Von kleinen Dörfern und vom großen Ganzen 

Ich bin meinen lieben Bloglesern ja noch einen Bericht über den Werkstatttag in Jesberg schuldig. Aber die letzte Woche war irgendwie Dauer-Rushhour und das ich meinen Kopf nicht mittels ausgedehnten Radfahrten frei bekommen konnte, hat sich auch bemerkbar gemacht. 

Aber nu‘: Toll war es, sehr interessant und inspirierend! Viele verschiedene Initiativen und Projekte waren dabei. Nette Gespräche natürlich auch.

Menschen mit Visionen

Da wären…

VoJes – „Vorfahrt für Jesberg e.V. „, die mich zu diesem Tag eingeladen hatten. In diesem Dorf wurde echt schon viel auf die Beine gestellt. Das ist auch bitter nötig, denn mit dem ÖPNV sieht es traurig aus, wie ich selbst erleben konnte. Es gibt zum einen ein Carsharing-Angebot, aber auch Bikesharing mit Pedelecs und e-Cargobikes, dazu noch Mitfahrbänke. Die e-Lastenräder können ganz normal ausgeliehen werden. Möglich ist auch ein Bringservice in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Einkaufsmarkt. Laub oder Grasschnitt wird über den Abholservice zum Bauhof gefahren. Mit diesen Fahrten wird ein Geflüchteter ins Dorfleben integriert. Viele verschiedene Institutionen und Personen haben sich hier vernetzt, um ein gemeinschaftliches Projekt auf die Beine zu stellen. Der Vorsitzende des Vereines, Michael Schramek, ist vom Fach und kümmert sich auch hauptberuflich um Mobilitätsberatung.

Durch das Carsharing in Schönstadt konnten in dem 1.600 Seelen-Ort immerhin ein Erst- und fünf Zweitwagen eingespart werden. Eine schöne Bilanz finde ich, dass gibt Hoffnung! Das Bio-Energiedorf hat von Anfang an ganz auf Elektromobilität gesetzt. Das hessische Pendant zur eCarsharing Tarmstedt. 😉 Um die Partygänger anzusprechen, haben sie sich einen vergünstigten Nachttarif ausgedacht. Fragt sich nur, wie es allgemein dort mit dem Nachtleben ausschaut. Der Ansatz ist schon mal gut.

Die Altenhilfe Treysa hat das Carsharing quasi als neues Sparte entdeckt und bietet damit Fahrten zu Arztterminen oder ermöglicht auch mal einen Stadtbummel. Junge Leute können den Siebensitzer selbstverständlich auch ausleihen. 

Das Carsharing Rauschenberg ist kein Verein engagierter Bürger, sondern eine Kooperation zwischen der Stadt und einem örtlichen Autohändler. Der Fahrzeugpool besteht aus zwei Elektroautos.

Der Verein Elektromobilität in Hessen hat sich der Förderung ebendieser verschrieben. Das Carsharing Konzept spricht hauptsächlich Touristen an, mit extra ausgearbeiteten Touren entlang der Märchenstraße.

Das Projekt fairfahrt hat sich dem Prinzip der Mitfahrbänke angenommen und versucht eventuelle Problematiken (Sicherheit, Verbesserung des Informationsflusses) mittels einer App und einem Terminal an der Bank zu lösen. Zusätzlich sollen die Benutzer Fahrten suchen und anbieten können.

Sehr ansprechend ist auch die Vorstellung des Projektes der Stadt Homberg. Sowohl die Performance des Bürgermeisters, dessen Begeisterung die Leute förmlich mitzieht, als auch das Projekt an sich. Die Stadtverwaltung, die des gesamten Landkreises sowie die Sparkasse tun sich zusammen, um den großen Fahrzeugpool besser zu nutzen. Die Wagen sollen nach Dienstschluss und am Wochenende zum Carsharing zur Verfügung stehen. Eine Grundauslastung ist durch die dienstliche Nutzung gegeben. Alles weitere kommt praktisch als i-Tüpfelchen obendrauf, die Verringerung der Autos in der historischen Altstadt inklusive. Entschlossenheit und Offenheit für neue Ideen sind so wichtig! Leider gibt es oft genug Hemmnisse durch die Bürokratie. Hier ist ein Bürgermeister die treibende Kraft zum Wohl seiner Stadt und der dort lebenden Menschen. 

Wir alle können einen Teil dazu beitragen, um unsere Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Lebenswert für unsere Kinder. Denn in deren Zukunft wird unsere Welt nicht mehr die sein, die wir kennen. Jeder kann beitragen und die Welt retten. Nur ein klein wenig. Jeden Tag. So werden viele kleine Stückchen ein großes Ganzes.

Foto: Dieses Lastenrad musste ich natürlich testen! Es handelt sich um ein i:SY, was ich auch schon mal im Test hatte. Der Anhänger erweitert das Ladevolumen noch mal gewaltig!

Mobil ohne (eigenes) Auto


Ich wurde zu einem Werkstatttag für Engagierte und Interessierte in ländlichen Regionen eingeladen. In Jesberg haben sich einige Initiativen angekündigt, die ihre Projekte vorstellen wollen. Hier möchte ich ein wenig Netzwerken und sehen, was andere Regionen so im Bereich nachhaltiger Mobilität auf die Beine stellen.

Fängt schon mal gut an: Die ausgeklügelte Bahnverbindung zweier Regionalzüge und eines IC um ein Dorf in der hessischen Provinz zu erreichen, platzt. Der IC wird mit 15 minütiger Verspätung angekündigt, aufgrund fehlender Bereitstellung. Aha. Da ein kompletter Wagen fehlt, ist der Aufruhr groß. Fahrradreisende, die keinen Stellplatz reserviert haben, werden abgewiesen. Wahre Dramen spielen sich ab, Nervenzusammenbruch und Weinkrampf inklusive. Dadurch erhöht sich die Verspätung nur noch mehr. Mein Anschlusszug wartet nicht, das hat mir der freundliche Servicemitarbeiter schon am Bahnsteig mitgeteilt. Der nächste fährt erst zwei Stunden später. Toll. Die Freude ist grenzenlos.

Lost in Kassel-Wilhelmshöhe

Durch die Verspätung verringert sich die Wartezeit auf gute anderthalb Stunden. Ich sehe ja immer die positiven Aspekte! 😇 Check im Bahnhof: Bei Sixt steht leider kein Fahrzeug zur Verfügung. Es gibt ein „Konrad“ genanntes Leihradsystem. Vor dem Bahnhof steht auch tatsächlich ein Rad. Nach kurzer Befragung von Google Maps (und voraussichtlicher Fahrdauer von 3 Stunden) lasse ich den Konrad dort stehen. Bleibt noch Carsharing. Bisher war ich allerdings nur Nutzer der eCarsharing SG Tarmstedt. Also noch nirgends registriert.

Flink ist anders…

Der Anmeldevorgang bei Flinkster ist ein wenig unkomfortabel, da die Seite nicht für Anzeige am Smartphone optimiert ist. Dann muss ein Führerschein und Identitätscheck erfolgen. Dafür muss zuerst eine App runtergeladen werden. Heißt für mich erstmal Platz auf dem Handy freischaufeln, da mein Speicher chronisch überfüllt ist. Dafür kann der Anbieter natürlich nichts. Mittels Live-Kamera-Schaltung bin ich schließlich mit einer Mitarbeiterin verbunden, die meine Ausweise abliest und fotografiert. Schließlich überprüft sie noch, ob ich meinen Fotos halbwegs ähnlich sehe. Vermutlich habe ich nicht das optimale Smartphone für so etwas. Und die Motivation, einen solchen Job auszuführen ist auch nicht besonders ausgeprägt. Nach einiger Zeit, in der die Verbindung aufrecht gehalten wurde (inkl. Ton und Bild) bin ich registriert. Für eben schnell und ohne WLAN ist das nicht wirklich geeignet. Das tatsächlich am Bahnhof stehende Fahrzeug kann ich allerdings nicht nutzen, da mir die erforderliche Karte zum Öffnen fehlt. Den Anruf bei der Hotline gebe ich nach einigen Minuten Wartezeit auf, da das Zeitfenster eh dahin ist. Dafür ist mir die Sache schlussendlich auch zu teuer.

Die Fahrt im Regionalzug nach Zimmersrode lief ereignislos. Das Anruf-Sammel-Taxi ist positiv zu bewerten. Sowohl von der Hotline, als auch von der Fahrt mit dem Taxi selbst. Eine gute Sache! Den Werkstatttag habe ich pünktlich zur Mittagspause erreicht. Die restliche Veranstaltung habe ich als Power-Speeddating betrachtet und trotzdem Gutes mitnehmen können. Darüber demnächst noch mehr im Blog!

Mein Resümee 

Eine Tagung mit der Thematik nachhaltiger Mobilität, die nur mittels Individualverkehr zu erreichen ist, führt das Ganze ad absurdum. Nach diesem abschreckenden Erlebnis wäre es der einfachste Weg, auf Nachhaltigkeit in der Mobilität zu verzichten und nur noch das Auto zu nutzen. So leicht mache ich es aber mir nicht. Aufgeben ist keine Option! Dieses soll auch kein „Bahn-Bashing“ sein. Ich fahre nämlich ganz gerne mit der Bahn. Aber das Dilemma mit dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr habe ich heute mal wieder am eigenen Leibe erfahren. Ländliche Kommunen sind oftmals wirklich abgehängt. Einen ÖV nur bei entsprechender Kostendeckung aufrecht zu erhalten, ist wohl der falsche Weg! Mobilität gehört zur Daseinsvorsorge der öffentlichen Hand und es muss ein Angebot für die Einwohner einer Gemeinde geben. Nur was verfügbar ist, kann von den Menschen genutzt werden.

Foto: Bahnhof Zimmersrode, Hessen

Fazit zur #EurobikeShow


Erstmal sacken lassen. Da waren so viele Eindrücke – besonders die Kapazität dieser Messe war echt beeindruckend. So etwa in der Art müssen sich die Leute nach dem Mauerfall bei ihren ersten Shoppingtouren gefühlt haben…

Im Nachhinein fällt dann auf, dass hauptsächlich der Kommerz im Vordergrund stand. Wirklich innovative Neuheiten habe ich keine gesehen. Man kann wohl doch nicht das Rad dauernd neu erfinden! Also wird überall, wo es nur geht, Scheibenbremsen und Elektroantrieb dran gebaut. e-MTB wohin das Auge blickt. Mag ja für den Forstmitarbeiter auch ein praktikabler Dienstwagenersatz sein, aber für den Hobby-MTB-Fahrer finde ich es nicht sinnvoll.

Markenware oder NoName

So einige der bekannten Marken waren nicht vertreten, sondern machen mit Hausmessen ihr eigenes Ding. Pinarello, Cannondale, Giant, um nur einige zu nennen und leider auch kein CIÖCC. Groß angekündigt wurde von der Messeleitung, dass viele (140?) neue Aussteller kommen würden. Die kamen hauptsächlich aus dem asiatischen Raum und vertrieben Zubehörteile. Hier eine Adaption von technischen Produkten statt musikalischen oder literarischen Werken… Die Onlinehändler wird es freuen.

Lastenräder gleich Mangelware

Lastenräder sind eine Leidenschaft von mir. Bei der Eurobike waren leider kaum welche vertreten. Schade eigentlich. Hier hätte man viele radaffine Menschen erreichen können, um eine Brücke vom sportlichen zum Alltagsfahren zu schlagen. Auch von Fahrradpolitik war nicht viel zu sehen. Da gab es einen Stand vom ADFC und einem von Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Die Stände waren dazu auch ziemlich abgelegen. Der VCD war gar nicht vertreten. Vermutlich bewegen sich die Standgebühren in einer Höhe, die für NGOs nicht zu bewerkstelligen sind.

Blogosphäre

Eine großartige Sache war die Bloggerbase, initiiert vom Wriders Club um Gunnar Fehlau. DER Anlaufpunkt für alle Blogger, hier gab es alles, was das Bloggerherz begehrt: Strom, WLAN und Kaffee. Die Bloggerbase wurde von einigen Unternehmen gesponsert, die beim Frühstück oder einem Extra-Rundgang ihre Produkte vorstellten. Ob man das für den eigenen Blog aufgreift oder nicht, bleibt ja jedem selbst überlassen. Ein Blogger, der damit seinen Lebensunterhalt bestreitet arbeitet anders als reine Hobbyblogger. Ich möchte mich nicht so als Influencer für Productplacement vor den Karren spannen lassen. Wenn ich persönlich etwas gut finde und davon überzeugt bin, dann schreibe ich auch darüber. Gleiches gilt für Dinge, die mich nicht begeistern können. Nichts desto Trotz sollte Werbung IMMER für den Leser zu erkennen sein. Dito auch bei Instagram, dem neuen „heißen Scheiß“.

Zum Ende eines langen Tages wollte ich mich und meine Geräte in der Bloggerbase wieder aufladen. Es fand gerade die sogenannte Fashionshow statt. Fitnessmodels in Fahrradklamotten führen Tanzchoreographien vor. Aha, dann kann man mit Fahrradhelm und Trinkrucksack also auch Breakdance machen… sehr realitätsnah! 🤣 Wenn es doch nur nicht so brüllend laut gewesen wäre! Ich hatte das Gefühl, mir müsste jeden Moment Blut aus den Ohren laufen. Flucht war das einzig Mögliche.

Mein Fazit

Warum macht man das? Den Stress mit der weiten Anreise, Camping im Dauerregen… Einmal im Leben muss man das gesehen haben. Im Nachhinein hätte ich einiges anders gemacht. Es gab schon ein paar interessante, deutschsprachige Vorträge – leider an einem anderen Tag. Auch die Netzwerkpartys hätte ich gerne mitgemacht. Also lieber einen etwas längeren und mehr geplanten Aufenthalt. Die kostenlosen Leihräder hätte ich auch gerne genutzt, wenn ich vorher davon gewusst hätte.

Ob es mich 2018 wieder zur Eurobike führt, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Es werden sich weitere Hersteller von der Messe verabschieden, der Termin wird vorverlegt und der Endverbraucher (zu denen ich mich schließlich auch zähle) ist nicht mehr erwünscht. Zudem möchte ich mehr Input aus dem urbanen Bereich bekommen. Lieber kleine unbekanntere Hersteller, mehr echte Typen mit dem Garagencharme des Unperfekten. Ich werde die Messen in Berlin und Hamburg ins Auge fassen, beides sind Städte mit großer Radcommunity und die Anreise ist auch nicht so weit.

Foto: Mein Herz schlägt für’s Detail: Kaffeebecherhalterung am Rad 😍

#EurobikeShow – Special: Nässeschutz (Teil 2)

Wen wundert’s: In diesem Sommer ist Regenschutz ein ganz großes Thema! Auch anlässlich meiner Stippvisite bei der Eurobike gaben die Wolken ihr Bestes! Auf der Messe gab es natürlich eine Vielzahl an Möglichkeiten dazu.

Nachhaltige Regenklamotten

Mir ist es wichtig, dass auch meine Kleidung möglichst nachhaltig produziert wird. Also unter Bedingungen, die für die Herstellung tätigen Menschen gut sind, möglichst unter Schonung von Ressourcen und umweltverträglich. Das ist gerade bei Funktionskleidung schwierig. Oft werden Stoffe verwendet, die mit diversen Beschichtungen versehen sind, um die gewünschten Eigenschaften zu erzeugen. Leider können die auch für uns Menschen gesundheitsschädlich sein. Ich hatte mich schon im Vorfeld mit einer Mitarbeiterin eines bekannten Herstellers verabredet, die sich die Zeit nahm, mir die 2018er Kollektion zu zeigen und mir die unterschiedlichen Stofflagen (Außenschicht, Membran, eventuelle noch eine Innenschicht) erläuterte. Die Stoffe sind gerade im Performance (Renn-) Bereich extrem dünn und leicht! Auch unter diesem Gesichtspunkt ist es toll, dass zum ersten Mal der gesundheitsschädliche Flourcarbon-Anteil in der wasserdichten Beschichtung nicht nur reduziert wurde, sondern komplett darauf verzichtet wird. Auch wird Material verwendet, was aus recycelten PET-Flaschen gewonnen wird. Mir hat am besten eine Jacke aus der MTB-Kollektion gefallen, für mich ein gelungener Mix aus Sport- und Alltagstauglichkeit. Wenn es mit einer Bemusterung klappen sollte, würde ich mich sehr darüber freuen. Dann könnte ich einen echten Praxishärtetest machen!

Stylisches gibt es auch

Eine andere Jacke stach mir gleich ins Auge. Der Stoff ist normal und kein Hightech. Dafür sieht sie aber sooooo stylisch aus! Die Frau am dazugehörigen Stand war leider recht kurz angebunden, so dass ich mich im Netz informieren muss, wo es das Teil denn im Handel gibt.

Beinschutz

Gerade die nassen Oberschenkel beim Regenradeln finde ich extrem unangenehm! Dauert auch immer ziemlich lange, bis die wieder trocken sind. Dafür habe ich eine Art Schürze gesehen und mir gleich gekauft. Ein Testbericht folgt.

Crazy Regenschirm

Auf dem Freigelände traute ich meinen Augen nicht: da fuhr ein Mann an mir vorbei, der IN einem Regenschirm steckte. Ich gleich hinterher. Es handelt sich um einen Crowdfounder, der sein Projekt bekannt machen und Spenden sammeln möchte. Seine Idee soll möglichst einfach und alltagstauglich sein. Er hat also einen Regenschirm vergrößert und mit einer Kapuze versehen, durch die man den Kopf steckt. Der Schirm läßt sich bei Nichtgebrauch zusammenschieben und mittels Klett am Oberrohr befestigen. So ganz ausgereift finde ich das noch nicht. Meiner Meinung nach verdeckt der Schirm das Vorderlicht. Nichts desto trotz eine kultige Idee.

Schutz fürs Bike

Ich gehöre ja zu den Leuten, die ihre Räder in der Wohnung aufbewahren. Wenn man Crossen war oder mit dem Bike in einen Regenschauer geraten ist, ist das anschließend total dreckig. Da kommt so ein Bezug, der die Wohnung oder das Auto vor Schmutz und Nässe schützt gerade recht. Mittels Gummiband und dem Einsatz der Füße lässt er sich leicht überstülpen. Der Hersteller stammt aus Lettland und vertreibt mittels dem Internetriesen mit dem A am Anfang. Da ich dort prinzipiell nicht kaufe, muss ich schauen, wie ich an so ein Ding komme.

#Eurobike – Ich seh‘ nur noch Räder (Teil 1)


Die Empfehlung des Camping war doch gut. Im Hellen betrachtet sah alles gleich freundlicher aus. Eine laaaaange heiße Dusche und literweise Kaffee später war meine Welt wieder in Ordnung. Habe sogar das klitschnasse Pop-up Zelt wieder in die Tasche gestopft bekommen. In die Messe durften nur die Aussteller rein, die Pressevertreter wurden gestoppt. Erst ab 9 Uhr!

Welcome at #Eurobike…

sagt ein Mitwartender zu mir. Die Unfreundlichkeit am Einlass ist anscheinend legendär. Ganz anders an der Garderobe: Klitschnasse Gepäckstücke wurden als ein Teil akzeptiert. Einmal quer über das ganze Gelände und dann war ich in der Bloggerbase. Hier stand Kaffee bereit und Brötchen. Einige Firmen stellten ihre Produkte in kurzen Pitches vor. Den Anfang machte ein Fahrradschloss mit lauter Alarmsirene. Die Mitarbeiter am Stand taten mir jetzt schon leid.

Räder in Hülle und Fülle

Ein Tag ist viel zu kurz, um hier alles zu sehen. Oder auch nur einiges. Ich hatte mir ein paar Firmen aus dem Katalog herausgesucht, ließ mich aber auf dem Weg dorthin treiben. Es gibt oft Dinge am Wegesrand, von denen man eben vorher nicht weiß, die interessant sind. Die Stände der großen Hersteller finde ich nicht so anziehend. Da gibt es genügend andere Blogger, die darüber berichten.

Mut zur Farbe

Mittlerweile scheint der Trend sich wieder zu bunten Rädern hin zu bewegen. Hier habe ich gleich mehrere Räder in orange oder Laubfroschgrün entdeckt. Mit Morpho falle ich zuhause überall auf, vielleicht begegnet uns bald ein zweites oranges Rad in freier Wildbahn. Orange ist eben nicht nur die Müllabfuhr!

Foto: De Rosa mit Campagnolo ❤️

#EurobikeShow – Anreise


Nach der Arbeit husch husch zum Bahnhof, rein in den ICE. Steckdose und WLAN, was will frau mehr? Die nächsten Stunden war ich mit Mails, Twitter und Facebook beschäftigt. Nur das lange, gezwungene Stillsitzen ist so gar nicht mein Ding. Dann Ingolstadt. Wechsel in einen bayrischen Regionalzug. Der hielt an ungefähr jeder Milchkanne bis Ulm. Besonders nett: die Ansage kam nicht vom Band, sondern von einem echten Menschen (mit starken fränkischen Dialekt). Die Ausstiegsseite immer schön abwechselnd rechts und links, ich musste jedesmal grinsen. Auch hier Steckdosen zum Füttern des Smartphones / iPads.

Kurze Sprinteinheit

Weil der Zug etwas spät dran war, stürmten in Ulm gleich alle los, ich auch sofort hinterher. Puh, gerade noch rechtzeitig geschafft. Den ganzen Tag über war es zunehmend grau und wolkenverhangen. Aber jetzt um 20 Uhr schon dunkel und dazu Regen. In Friedrichshafen wartete ein riesiger Gelenkbus, der mich und einen (!) weiteren Mitfahrer zum Messegelände brachte. Hier irrte ich etwas herum, bis ich die Beschilderung zum Campingplatz fand. Mittlerweile schüttete es richtig. So sehr, dass Leute mit Plastiktüten auf dem Kopf an mir vorbeiradelten.💦☔️🌊

Festivalfeeling

Ich beäugte schon vorsichtshalber die Sitzbänke in den Buswartehäuschen. Vielleicht darauf mit dem Schlafsack… Dann endlich: der Campingplatz. 6,-€ bezahlt, freies Fleckchen gesucht und festgestellt, dass so ein Pop-up Zelt in Sekundenschnelle aufgebaut ist. Nur, gießt es jetzt immer noch und ich bin nicht wirklich von der Nässetauglichkeit dieses Zeltes überzeugt. Ist ja nur so ein Teil vom ALDI, was ich eigentlich für die Kinder gekauft hatte, damit sie mal im Garten zelten können. Bei gutem Wetter. Egal.

Schlaflos in Friedrichshafen

Das Prasseln des Regens auf dem Zeltdach sollte mein Schlaflied sein. Aber mir gehen gerade soviel Gedanken im Kopf herum. Und feuchte Füße habe ich auch. Morgen dann Frühstück in der Blogger Base und sehen, was alles in den Messehallen auf mich wartet!

Gib dem Affen Zucker, nee… Bananen!


Es gibt viele Ansprüche, die man beim Zubereiten von Essen haben kann. Ich glaube, dieses Rezept erfüllt sie alle…

  • denn es geht schnell und einfach
  • es schmeckt superlecker
  • ist eine prima Resteverwertung für überreife Bananen
  • es ist vegan
  • gute Sportlernahrung (muss ja nicht immer so ein industriell hergestellter Power-Riegel sein)

Das ultimative Blueberry Bananabread:

  • 3-4 gut gereifte Bananen
  • 80 ml pflanzliches Öl
  • 100 ml Soja- oder andere Pflanzenmilch

Die Bananen klein musen, z. B. mit einem Kartoffelstampfer, die flüssigen Zutaten dazu geben und durchrühren.

  • 250g Dinkelvollkornmehl
  • 4 Eßl. Rohrohrzucker
  • 1 Tütchen Vanillezucker
  • 2 Teel. Backpulver
  • 1 Prise Salz

Alles mit in die Schüssel geben und verrühren. Anschließend Heidelbeeren o.ä. unterheben. In eine gefettete Kastenbackform geben und bei 180 Grad ca. 50 min backen. Wer mag, kann den Kuchen anschließend mit etwas Kuvertüre (z.B. Blockschokolade) bestreichen. Die kann auch ganz bequem im warmen Backofen schmelzen, wenn man sie in ein Glasschüsselchen gibt. Das spart Energie und ist nicht so eine Kleherei (cool, ein Wort, was nicht im Duden steht!), wie das Schmelzen im Wasserbad. 😉

Wenn keine Heidelbeersaison ist, gehen auch gehackte Nüsse oder Datteln. Mit Cranberries schmeckt es klasse, vermutlich auch mit Rosinen. Sei einfach mal kreativ und probiere es aus!

Stilecht natürlich nur mit „Radheldin“-Kaffeetasse! ☕️☕️☕️