbusangebot jedenfalls. Falls sie sich nicht bewähren sollte, kann sie ganz einfach zu einer normalen „Ausruhbank“ umfunktioniert werden.

Digitales Upgrade

Neulich habe ich über ein Projekt mit dem Namen fairfahrt berichtet, welches das Prinzip der Mitfahrbank mittels Technik in die digitale Neuzeit transferiert. Am Standort der Bank ist ein Terminal, auf dem die Suche nach einer Mitfahrgelegenheit eingegeben wird. Auf einem Schild wird das Fahrziel zusammen mit einem Lichtsignal angezeigt. Personen, die andere mitnehmen wollen, können sich eine App installieren. Sie bekommen auf dieser App den Fahrtwunsch angezeigt. Wenn man das gleiche Ziel hat und nicht zeitgebunden ist, kann man dann losfahren und gleichzeitig jemanden mitnehmen. Sicherheitsbedürfnisse werden über die Registrierung der Fahrer abgedeckt. Diese technische Lösung ist allerdings etwas teurer als die „analoge“ Bank.

Fazit

Die Mitfahrerbank ist eine sinnvolle Ergänzung überall dort, wo es wenig bis keinen ÖPNV gibt. Zugleich hat sie eine soziale Komponente: Man fährt nicht mehr mit Scheuklappen durch die Gegend, sondern fängt an seine Mitmenschen wahrzunehmen.

Von kleinen Dörfern und vom großen Ganzen 

Ich bin meinen lieben Bloglesern ja noch einen Bericht über den Werkstatttag in Jesberg schuldig. Aber die letzte Woche war irgendwie Dauer-Rushhour und das ich meinen Kopf nicht mittels ausgedehnten Radfahrten frei bekommen konnte, hat sich auch bemerkbar gemacht. 

Aber nu‘: Toll war es, sehr interessant und inspirierend! Viele verschiedene Initiativen und Projekte waren dabei. Nette Gespräche natürlich auch.

Menschen mit Visionen

Da wären…

VoJes – „Vorfahrt für Jesberg e.V. „, die mich zu diesem Tag eingeladen hatten. In diesem Dorf wurde echt schon viel auf die Beine gestellt. Das ist auch bitter nötig, denn mit dem ÖPNV sieht es traurig aus, wie ich selbst erleben konnte. Es gibt zum einen ein Carsharing-Angebot, aber auch Bikesharing mit Pedelecs und e-Cargobikes, dazu noch Mitfahrbänke. Die e-Lastenräder können ganz normal ausgeliehen werden. Möglich ist auch ein Bringservice in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Einkaufsmarkt. Laub oder Grasschnitt wird über den Abholservice zum Bauhof gefahren. Mit diesen Fahrten wird ein Geflüchteter ins Dorfleben integriert. Viele verschiedene Institutionen und Personen haben sich hier vernetzt, um ein gemeinschaftliches Projekt auf die Beine zu stellen. Der Vorsitzende des Vereines, Michael Schramek, ist vom Fach und kümmert sich auch hauptberuflich um Mobilitätsberatung.

Durch das Carsharing in Schönstadt konnten in dem 1.600 Seelen-Ort immerhin ein Erst- und fünf Zweitwagen eingespart werden. Eine schöne Bilanz finde ich, dass gibt Hoffnung! Das Bio-Energiedorf hat von Anfang an ganz auf Elektromobilität gesetzt. Das hessische Pendant zur eCarsharing Tarmstedt. 😉 Um die Partygänger anzusprechen, haben sie sich einen vergünstigten Nachttarif ausgedacht. Fragt sich nur, wie es allgemein dort mit dem Nachtleben ausschaut. Der Ansatz ist schon mal gut.

Die Altenhilfe Treysa hat das Carsharing quasi als neues Sparte entdeckt und bietet damit Fahrten zu Arztterminen oder ermöglicht auch mal einen Stadtbummel. Junge Leute können den Siebensitzer selbstverständlich auch ausleihen. 

Das Carsharing Rauschenberg ist kein Verein engagierter Bürger, sondern eine Kooperation zwischen der Stadt und einem örtlichen Autohändler. Der Fahrzeugpool besteht aus zwei Elektroautos.

Der Verein Elektromobilität in Hessen hat sich der Förderung ebendieser verschrieben. Das Carsharing Konzept spricht hauptsächlich Touristen an, mit extra ausgearbeiteten Touren entlang der Märchenstraße.

Das Projekt fairfahrt hat sich dem Prinzip der Mitfahrbänke angenommen und versucht eventuelle Problematiken (Sicherheit, Verbesserung des Informationsflusses) mittels einer App und einem Terminal an der Bank zu lösen. Zusätzlich sollen die Benutzer Fahrten suchen und anbieten können.

Sehr ansprechend ist auch die Vorstellung des Projektes der Stadt Homberg. Sowohl die Performance des Bürgermeisters, dessen Begeisterung die Leute förmlich mitzieht, als auch das Projekt an sich. Die Stadtverwaltung, die des gesamten Landkreises sowie die Sparkasse tun sich zusammen, um den großen Fahrzeugpool besser zu nutzen. Die Wagen sollen nach Dienstschluss und am Wochenende zum Carsharing zur Verfügung stehen. Eine Grundauslastung ist durch die dienstliche Nutzung gegeben. Alles weitere kommt praktisch als i-Tüpfelchen obendrauf, die Verringerung der Autos in der historischen Altstadt inklusive. Entschlossenheit und Offenheit für neue Ideen sind so wichtig! Leider gibt es oft genug Hemmnisse durch die Bürokratie. Hier ist ein Bürgermeister die treibende Kraft zum Wohl seiner Stadt und der dort lebenden Menschen. 

Wir alle können einen Teil dazu beitragen, um unsere Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Lebenswert für unsere Kinder. Denn in deren Zukunft wird unsere Welt nicht mehr die sein, die wir kennen. Jeder kann beitragen und die Welt retten. Nur ein klein wenig. Jeden Tag. So werden viele kleine Stückchen ein großes Ganzes.

Foto: Dieses Lastenrad musste ich natürlich testen! Es handelt sich um ein i:SY, was ich auch schon mal im Test hatte. Der Anhänger erweitert das Ladevolumen noch mal gewaltig!

Mobil ohne (eigenes) Auto


Ich wurde zu einem Werkstatttag für Engagierte und Interessierte in ländlichen Regionen eingeladen. In Jesberg haben sich einige Initiativen angekündigt, die ihre Projekte vorstellen wollen. Hier möchte ich ein wenig Netzwerken und sehen, was andere Regionen so im Bereich nachhaltiger Mobilität auf die Beine stellen.

Fängt schon mal gut an: Die ausgeklügelte Bahnverbindung zweier Regionalzüge und eines IC um ein Dorf in der hessischen Provinz zu erreichen, platzt. Der IC wird mit 15 minütiger Verspätung angekündigt, aufgrund fehlender Bereitstellung. Aha. Da ein kompletter Wagen fehlt, ist der Aufruhr groß. Fahrradreisende, die keinen Stellplatz reserviert haben, werden abgewiesen. Wahre Dramen spielen sich ab, Nervenzusammenbruch und Weinkrampf inklusive. Dadurch erhöht sich die Verspätung nur noch mehr. Mein Anschlusszug wartet nicht, das hat mir der freundliche Servicemitarbeiter schon am Bahnsteig mitgeteilt. Der nächste fährt erst zwei Stunden später. Toll. Die Freude ist grenzenlos.

Lost in Kassel-Wilhelmshöhe

Durch die Verspätung verringert sich die Wartezeit auf gute anderthalb Stunden. Ich sehe ja immer die positiven Aspekte! 😇 Check im Bahnhof: Bei Sixt steht leider kein Fahrzeug zur Verfügung. Es gibt ein „Konrad“ genanntes Leihradsystem. Vor dem Bahnhof steht auch tatsächlich ein Rad. Nach kurzer Befragung von Google Maps (und voraussichtlicher Fahrdauer von 3 Stunden) lasse ich den Konrad dort stehen. Bleibt noch Carsharing. Bisher war ich allerdings nur Nutzer der eCarsharing SG Tarmstedt. Also noch nirgends registriert.

Flink ist anders…

Der Anmeldevorgang bei Flinkster ist ein wenig unkomfortabel, da die Seite nicht für Anzeige am Smartphone optimiert ist. Dann muss ein Führerschein und Identitätscheck erfolgen. Dafür muss zuerst eine App runtergeladen werden. Heißt für mich erstmal Platz auf dem Handy freischaufeln, da mein Speicher chronisch überfüllt ist. Dafür kann der Anbieter natürlich nichts. Mittels Live-Kamera-Schaltung bin ich schließlich mit einer Mitarbeiterin verbunden, die meine Ausweise abliest und fotografiert. Schließlich überprüft sie noch, ob ich meinen Fotos halbwegs ähnlich sehe. Vermutlich habe ich nicht das optimale Smartphone für so etwas. Und die Motivation, einen solchen Job auszuführen ist auch nicht besonders ausgeprägt. Nach einiger Zeit, in der die Verbindung aufrecht gehalten wurde (inkl. Ton und Bild) bin ich registriert. Für eben schnell und ohne WLAN ist das nicht wirklich geeignet. Das tatsächlich am Bahnhof stehende Fahrzeug kann ich allerdings nicht nutzen, da mir die erforderliche Karte zum Öffnen fehlt. Den Anruf bei der Hotline gebe ich nach einigen Minuten Wartezeit auf, da das Zeitfenster eh dahin ist. Dafür ist mir die Sache schlussendlich auch zu teuer.

Die Fahrt im Regionalzug nach Zimmersrode lief ereignislos. Das Anruf-Sammel-Taxi ist positiv zu bewerten. Sowohl von der Hotline, als auch von der Fahrt mit dem Taxi selbst. Eine gute Sache! Den Werkstatttag habe ich pünktlich zur Mittagspause erreicht. Die restliche Veranstaltung habe ich als Power-Speeddating betrachtet und trotzdem Gutes mitnehmen können. Darüber demnächst noch mehr im Blog!

Mein Resümee 

Eine Tagung mit der Thematik nachhaltiger Mobilität, die nur mittels Individualverkehr zu erreichen ist, führt das Ganze ad absurdum. Nach diesem abschreckenden Erlebnis wäre es der einfachste Weg, auf Nachhaltigkeit in der Mobilität zu verzichten und nur noch das Auto zu nutzen. So leicht mache ich es aber mir nicht. Aufgeben ist keine Option! Dieses soll auch kein „Bahn-Bashing“ sein. Ich fahre nämlich ganz gerne mit der Bahn. Aber das Dilemma mit dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr habe ich heute mal wieder am eigenen Leibe erfahren. Ländliche Kommunen sind oftmals wirklich abgehängt. Einen ÖV nur bei entsprechender Kostendeckung aufrecht zu erhalten, ist wohl der falsche Weg! Mobilität gehört zur Daseinsvorsorge der öffentlichen Hand und es muss ein Angebot für die Einwohner einer Gemeinde geben. Nur was verfügbar ist, kann von den Menschen genutzt werden.

Foto: Bahnhof Zimmersrode, Hessen

#EurobikeShow – Special: Nässeschutz (Teil 2)

Wen wundert’s: In diesem Sommer ist Regenschutz ein ganz großes Thema! Auch anlässlich meiner Stippvisite bei der Eurobike gaben die Wolken ihr Bestes! Auf der Messe gab es natürlich eine Vielzahl an Möglichkeiten dazu.

Nachhaltige Regenklamotten

Mir ist es wichtig, dass auch meine Kleidung möglichst nachhaltig produziert wird. Also unter Bedingungen, die für die Herstellung tätigen Menschen gut sind, möglichst unter Schonung von Ressourcen und umweltverträglich. Das ist gerade bei Funktionskleidung schwierig. Oft werden Stoffe verwendet, die mit diversen Beschichtungen versehen sind, um die gewünschten Eigenschaften zu erzeugen. Leider können die auch für uns Menschen gesundheitsschädlich sein. Ich hatte mich schon im Vorfeld mit einer Mitarbeiterin eines bekannten Herstellers verabredet, die sich die Zeit nahm, mir die 2018er Kollektion zu zeigen und mir die unterschiedlichen Stofflagen (Außenschicht, Membran, eventuelle noch eine Innenschicht) erläuterte. Die Stoffe sind gerade im Performance (Renn-) Bereich extrem dünn und leicht! Auch unter diesem Gesichtspunkt ist es toll, dass zum ersten Mal der gesundheitsschädliche Flourcarbon-Anteil in der wasserdichten Beschichtung nicht nur reduziert wurde, sondern komplett darauf verzichtet wird. Auch wird Material verwendet, was aus recycelten PET-Flaschen gewonnen wird. Mir hat am besten eine Jacke aus der MTB-Kollektion gefallen, für mich ein gelungener Mix aus Sport- und Alltagstauglichkeit. Wenn es mit einer Bemusterung klappen sollte, würde ich mich sehr darüber freuen. Dann könnte ich einen echten Praxishärtetest machen!

Stylisches gibt es auch

Eine andere Jacke stach mir gleich ins Auge. Der Stoff ist normal und kein Hightech. Dafür sieht sie aber sooooo stylisch aus! Die Frau am dazugehörigen Stand war leider recht kurz angebunden, so dass ich mich im Netz informieren muss, wo es das Teil denn im Handel gibt.

Beinschutz

Gerade die nassen Oberschenkel beim Regenradeln finde ich extrem unangenehm! Dauert auch immer ziemlich lange, bis die wieder trocken sind. Dafür habe ich eine Art Schürze gesehen und mir gleich gekauft. Ein Testbericht folgt.

Crazy Regenschirm

Auf dem Freigelände traute ich meinen Augen nicht: da fuhr ein Mann an mir vorbei, der IN einem Regenschirm steckte. Ich gleich hinterher. Es handelt sich um einen Crowdfounder, der sein Projekt bekannt machen und Spenden sammeln möchte. Seine Idee soll möglichst einfach und alltagstauglich sein. Er hat also einen Regenschirm vergrößert und mit einer Kapuze versehen, durch die man den Kopf steckt. Der Schirm läßt sich bei Nichtgebrauch zusammenschieben und mittels Klett am Oberrohr befestigen. So ganz ausgereift finde ich das noch nicht. Meiner Meinung nach verdeckt der Schirm das Vorderlicht. Nichts desto trotz eine kultige Idee.

Schutz fürs Bike

Ich gehöre ja zu den Leuten, die ihre Räder in der Wohnung aufbewahren. Wenn man Crossen war oder mit dem Bike in einen Regenschauer geraten ist, ist das anschließend total dreckig. Da kommt so ein Bezug, der die Wohnung oder das Auto vor Schmutz und Nässe schützt gerade recht. Mittels Gummiband und dem Einsatz der Füße lässt er sich leicht überstülpen. Der Hersteller stammt aus Lettland und vertreibt mittels dem Internetriesen mit dem A am Anfang. Da ich dort prinzipiell nicht kaufe, muss ich schauen, wie ich an so ein Ding komme.