Teilen ist das neue Haben

Es gibt Dinge, die muss nicht jeder selbst besitzen. Weil sie teuer sind. Weil sie selten benötigt werden. Um Ressourcen einzusparen in einer Welt, bei der die Endlichkeit derselben absehbar ist.

Ein ‚best practise‘ Beispiel dazu gibt am Donnerstag, den 8. Februar 2018 um 19:30 Uhr Werner Schweizer im Tarmstedter Rathaus. Herr Schweizer ist Bürgermeister in dem schleswig-holsteinischen Dorf Klixbüll. Er wird berichten, wie er dort ein äußerst erfolgreiches Carsharingprojekt mit Elektroautos auf die Beine gestellt hat. Mittlerweile hat sein ‚Dörpsmobil‘ diverse Nachahmer gefunden und Herr Schweizer hat sogar einen Leitfaden darüber geschrieben.

Im Anschluss daran wird diskutiert, ob und wie das eventuell in der Samtgemeinde Tarmstedt umgesetzt werden könnte. Alle Interessierten, auch aus den umliegenden Ortschaften sind herzlich eingeladen! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Berichte aus der Wümme Zeitung und von Nord24.de , RTL Nord

Mobil in der Stadt – 5 Alternativen zum eigenen Auto

Einen vorweihnachtlichen Gruß vom Weihnachtsmarkt in Hamburg! Möge doch die restliche Adventszeit ein wenig ruhiger und besinnlicher werden!

Mit dieser beleuchteten Fahrradrikscha hätte ich mein Ziel sicherlich besser und schneller erreicht, als mit der gewählten ÖPNV-Variante. Man sollte glauben, in der Elbe-Metropole sei man mit einem Topnahverkehr gesegnet. Naja – in der Innenstadt mag das wohl so sein, zumindest tagsüber. Am späteren Abend oder in den entlegeneren Stadtteilen sieht es schon anders aus.

Spannende Projekte

Etwas Hoffnung macht mir z.B. das Testprojekt der VW-Tochter MOIA mit 200 autonomen Shuttles. Link zum Artikel im SPIEGEL. Klingt spannend und muss unbedingt einmal von mir ausprobiert werden! Die Ausweitung von Carsharing (Der Anbieter DriveNow erhöht um 50 Fahrzeuge auf 200 BMW i3 – Bericht aus dem Focus) und Bikesharing (StadtRAD plant eine Steigerung von z.Zt. 2.450 auf 4.500 Räder – okay, bis 2028, aber immerhin. Weitere Infos über die Neuausschreibung/Bürgerschaft und ein Artikel aus dem Hamburger Abendblatt) ist ebenso geplant, wie der Einsatz von Elektrobussen.

ÖPNV geht auch elektrisch!

Ab 2020 sollen nur noch elektrifizierte Busse den Fuhrpark erweitern. Der NDR berichtet, dass 60 Busse angeschafft werden sollen. Der erste Betriebshof für Elektrobusse ist schon im Bau. „Der neue Betriebshof gilt laut Hochbahn als modernster seiner Art und soll Anfang 2019 in Betrieb genommen werden. Er ist der erste Standort, der komplett auf emissionsfreie Busse, also beispielsweise Elektrobusse, ausgerichtet ist. „Wir halten stramm Kurs auf das Ziel, ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse anzuschaffen“, so Hochbahn-Chef Falk.“ Quelle: Onlineportal NahverkehrHAMBURG.de

Dann ist es nur noch eine Sache der Verteilung: Bitte nicht alles auf das Centrum oder die eh schon privilegierten Stadtteile konzentrieren!

Auch interessant sein könnte eine App zum Teilen von Taxifahrten. Die Welt stellt zwei Anbieter vor.

Mobilität muss einfach sein.

Wer kein Auto hat, muss trotzdem seine Fahrziele erreichen können, auch in einer adäquaten Zeit! Solange das nicht möglich ist, schafft niemand freiwillig sein Auto ab, mögen auch freie Parkplätze noch so umkämpft sein. Auch das tägliche Staustehen wird (da hinlänglich bekannt) hingenommen.

Hier geht es zu einer Karte mit den Standorten von StadtRAD.

Da laufen die e-Pferdchen! – Aktionstag zur Elektromobilität

In Osterholz-Scharmbeck hat der erste Aktionstag zum Thema Elektromobilität stattgefunden. Erfreulicherweise fühlten sich um die dreißig Teilnehmer von dem Event angezogen. Raimund Nowak und Matthias Schmidt vom e-Pferdchen diskutierten über vermeintliche Schwierigkeiten im Alltag und Lösungsansätze. Der typische Elektropionier ist oft männlich und technisch interessiert. Es gibt mittlerweile Apps zur Kontrolle aller möglichen Batteriefunktionen. Kann man nutzen, wenn man Spaß daran hat, aber unbedingt notwendig sind sie nicht.

„Mobilität muss einfach sein!“ Raimund Nowak

Leider ist laut Nowak keine Trendwende zu weniger Auto in Sicht. Er sieht eher noch den zusätzlichen Drittwagen im Kommen. Diese Aussage finde ich persönlich fürchterlich! Eine Verkehrswende muss mehr beinhalten als den Wechsel der Antriebsart (Verbrenner versus Elektroauto)! Städte und auch Orte auf dem Lande sollten Platz für Menschen bieten und nicht nur für Blechkarossen! Mehr Lebensqualität für alle ist wichtig. Elektroautos verstopfen die Straßen genauso sehr wie die mit herkömmlichen Antrieb. Sie benötigen ebenso Parkraum und stehen durchschnittlich 23 Stunden am Tag herum. Die Gesamtanzahl ist zu verringern und die tatsächliche Auslastung zu steigern, sonst ergibt das keinen Sinn.

Nach einem kleinen Imbiss zeigten die eMobilisten ihre Wagen. So viele verschiedene Marken und Modelle auf einmal hatte ich bisher noch nicht erlebt: BMW i3, mehrere Renault Zoe, Hyundai ioniq , Opel Ampera, Nissan E-NV, natürlich VW eGolf und eUp – und ein Tesla Model X. Der hat mir ganz schön den Kopf verdreht! In Hamburg hatte ich schon durchs Schaufenster des Tesla-Store gelinst. Aber hier konnte ich in Natura Platz nehmen. Wenn da nicht das Problem des notwendigen Kleingelds wäre…

Besonders gut hat mir der Austausch unter den Fahrern gefallen. Vielleicht kann aus einer solchen Veranstaltung ja eine Art ‚Stammtisch’ entstehen?

Pressestimmen zur Veranstaltung: Weser Report, Osterholzer Kreisblatt

Kabelage, schön aufgeräumt im BMW i3

Sportliche Familienkutsche: Im Tesla passen sogar drei Kindersitze in den Fond.

Gute Idee: Die wichtigsten Infos auf einen Blick! Als ePionier kommt man schnell mit interessierten Mitmenschen ins Gespräch. Vielen Dank noch einmal für die freundliche Mitnahme!

Sion – Driven by the sun 


Bei diesem Motto steht die Testfahrt mit einem Prototypen unter einem schlechten Stern. Der anfänglich leichte Landregen wandelt sich in einen tüchtigen Dauerregen. 

Prototyp

Auf Messen wie z.B. der IAA werden sog. Designstudien vorgestellt, die allerdings oftmals nicht in der Realität auftauchen. Ein Prototyp, in den man sich tatsächlich reinsetzen und fahren kann, ist schon etwas besonderes. Eigentlich gibt es zwei Modelle, einen in weiß und einen In schwarz. Leider wurde der Schwarze von der Brüsseler Polizei einkassiert, da das Testgelände wohl kein Privatparkplatz, sondern öffentlicher Raum war, für den keine Genehmigung vorlag. Also nur ein Wagen zum Probefahren. Zur Vermeidung weiterer Ärgernisse dürfen nur Minirunden auf einem Firmenparkplatz gedreht werden. Die vorgesehene Zeit von 5min (!) für eine Testfahrt finde ich arg kurz, für den Parkplatz reicht es allerdings. 

Günstige Ausstattung

Die Bauteile stammen von verschiedenen Herstellern, werden lizenzfrei eingekauft und von einem Auftragsfertiger zusammengebaut. Da nichts neu entwickelt und durch das Kraftfahrtbundesamt abgenommen werden muss, kann das Fahrzeug verhältnismäßig günstig angeboten werden. Der Kofferraum ist sehr groß (500 ltr.) und auf Wunsch ist auch eine Anhängerkupplung möglich. Den Innenraum dagegen finde ich äußerst spartanisch. Aber gut, es ist nur ein Prototyp und immer wieder heißt es, dass noch viel geändert wird. Entscheidungen werden auch mit den Vorbestellern abgestimmt, d.h. die Mehrheit entscheidet. Beispielsweise soll nur eine Farbe angeboten werden, mittels Umfrage wird bestimmt, ob schwarz oder weiß. Ähnlich ist es auch für die Batterie geplant.

Innovatives

Die Anschlüsse zum Laden befinden sich über der Frontschürze. Es gibt einen CSS sowie einen Typ2 Anschluss. Dazu noch eine Schukosteckdose. Der Sion kann den gespeicherten Strom auch abgeben, er dient also als fahrbares Stromaggregat. Auch im Cockpit auf dem Armaturenbrett sind einige Solarmodule angebracht. Die spiegeln sich in der Frontscheibe, der Lichteffekt wirkt ein wenig irritierend. Ein Hingucker ist das als Feinstaubfilter eingesetzte leuchtendgrüne Moos „breSono“. Ob es wirklich funktioniert? Ich weiß nicht recht. Dahinter befindet sich jedenfalls ein herkömmlicher Luftfilter. Leider ist bei meiner Fahrt das Tablet mit dem Infotainment ohne Funktion. Wirklich schade, denn die vorgesehenen Apps, mit denen man das Fahrzeug zum Carsharing oder Ridesharing anbieten kann, hätten mich sehr interessiert! 

Solarmodule

Die Idee mit den Solarmodulen finde ich faszinierend. Sie sollen bei gutem Wetter ausreichend Strom für 30 km Reichweite produzieren. Dafür müsste der Wagen allerdings gute acht Stunden in der prallen Sonne brutzeln, ohne Schattenwurf von Gebäuden etwa. In so ein Auto möchte ich dann lieber nicht einsteigen; überhaupt sind Kurzstreckenpendler im Sommer besser mit dem Fahrrad bedient! 😉 Auch die anvisierte Reichweite von 30 km stellt mich noch vor Fragen: Für welche Geschwindigkeit sind die denn gerechnet? Je schneller man unterwegs ist, desto geringer im Allgemeinen die Reichweite… Um den Betrieb von Klimaanlage und Co. nicht zu vergessen. Wenn der Akku also leer ist, dürfte nur aus den Solarmodulen nicht mehr viel zu erwarten sein. Eine konkrete Antwort auf meine Nachfrage gab es von Sono Motors leider nicht. 

Fazit

Mir gefällt der Ansatz dieses Startups, nicht erst viel Geld in die Entwicklung eines komplett neuen Designs zu stecken. Teilen von Mitfahrgelegenheiten, Strom und dem ganzen Wagen steht voll hinter dem Motto „Teilen ist das neue Haben“. Das nur ein Wagen zur Verfügung stand, ist natürlich Pech. Und es ist auch klar, dass an einem Prototypen noch viel geändert / gearbeitet werden muss. An der Abdichtung beispielsweise, denn in Kurvenlage schwappt Wasser im Motorraum herum. Die Idee mit den Solarmodulen gefällt mir sehr gut und andere Hersteller (Audi) nehmen dieses auch in ihre Entwicklungen auf. Da ist noch viel Potential vorhanden – der komplette Betrieb eines Elektroautos über Sonnenenergie wäre einfach genial!* Sono Motors werde ich auf alle Fälle weiter im Blick behalten. Ich hoffe, das der Sion die Straßenzulassung erhält und sich genügend Vorbesteller für den Produktionsstart finden! Neue Leute mit neuen Ideen sind ungeheuer wichtig für die Zukunft! 
* Bis es soweit ist, kann natürlich ein Elektroauto mittels eigener PV-Anlage z.B. auf dem Dach der Garage mit Sonnenstrom betrieben werden. 

Foto: Nicht auf Hochglanz poliert im Scheinwerferlicht, sondern beim Einsatz im Hamburger Schmuddelwetter! 

Von kleinen Dörfern und vom großen Ganzen 

Ich bin meinen lieben Bloglesern ja noch einen Bericht über den Werkstatttag in Jesberg schuldig. Aber die letzte Woche war irgendwie Dauer-Rushhour und das ich meinen Kopf nicht mittels ausgedehnten Radfahrten frei bekommen konnte, hat sich auch bemerkbar gemacht. 

Aber nu‘: Toll war es, sehr interessant und inspirierend! Viele verschiedene Initiativen und Projekte waren dabei. Nette Gespräche natürlich auch.

Menschen mit Visionen

Da wären…

VoJes – „Vorfahrt für Jesberg e.V. „, die mich zu diesem Tag eingeladen hatten. In diesem Dorf wurde echt schon viel auf die Beine gestellt. Das ist auch bitter nötig, denn mit dem ÖPNV sieht es traurig aus, wie ich selbst erleben konnte. Es gibt zum einen ein Carsharing-Angebot, aber auch Bikesharing mit Pedelecs und e-Cargobikes, dazu noch Mitfahrbänke. Die e-Lastenräder können ganz normal ausgeliehen werden. Möglich ist auch ein Bringservice in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Einkaufsmarkt. Laub oder Grasschnitt wird über den Abholservice zum Bauhof gefahren. Mit diesen Fahrten wird ein Geflüchteter ins Dorfleben integriert. Viele verschiedene Institutionen und Personen haben sich hier vernetzt, um ein gemeinschaftliches Projekt auf die Beine zu stellen. Der Vorsitzende des Vereines, Michael Schramek, ist vom Fach und kümmert sich auch hauptberuflich um Mobilitätsberatung.

Durch das Carsharing in Schönstadt konnten in dem 1.600 Seelen-Ort immerhin ein Erst- und fünf Zweitwagen eingespart werden. Eine schöne Bilanz finde ich, dass gibt Hoffnung! Das Bio-Energiedorf hat von Anfang an ganz auf Elektromobilität gesetzt. Das hessische Pendant zur eCarsharing Tarmstedt. 😉 Um die Partygänger anzusprechen, haben sie sich einen vergünstigten Nachttarif ausgedacht. Fragt sich nur, wie es allgemein dort mit dem Nachtleben ausschaut. Der Ansatz ist schon mal gut.

Die Altenhilfe Treysa hat das Carsharing quasi als neues Sparte entdeckt und bietet damit Fahrten zu Arztterminen oder ermöglicht auch mal einen Stadtbummel. Junge Leute können den Siebensitzer selbstverständlich auch ausleihen. 

Das Carsharing Rauschenberg ist kein Verein engagierter Bürger, sondern eine Kooperation zwischen der Stadt und einem örtlichen Autohändler. Der Fahrzeugpool besteht aus zwei Elektroautos.

Der Verein Elektromobilität in Hessen hat sich der Förderung ebendieser verschrieben. Das Carsharing Konzept spricht hauptsächlich Touristen an, mit extra ausgearbeiteten Touren entlang der Märchenstraße.

Das Projekt fairfahrt hat sich dem Prinzip der Mitfahrbänke angenommen und versucht eventuelle Problematiken (Sicherheit, Verbesserung des Informationsflusses) mittels einer App und einem Terminal an der Bank zu lösen. Zusätzlich sollen die Benutzer Fahrten suchen und anbieten können.

Sehr ansprechend ist auch die Vorstellung des Projektes der Stadt Homberg. Sowohl die Performance des Bürgermeisters, dessen Begeisterung die Leute förmlich mitzieht, als auch das Projekt an sich. Die Stadtverwaltung, die des gesamten Landkreises sowie die Sparkasse tun sich zusammen, um den großen Fahrzeugpool besser zu nutzen. Die Wagen sollen nach Dienstschluss und am Wochenende zum Carsharing zur Verfügung stehen. Eine Grundauslastung ist durch die dienstliche Nutzung gegeben. Alles weitere kommt praktisch als i-Tüpfelchen obendrauf, die Verringerung der Autos in der historischen Altstadt inklusive. Entschlossenheit und Offenheit für neue Ideen sind so wichtig! Leider gibt es oft genug Hemmnisse durch die Bürokratie. Hier ist ein Bürgermeister die treibende Kraft zum Wohl seiner Stadt und der dort lebenden Menschen. 

Wir alle können einen Teil dazu beitragen, um unsere Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Lebenswert für unsere Kinder. Denn in deren Zukunft wird unsere Welt nicht mehr die sein, die wir kennen. Jeder kann beitragen und die Welt retten. Nur ein klein wenig. Jeden Tag. So werden viele kleine Stückchen ein großes Ganzes.

Foto: Dieses Lastenrad musste ich natürlich testen! Es handelt sich um ein i:SY, was ich auch schon mal im Test hatte. Der Anhänger erweitert das Ladevolumen noch mal gewaltig!

Energiewende – ein Beispiel für Andere


Die Aktivitäten in meiner Nachbargemeinde Tarmstedt faszinieren mich immer wieder. Ein paar engagierte Leute fangen etwas an… und dann zieht es Kreise! Die Wissenschaftlerin Claudia Kemfert hat bei ihrer Festrede anlässlich der Tarmstedter Ausstellung den Landkreis ROW und besonders die Samtgemeinde Tarmstedt mit ihrem vielseitigen Engagement in Sachen Energiewende und Klimaschutz gelobt. 

Hier nun ein Gastbeitrag von Neele Wesseloh, über deren Fahrradprojekt ich schon einmal berichtet habe:

Halli Hallo zusammen!

Ich möchte mich kurz vorstellen: Ich bin Neele Wesseloh, 17 Jahre alt, komme aus Tarmstedt und gehe zur Zeit in den 12. Jahrgang der Oberstufe in Tarmstedt und werde voraussichtlich im nächsten Jahr mein Abitur machen. Im Rahmen der Schule musste mein Jahrgang Anfang des Jahres eine Facharbeit verfassen. Jeder durfte sein Thema frei wählen. Jedoch musste es mit dem selbstgewählten „Oberthema“ in Zusammenhang stehen, welches wir am Anfang der Oberstufe wählen sollten. Das Thema, was ich wählte und auch bekam war „Klimawandel“. Dieses Thema passte genau zu mir, denn ich bin sehr daran interessiert, etwas für die Verbesserung unserer Erde zu tun, sei es nun in der Natur oder in der Tierwelt. In meinen Augen ist es wichtig, eine umweltbewusste Lebensweise zu führen und sich darüber im Klaren zu sein, womit man unserem Planeten schadet. Doch nun möchte ich ihnen berichten, wie ich mich mit meiner zu schreibenden Facharbeit auseinandersetzte und zu welchen Ergebnissen ich kam.

Sich ein Thema zu überlegen, über welches man 15 Seiten schreiben soll, ist gar nicht so einfach: „Massentierhaltung als Mitverursacher des Klimawandels“, „Trägt Vegetarismus zum Klimawandel bei?“ oder doch lieber die „Zerstörung des Regenwaldes“… Am liebsten hätte ich über all diese Themen geschrieben. Irgendwann kamen mir „Erneuerbare Energien“ in den Sinn. Wieso nicht darüber schreiben? Das wäre bestimmt interessant. Vielleicht Biogasanlagen oder Windkrafträder. Hm…wie viele haben wir davon eigentlich in unserer Samtgemeinde? Und so stand mein Thema ganz schnell fest: „Erneuerbare Energien in der Samtgemeinde Tarmstedt – kann diese Gemeinde im Bereich erneuerbaren Energien und Klimaschutz ein Vorreiter, bzw. ein Leuchtturm für anderen Gemeinden und Städte dienen?“

Um Material zum Schreiben zu bekommen, recherchierte ich in Zeitungsartikeln und sprach mit Personen, die sich in dieser Richtung engagieren. Ich war erstaunt, wie viel und stark verbreitet die erneuerbaren Energien in unserer Samtgemeinde sind. Insgesamt stehen hier elf Biogasanlagen und mehrere Windparks. Jedoch ist die Gemeinde nicht nur in diesem Bereich auf dem Vormarsch. Auch in der umweltschonenden Mitte gibt es in der Samtgemeinde Tarmstedt viele Intuitionen.

Unter Anderem ist das Verwenden von Elektroautos ein wachsender Sektor. Am Rathaus und beim Autohaus in Tarmstedt, sowie an der Praxis von Dr. Riedesel in Wilstedt sind bereits Ladesäulen angebracht. Ebenfalls wurden e-Carsharing Projekte angeleitet, wie zum Beispiel das von Herrn Riedesel. Auch stieß ich auf die roten „Mitfahrerbänke“, die jetzt nahezu in jedem Ort in der Samtgemeinde stehen. Sie sollen zur Mobilität auf dem Lande beitragen. Desweiteren wurde ich in eine Arbeitsgruppe im Rathaus aufgenommen, die sich mit der Mobilität auf dem Land und deren Verbesserung beschäftigt hat. Auch habe ich über die Interessengruppe „Natürlich Wilstedt“ berichtet. Diese Fraktion beschäftigt sich mit der Frage, wie man den dörflichen Charakter beibehalten könnte, was im Umkehrschluss auch den Naturschutz beinhaltet.

Einen großer Bestandteil meiner Facharbeit stellte auch das von mir entwickelte „Fahrradprojekt“ dar. Bei diesem Vorhaben handelt es sich um die Organisation von Fahrrädern für die Lehrer der KGS und OS Tarmstedt. Die Idee dazu kam mir Ende letzten Jahres. Damals ärgerte ich mich darüber, dass die Mehrheit der Lehrer zwischen den beiden Schulgebäuden, die nebenbei bemerkt gerade mal ca. 400 Meter von einander entfernt sind, mit dem Auto hin und her pendelten, wenn sie in dem jeweils anderen Gebäude Unterrichte hatten. Es störte mich, das die meisten lieber das bequeme Auto vorzogen, anstatt 5 Minuten zu Fuß zu gehen. Diese kurzen Fahrten mit dem Auto stellen einen extremen Faktor der Umweltverschmutzung dar. Aus diesem Grund entwickelte ich den Plan, Fahrräder für die Lehrer zu besorgen, um ihnen eine umweltschonende und dennoch schnelle Alternative zum Auto zu ermöglichen. Das Projekt ist zwar noch nicht vollkommen in die Tat umgesetzt, dennoch denke ich, dass nach einer gewissen „Eingewöhnungszeit“ die Fahrräder gut von den Lehrern angenommen und auch häufig von ihnen genutzt werden. Dennoch ist es nicht einfach, solch ein Projekt auf die Beine zu stellen und alle Einzelheiten genau zu bedenken. Ich habe jedoch schon einige positive Rückmeldungen mancher Lehrer erhalten, was mich dazu anspornt, dieses tolle Projekt fertig zu stellen. Denn die Welt braucht Menschen, die sich für ihre Interessen einsetzen und etwas tun, wenn ihnen etwas nicht gefällt.

 

Zum Schluss möchte ich nun noch einmal auf meine Fragestellung vom Anfang zurückkommen. Ich wollte in meiner Facharbeit herausfinden, ob die Samtgemeinde Tarmstedt als ein Vorreiter oder gar ein Leuchtturm für Andere in Sachen Umwelt- und Klimaschutz dienen kann. Ich kam zu dem Schluss, dass diese Region sehr wohl ein Leitmotiv für Andere darstellen kann. Es werden erneuerbare Energien wie die Windkraft, Photovoltaik und die Technik der Biogasanlage verwendet und gefördert. Durch dessen Nutzung wird zum einen die Umwelt entlastet und zum Anderen auch Kosten gespart. Die Samtgemeinde hat sich zum Ziel gesetzt, zukünftig energieautark zu sein. Auch wird unterstützt von dem herkömmlichen Verbrennungsmotor auf den CO2 -freien Elektromotor umzusteigen. Mitfahrgelegenheiten wie die Mitfahrerbänke oder das Car-Sharing werden ebenfalls von der SG weiterentwickelt. Solche Projekte, wie das geplante Fahrradprojekt „Umweltfreundlich mit dem Fahrrad“ für die Schule KSG und OS Tarmstedt sind Wegbereiter für einen nachhaltigen Klimaschutz.

Die Menschheit muss sich darüber im Klaren sein, dass nur wir gemeinsam als Gruppe mehr bewegen können. „Gemeinsam sind wir stark“. So lautet die Theorie des Hirnforschers Gerald Hüther. Nur wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen und für die erneuerbaren Energien und die Verbesserung der Umwelt einstehen, kann der nachhaltige Klimaschutz als ein fester Bestandteil unserer Erde gelten.

Zum Schluss würde ich gerne auf einen Liedtext verweisen: „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist, es wäre nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“ Er stammt von der Band „Die Ärzte“ aus dem Lied „Deine Schuld“. 

Vielen Dank, dass Sie sich diesen Text durchgelesen haben. Ich hoffe, er hat Ihnen gefallen und Sie zum Nachdenken angeregt.

Liebe Grüße

Neele Wesseloh

 

Wie fährt die Zukunft?


Ich wollt nen Flitzer, du Caravan
Jetzt fahren wir Bahn […]
Denn das Geheimnis unseres Glücks
Sind keine Kniffe, keine Tricks
Man muss halt nur zu leben wissen
Mit Kompromissen
Vollkommenes Glück hält ewig an
Nur wenn man drauf verzichten kann
Man muss halt nur zu leben wissen
Mit Kompromissen

(Roger Cicero – Kompromiss)

Genauso wie in diesem Songtexte verhält es sich auch im richtigen Leben. Die perfekte Lösung gibt es meistens nicht, es bleibt ein Mittelweg oder die Wahl des geringeren Übels. Auch in der Frage der Mobilität!

Diesel oder Benziner, Elektroauto, Fahrrad, ÖPNV, Carsharing, Mitfahren oder per Pedes – die Möglichkeiten sind so vielfältig… Das Wichtigste ist erst einmal, dass man sich überhaupt Gedanken zu dem Thema macht! Und nicht etwas so macht, weil man es eben immer so gemacht hat. 

Diesel produzieren weniger schädliches CO2 als Benziner, aber dafür mehr Stickoxide. Bei der Herstellung von Elektroautos bzw. deren Batterien werden viele Ressourcen benötigt und um umweltfreundlich zu fahren, müssen sie mit Strom geladen werden, der aus erneuerbaren Energiequellen stammt (SZ – Wie umweltfreundlich sind Diesel-Alternativen, ZEIT – Wenn möglich, bitte wenden). Die Anzahl der Autos und damit verbunden der Platz, den sie benötigen, ist ein großes Problem. In den Städten mehr als in ländlichen Gebieten. In den Städten ist meist ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz vorhanden. Die Entfernungen, die überwunden werden müssen, lassen sich auch gut mit dem Rad fahren. Im Winter oder bei schlechtem Wetter tut man es nur meistens nicht gern.

Auf dem Land pendeln viele Menschen in die Städte zu ihrem Arbeitsplatz. Die meisten nutzen dafür ein Auto. Der ÖPNV wäre oft mehr als ausbaufähig. Die Überlegung für den Arbeitsweg ein Pedelec zu nutzen, habe ich gerade im Bekanntenkreis gehört. Fahrgemeinschaften zu bilden finde ich auch eine prima Idee. Kostengünstiger ist das allemal! Wenn man niemanden kennt, hilft eventuell eine Anfrage in einer Facebook-Ortsgruppe. Es gibt bereits Mitfahr-Apps oder Portale, aber dort finden sich meist Angebote / Gesuche für einmalige längere Strecken. Eventuell wird eine Mitfahr-App in meiner Nachbargemeinde Tarmstedt aufgebaut, das war jedenfalls das Ergebnis der dort durchgeführten Mobilitätsstudie

Fast alle Leute nutzen ihr Auto nur für wenige Stunden am Tag. Da ist doch die ökonomisch beste Lösung, es mit anderen zu teilen. Mit Carsharing beispielsweise. Wenn ein Carsharingwagen fünf Autos ersetzt, kann viel eingespart werden. Platz + Kapitaleinsatz + Ressourcen bei der Herstellung + Emissionen. Wenn ein Elektroauto geteilt wird, ist die Herstellung im Endeffekt umweltschonender, als diejenige von mehreren Wagen mit Verbrennungsmotor. Die Klimaziele sind mit weniger Kfz auf den Straßen leichter zu erreichen. Die Diesel-Stinker, die dann noch unterwegs sind, verursachen zwar immer noch schädliche Abgase, aber der Gesamtausstoß ist niedriger als bisher!

Ich denke schon, das die Zukunft elektrisch fährt. Aber eben nicht als Individualverkehr, d.h. jedem sein eigenes Auto wie bisher! Es gilt die vielen Mobilitätsmöglichkeiten intelligent miteinander zu vernetzen. Und nach dem Motto „weniger ist mehr“ zu verfahren. Außer bei den erneuerbaren Energiequellen. Da müssen die veralteten Netzleitungen erneuert und überhaupt besser ausgebaut werden, damit wir mehr Wind- und Sonnenenergie nutzen können. Dafür könnten die Batterien der Elektroautos sogar als Zwischenspeicher dienen (Lesetipp: Claudia Kemfert – Kampf um Strom). 

Das Buch auf dem Foto ist ganz neu in meinem Bücherschrank (und selbst gekauft!). Ich habe es noch nicht gelesen, aber hier ist schon mal ein kleiner Ausblick.