Sion – Driven by the sun 


Bei diesem Motto steht die Testfahrt mit einem Prototypen unter einem schlechten Stern. Der anfänglich leichte Landregen wandelt sich in einen tüchtigen Dauerregen. 

Prototyp

Auf Messen wie z.B. der IAA werden sog. Designstudien vorgestellt, die allerdings oftmals nicht in der Realität auftauchen. Ein Prototyp, in den man sich tatsächlich reinsetzen und fahren kann, ist schon etwas besonderes. Eigentlich gibt es zwei Modelle, einen in weiß und einen In schwarz. Leider wurde der Schwarze von der Brüsseler Polizei einkassiert, da das Testgelände wohl kein Privatparkplatz, sondern öffentlicher Raum war, für den keine Genehmigung vorlag. Also nur ein Wagen zum Probefahren. Zur Vermeidung weiterer Ärgernisse dürfen nur Minirunden auf einem Firmenparkplatz gedreht werden. Die vorgesehene Zeit von 5min (!) für eine Testfahrt finde ich arg kurz, für den Parkplatz reicht es allerdings. 

Günstige Ausstattung

Die Bauteile stammen von verschiedenen Herstellern, werden lizenzfrei eingekauft und von einem Auftragsfertiger zusammengebaut. Da nichts neu entwickelt und durch das Kraftfahrtbundesamt abgenommen werden muss, kann das Fahrzeug verhältnismäßig günstig angeboten werden. Der Kofferraum ist sehr groß (500 ltr.) und auf Wunsch ist auch eine Anhängerkupplung möglich. Den Innenraum dagegen finde ich äußerst spartanisch. Aber gut, es ist nur ein Prototyp und immer wieder heißt es, dass noch viel geändert wird. Entscheidungen werden auch mit den Vorbestellern abgestimmt, d.h. die Mehrheit entscheidet. Beispielsweise soll nur eine Farbe angeboten werden, mittels Umfrage wird bestimmt, ob schwarz oder weiß. Ähnlich ist es auch für die Batterie geplant.

Innovatives

Die Anschlüsse zum Laden befinden sich über der Frontschürze. Es gibt einen CSS sowie einen Typ2 Anschluss. Dazu noch eine Schukosteckdose. Der Sion kann den gespeicherten Strom auch abgeben, er dient also als fahrbares Stromaggregat. Auch im Cockpit auf dem Armaturenbrett sind einige Solarmodule angebracht. Die spiegeln sich in der Frontscheibe, der Lichteffekt wirkt ein wenig irritierend. Ein Hingucker ist das als Feinstaubfilter eingesetzte leuchtendgrüne Moos „breSono“. Ob es wirklich funktioniert? Ich weiß nicht recht. Dahinter befindet sich jedenfalls ein herkömmlicher Luftfilter. Leider ist bei meiner Fahrt das Tablet mit dem Infotainment ohne Funktion. Wirklich schade, denn die vorgesehenen Apps, mit denen man das Fahrzeug zum Carsharing oder Ridesharing anbieten kann, hätten mich sehr interessiert! 

Solarmodule

Die Idee mit den Solarmodulen finde ich faszinierend. Sie sollen bei gutem Wetter ausreichend Strom für 30 km Reichweite produzieren. Dafür müsste der Wagen allerdings gute acht Stunden in der prallen Sonne brutzeln, ohne Schattenwurf von Gebäuden etwa. In so ein Auto möchte ich dann lieber nicht einsteigen; überhaupt sind Kurzstreckenpendler im Sommer besser mit dem Fahrrad bedient! 😉 Auch die anvisierte Reichweite von 30 km stellt mich noch vor Fragen: Für welche Geschwindigkeit sind die denn gerechnet? Je schneller man unterwegs ist, desto geringer im Allgemeinen die Reichweite… Um den Betrieb von Klimaanlage und Co. nicht zu vergessen. Wenn der Akku also leer ist, dürfte nur aus den Solarmodulen nicht mehr viel zu erwarten sein. Eine konkrete Antwort auf meine Nachfrage gab es von Sono Motors leider nicht. 

Fazit

Mir gefällt der Ansatz dieses Startups, nicht erst viel Geld in die Entwicklung eines komplett neuen Designs zu stecken. Teilen von Mitfahrgelegenheiten, Strom und dem ganzen Wagen steht voll hinter dem Motto „Teilen ist das neue Haben“. Das nur ein Wagen zur Verfügung stand, ist natürlich Pech. Und es ist auch klar, dass an einem Prototypen noch viel geändert / gearbeitet werden muss. An der Abdichtung beispielsweise, denn in Kurvenlage schwappt Wasser im Motorraum herum. Die Idee mit den Solarmodulen gefällt mir sehr gut und andere Hersteller (Audi) nehmen dieses auch in ihre Entwicklungen auf. Da ist noch viel Potential vorhanden – der komplette Betrieb eines Elektroautos über Sonnenenergie wäre einfach genial!* Sono Motors werde ich auf alle Fälle weiter im Blick behalten. Ich hoffe, das der Sion die Straßenzulassung erhält und sich genügend Vorbesteller für den Produktionsstart finden! Neue Leute mit neuen Ideen sind ungeheuer wichtig für die Zukunft! 
* Bis es soweit ist, kann natürlich ein Elektroauto mittels eigener PV-Anlage z.B. auf dem Dach der Garage mit Sonnenstrom betrieben werden. 

Foto: Nicht auf Hochglanz poliert im Scheinwerferlicht, sondern beim Einsatz im Hamburger Schmuddelwetter! 

Von kleinen Dörfern und vom großen Ganzen 

Ich bin meinen lieben Bloglesern ja noch einen Bericht über den Werkstatttag in Jesberg schuldig. Aber die letzte Woche war irgendwie Dauer-Rushhour und das ich meinen Kopf nicht mittels ausgedehnten Radfahrten frei bekommen konnte, hat sich auch bemerkbar gemacht. 

Aber nu‘: Toll war es, sehr interessant und inspirierend! Viele verschiedene Initiativen und Projekte waren dabei. Nette Gespräche natürlich auch.

Menschen mit Visionen

Da wären…

VoJes – „Vorfahrt für Jesberg e.V. „, die mich zu diesem Tag eingeladen hatten. In diesem Dorf wurde echt schon viel auf die Beine gestellt. Das ist auch bitter nötig, denn mit dem ÖPNV sieht es traurig aus, wie ich selbst erleben konnte. Es gibt zum einen ein Carsharing-Angebot, aber auch Bikesharing mit Pedelecs und e-Cargobikes, dazu noch Mitfahrbänke. Die e-Lastenräder können ganz normal ausgeliehen werden. Möglich ist auch ein Bringservice in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Einkaufsmarkt. Laub oder Grasschnitt wird über den Abholservice zum Bauhof gefahren. Mit diesen Fahrten wird ein Geflüchteter ins Dorfleben integriert. Viele verschiedene Institutionen und Personen haben sich hier vernetzt, um ein gemeinschaftliches Projekt auf die Beine zu stellen. Der Vorsitzende des Vereines, Michael Schramek, ist vom Fach und kümmert sich auch hauptberuflich um Mobilitätsberatung.

Durch das Carsharing in Schönstadt konnten in dem 1.600 Seelen-Ort immerhin ein Erst- und fünf Zweitwagen eingespart werden. Eine schöne Bilanz finde ich, dass gibt Hoffnung! Das Bio-Energiedorf hat von Anfang an ganz auf Elektromobilität gesetzt. Das hessische Pendant zur eCarsharing Tarmstedt. 😉 Um die Partygänger anzusprechen, haben sie sich einen vergünstigten Nachttarif ausgedacht. Fragt sich nur, wie es allgemein dort mit dem Nachtleben ausschaut. Der Ansatz ist schon mal gut.

Die Altenhilfe Treysa hat das Carsharing quasi als neues Sparte entdeckt und bietet damit Fahrten zu Arztterminen oder ermöglicht auch mal einen Stadtbummel. Junge Leute können den Siebensitzer selbstverständlich auch ausleihen. 

Das Carsharing Rauschenberg ist kein Verein engagierter Bürger, sondern eine Kooperation zwischen der Stadt und einem örtlichen Autohändler. Der Fahrzeugpool besteht aus zwei Elektroautos.

Der Verein Elektromobilität in Hessen hat sich der Förderung ebendieser verschrieben. Das Carsharing Konzept spricht hauptsächlich Touristen an, mit extra ausgearbeiteten Touren entlang der Märchenstraße.

Das Projekt fairfahrt hat sich dem Prinzip der Mitfahrbänke angenommen und versucht eventuelle Problematiken (Sicherheit, Verbesserung des Informationsflusses) mittels einer App und einem Terminal an der Bank zu lösen. Zusätzlich sollen die Benutzer Fahrten suchen und anbieten können.

Sehr ansprechend ist auch die Vorstellung des Projektes der Stadt Homberg. Sowohl die Performance des Bürgermeisters, dessen Begeisterung die Leute förmlich mitzieht, als auch das Projekt an sich. Die Stadtverwaltung, die des gesamten Landkreises sowie die Sparkasse tun sich zusammen, um den großen Fahrzeugpool besser zu nutzen. Die Wagen sollen nach Dienstschluss und am Wochenende zum Carsharing zur Verfügung stehen. Eine Grundauslastung ist durch die dienstliche Nutzung gegeben. Alles weitere kommt praktisch als i-Tüpfelchen obendrauf, die Verringerung der Autos in der historischen Altstadt inklusive. Entschlossenheit und Offenheit für neue Ideen sind so wichtig! Leider gibt es oft genug Hemmnisse durch die Bürokratie. Hier ist ein Bürgermeister die treibende Kraft zum Wohl seiner Stadt und der dort lebenden Menschen. 

Wir alle können einen Teil dazu beitragen, um unsere Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Lebenswert für unsere Kinder. Denn in deren Zukunft wird unsere Welt nicht mehr die sein, die wir kennen. Jeder kann beitragen und die Welt retten. Nur ein klein wenig. Jeden Tag. So werden viele kleine Stückchen ein großes Ganzes.

Foto: Dieses Lastenrad musste ich natürlich testen! Es handelt sich um ein i:SY, was ich auch schon mal im Test hatte. Der Anhänger erweitert das Ladevolumen noch mal gewaltig!

Energiewende – ein Beispiel für Andere


Die Aktivitäten in meiner Nachbargemeinde Tarmstedt faszinieren mich immer wieder. Ein paar engagierte Leute fangen etwas an… und dann zieht es Kreise! Die Wissenschaftlerin Claudia Kemfert hat bei ihrer Festrede anlässlich der Tarmstedter Ausstellung den Landkreis ROW und besonders die Samtgemeinde Tarmstedt mit ihrem vielseitigen Engagement in Sachen Energiewende und Klimaschutz gelobt. 

Hier nun ein Gastbeitrag von Neele Wesseloh, über deren Fahrradprojekt ich schon einmal berichtet habe:

Halli Hallo zusammen!

Ich möchte mich kurz vorstellen: Ich bin Neele Wesseloh, 17 Jahre alt, komme aus Tarmstedt und gehe zur Zeit in den 12. Jahrgang der Oberstufe in Tarmstedt und werde voraussichtlich im nächsten Jahr mein Abitur machen. Im Rahmen der Schule musste mein Jahrgang Anfang des Jahres eine Facharbeit verfassen. Jeder durfte sein Thema frei wählen. Jedoch musste es mit dem selbstgewählten „Oberthema“ in Zusammenhang stehen, welches wir am Anfang der Oberstufe wählen sollten. Das Thema, was ich wählte und auch bekam war „Klimawandel“. Dieses Thema passte genau zu mir, denn ich bin sehr daran interessiert, etwas für die Verbesserung unserer Erde zu tun, sei es nun in der Natur oder in der Tierwelt. In meinen Augen ist es wichtig, eine umweltbewusste Lebensweise zu führen und sich darüber im Klaren zu sein, womit man unserem Planeten schadet. Doch nun möchte ich ihnen berichten, wie ich mich mit meiner zu schreibenden Facharbeit auseinandersetzte und zu welchen Ergebnissen ich kam.

Sich ein Thema zu überlegen, über welches man 15 Seiten schreiben soll, ist gar nicht so einfach: „Massentierhaltung als Mitverursacher des Klimawandels“, „Trägt Vegetarismus zum Klimawandel bei?“ oder doch lieber die „Zerstörung des Regenwaldes“… Am liebsten hätte ich über all diese Themen geschrieben. Irgendwann kamen mir „Erneuerbare Energien“ in den Sinn. Wieso nicht darüber schreiben? Das wäre bestimmt interessant. Vielleicht Biogasanlagen oder Windkrafträder. Hm…wie viele haben wir davon eigentlich in unserer Samtgemeinde? Und so stand mein Thema ganz schnell fest: „Erneuerbare Energien in der Samtgemeinde Tarmstedt – kann diese Gemeinde im Bereich erneuerbaren Energien und Klimaschutz ein Vorreiter, bzw. ein Leuchtturm für anderen Gemeinden und Städte dienen?“

Um Material zum Schreiben zu bekommen, recherchierte ich in Zeitungsartikeln und sprach mit Personen, die sich in dieser Richtung engagieren. Ich war erstaunt, wie viel und stark verbreitet die erneuerbaren Energien in unserer Samtgemeinde sind. Insgesamt stehen hier elf Biogasanlagen und mehrere Windparks. Jedoch ist die Gemeinde nicht nur in diesem Bereich auf dem Vormarsch. Auch in der umweltschonenden Mitte gibt es in der Samtgemeinde Tarmstedt viele Intuitionen.

Unter Anderem ist das Verwenden von Elektroautos ein wachsender Sektor. Am Rathaus und beim Autohaus in Tarmstedt, sowie an der Praxis von Dr. Riedesel in Wilstedt sind bereits Ladesäulen angebracht. Ebenfalls wurden e-Carsharing Projekte angeleitet, wie zum Beispiel das von Herrn Riedesel. Auch stieß ich auf die roten „Mitfahrerbänke“, die jetzt nahezu in jedem Ort in der Samtgemeinde stehen. Sie sollen zur Mobilität auf dem Lande beitragen. Desweiteren wurde ich in eine Arbeitsgruppe im Rathaus aufgenommen, die sich mit der Mobilität auf dem Land und deren Verbesserung beschäftigt hat. Auch habe ich über die Interessengruppe „Natürlich Wilstedt“ berichtet. Diese Fraktion beschäftigt sich mit der Frage, wie man den dörflichen Charakter beibehalten könnte, was im Umkehrschluss auch den Naturschutz beinhaltet.

Einen großer Bestandteil meiner Facharbeit stellte auch das von mir entwickelte „Fahrradprojekt“ dar. Bei diesem Vorhaben handelt es sich um die Organisation von Fahrrädern für die Lehrer der KGS und OS Tarmstedt. Die Idee dazu kam mir Ende letzten Jahres. Damals ärgerte ich mich darüber, dass die Mehrheit der Lehrer zwischen den beiden Schulgebäuden, die nebenbei bemerkt gerade mal ca. 400 Meter von einander entfernt sind, mit dem Auto hin und her pendelten, wenn sie in dem jeweils anderen Gebäude Unterrichte hatten. Es störte mich, das die meisten lieber das bequeme Auto vorzogen, anstatt 5 Minuten zu Fuß zu gehen. Diese kurzen Fahrten mit dem Auto stellen einen extremen Faktor der Umweltverschmutzung dar. Aus diesem Grund entwickelte ich den Plan, Fahrräder für die Lehrer zu besorgen, um ihnen eine umweltschonende und dennoch schnelle Alternative zum Auto zu ermöglichen. Das Projekt ist zwar noch nicht vollkommen in die Tat umgesetzt, dennoch denke ich, dass nach einer gewissen „Eingewöhnungszeit“ die Fahrräder gut von den Lehrern angenommen und auch häufig von ihnen genutzt werden. Dennoch ist es nicht einfach, solch ein Projekt auf die Beine zu stellen und alle Einzelheiten genau zu bedenken. Ich habe jedoch schon einige positive Rückmeldungen mancher Lehrer erhalten, was mich dazu anspornt, dieses tolle Projekt fertig zu stellen. Denn die Welt braucht Menschen, die sich für ihre Interessen einsetzen und etwas tun, wenn ihnen etwas nicht gefällt.

 

Zum Schluss möchte ich nun noch einmal auf meine Fragestellung vom Anfang zurückkommen. Ich wollte in meiner Facharbeit herausfinden, ob die Samtgemeinde Tarmstedt als ein Vorreiter oder gar ein Leuchtturm für Andere in Sachen Umwelt- und Klimaschutz dienen kann. Ich kam zu dem Schluss, dass diese Region sehr wohl ein Leitmotiv für Andere darstellen kann. Es werden erneuerbare Energien wie die Windkraft, Photovoltaik und die Technik der Biogasanlage verwendet und gefördert. Durch dessen Nutzung wird zum einen die Umwelt entlastet und zum Anderen auch Kosten gespart. Die Samtgemeinde hat sich zum Ziel gesetzt, zukünftig energieautark zu sein. Auch wird unterstützt von dem herkömmlichen Verbrennungsmotor auf den CO2 -freien Elektromotor umzusteigen. Mitfahrgelegenheiten wie die Mitfahrerbänke oder das Car-Sharing werden ebenfalls von der SG weiterentwickelt. Solche Projekte, wie das geplante Fahrradprojekt „Umweltfreundlich mit dem Fahrrad“ für die Schule KSG und OS Tarmstedt sind Wegbereiter für einen nachhaltigen Klimaschutz.

Die Menschheit muss sich darüber im Klaren sein, dass nur wir gemeinsam als Gruppe mehr bewegen können. „Gemeinsam sind wir stark“. So lautet die Theorie des Hirnforschers Gerald Hüther. Nur wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen und für die erneuerbaren Energien und die Verbesserung der Umwelt einstehen, kann der nachhaltige Klimaschutz als ein fester Bestandteil unserer Erde gelten.

Zum Schluss würde ich gerne auf einen Liedtext verweisen: „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist, es wäre nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“ Er stammt von der Band „Die Ärzte“ aus dem Lied „Deine Schuld“. 

Vielen Dank, dass Sie sich diesen Text durchgelesen haben. Ich hoffe, er hat Ihnen gefallen und Sie zum Nachdenken angeregt.

Liebe Grüße

Neele Wesseloh

 

Wie fährt die Zukunft?


Ich wollt nen Flitzer, du Caravan
Jetzt fahren wir Bahn […]
Denn das Geheimnis unseres Glücks
Sind keine Kniffe, keine Tricks
Man muss halt nur zu leben wissen
Mit Kompromissen
Vollkommenes Glück hält ewig an
Nur wenn man drauf verzichten kann
Man muss halt nur zu leben wissen
Mit Kompromissen

(Roger Cicero – Kompromiss)

Genauso wie in diesem Songtexte verhält es sich auch im richtigen Leben. Die perfekte Lösung gibt es meistens nicht, es bleibt ein Mittelweg oder die Wahl des geringeren Übels. Auch in der Frage der Mobilität!

Diesel oder Benziner, Elektroauto, Fahrrad, ÖPNV, Carsharing, Mitfahren oder per Pedes – die Möglichkeiten sind so vielfältig… Das Wichtigste ist erst einmal, dass man sich überhaupt Gedanken zu dem Thema macht! Und nicht etwas so macht, weil man es eben immer so gemacht hat. 

Diesel produzieren weniger schädliches CO2 als Benziner, aber dafür mehr Stickoxide. Bei der Herstellung von Elektroautos bzw. deren Batterien werden viele Ressourcen benötigt und um umweltfreundlich zu fahren, müssen sie mit Strom geladen werden, der aus erneuerbaren Energiequellen stammt (SZ – Wie umweltfreundlich sind Diesel-Alternativen, ZEIT – Wenn möglich, bitte wenden). Die Anzahl der Autos und damit verbunden der Platz, den sie benötigen, ist ein großes Problem. In den Städten mehr als in ländlichen Gebieten. In den Städten ist meist ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz vorhanden. Die Entfernungen, die überwunden werden müssen, lassen sich auch gut mit dem Rad fahren. Im Winter oder bei schlechtem Wetter tut man es nur meistens nicht gern.

Auf dem Land pendeln viele Menschen in die Städte zu ihrem Arbeitsplatz. Die meisten nutzen dafür ein Auto. Der ÖPNV wäre oft mehr als ausbaufähig. Die Überlegung für den Arbeitsweg ein Pedelec zu nutzen, habe ich gerade im Bekanntenkreis gehört. Fahrgemeinschaften zu bilden finde ich auch eine prima Idee. Kostengünstiger ist das allemal! Wenn man niemanden kennt, hilft eventuell eine Anfrage in einer Facebook-Ortsgruppe. Es gibt bereits Mitfahr-Apps oder Portale, aber dort finden sich meist Angebote / Gesuche für einmalige längere Strecken. Eventuell wird eine Mitfahr-App in meiner Nachbargemeinde Tarmstedt aufgebaut, das war jedenfalls das Ergebnis der dort durchgeführten Mobilitätsstudie

Fast alle Leute nutzen ihr Auto nur für wenige Stunden am Tag. Da ist doch die ökonomisch beste Lösung, es mit anderen zu teilen. Mit Carsharing beispielsweise. Wenn ein Carsharingwagen fünf Autos ersetzt, kann viel eingespart werden. Platz + Kapitaleinsatz + Ressourcen bei der Herstellung + Emissionen. Wenn ein Elektroauto geteilt wird, ist die Herstellung im Endeffekt umweltschonender, als diejenige von mehreren Wagen mit Verbrennungsmotor. Die Klimaziele sind mit weniger Kfz auf den Straßen leichter zu erreichen. Die Diesel-Stinker, die dann noch unterwegs sind, verursachen zwar immer noch schädliche Abgase, aber der Gesamtausstoß ist niedriger als bisher!

Ich denke schon, das die Zukunft elektrisch fährt. Aber eben nicht als Individualverkehr, d.h. jedem sein eigenes Auto wie bisher! Es gilt die vielen Mobilitätsmöglichkeiten intelligent miteinander zu vernetzen. Und nach dem Motto „weniger ist mehr“ zu verfahren. Außer bei den erneuerbaren Energiequellen. Da müssen die veralteten Netzleitungen erneuert und überhaupt besser ausgebaut werden, damit wir mehr Wind- und Sonnenenergie nutzen können. Dafür könnten die Batterien der Elektroautos sogar als Zwischenspeicher dienen (Lesetipp: Claudia Kemfert – Kampf um Strom). 

Das Buch auf dem Foto ist ganz neu in meinem Bücherschrank (und selbst gekauft!). Ich habe es noch nicht gelesen, aber hier ist schon mal ein kleiner Ausblick. 

Kleines Lade-Wiki

 

Bisher bin ich noch nicht so oft mit dem Stromer gefahren und geladen habe ich ihn dann an seinem Standort in Tarmstedt – dort gibt es eine CSS-Schnellladesäule und einen 22 kW-Lader. An der CSS-Säule lädt es dann halt schnell (ca. 80% Akkustand in 30 min) im Gegensatz zum Schnarchlader. Eigentlich ganz einfach. Dass man nicht immer am Schnelllader hängen sollte, um den Akku zu schonen, leuchtet mir auch noch ein. Aber jetzt habe in OHZ einen Tripple-Lader gesehen. Wenn ich z.B. mal eine Tour an den Nordseestrand machen möchte, wäre dort eine gute Zwischenstation für mich, um nicht auf den letzten Elektronen nach Hause reiten zu müssen.

 

Aber worin liegen eigentlich die Unterschiede der verschiedenen Anschlüsse? Ein klein wenig erinnert mich das Ganze ja an die Anfangszeiten der Handys. Da hatte jeder Hersteller seinen eigenen Anschluss. Mittlerweile hat sich dabei Mini-USB etabliert, die einzige Ausnahme ist Apple. Ach ja – auf Elektroautos bezogen wäre das dann Tesla. 😉

 

Von der EU wurde der Typ-2-Stecker als Standard-Ladesteckverbindung festgeschrieben. Als Standard für das Schnellladen wird in der EU das Combined Charging System (CCS) eingeführt und in Deutschland von Wirtschaft und Politik gefördert. Andere in Europa verbreitete Schnellladesysteme sind der aus Japan kommende CHAdeMO-Standard und das von Tesla Motors betriebene Tesla Supercharger-System. (Quelle: Wikipedia)

 

 

Dann jetzt mal etwas „Technik für Dummies“:

 

  • Typ 2 Stecker

Als Standard festgelegt für Wechsel- (AC) und Gleichstrom (DC), wird bei den folgenden Herstellern verbaut: Audi, BMW, Mercedes-Benz, Renault, Smart, Tesla, VW und Volvo.

 

  • CSS Stecker

Eine Kombination aus Typ 2 mit einem zusätzlichen Adapter für die Schnelllademöglichkeit, arbeitet mit Gleichstrom (DC). Serienmäßig bei Hyundai und Opel, als Sonderausstattung für BMW und VW.

 

  • CHAdeMO Stecker

Ein in Japan entwickeltes Schnellladesystem, ebenfalls Gleichstrom (DC), üblich bei den folgenden Herstellern: Citroen, Kia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Subaru und Toyota.

 

Tesla nutzt das Typ 2 System, ermöglicht aber auch ein Schnellladen (Gleichstrom – DC) an seinen Superchargern. Diese können von Fahrzeugen anderer Hersteller nicht genutzt werden.

 

Wenn man seinen Stromer nicht nur über Nacht laden möchte, sondern auch Schnelllademöglichkeiten nutzen will, bieten einige Hersteller den benötigten Anschluss nur als Sonderausstattung an. Das finde ich nicht kundenorientiert, es sollte vielmehr allgemeingültiger Standard sein! Auf jeden Fall wird noch ein zweites Ladekabel benötigt, welches dann im Kofferraum lagert und Platz wegnimmt. Hier sollte eine geeignete Lagermöglichkeit geschaffen werden. Eigentlich müsste durch den Wegfall von Getriebe & Co. genügend Platz unter der Motorhaube sein…

 

Die verschiedenen Abrechnungssysteme / Karten habe ich bewusst außer Acht gelassen. Leider wirken die mannigfaltigen Möglichkeiten eher abschreckend. Toll wäre eine Art Mobi-Card, mit der sich die einzelnen Abrechnungen verschiedener Ladesäulenbetreiber bündeln lassen! Kann das bitte mal jemand erfinden?!

 

Auf dem Foto ist eine Ladesäule mit Typ 2 (AC)-, CSS (DC)- und CHAdeMO (DC)-Anschlüssen zu sehen. Der Standort ist Maribondo, Bahnhofstr. 24-28 in 27711 OHZ. Eine genaue Info gibt es bei goingelectric

Auf leisen Reifen

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Eines der Dinge, die mich an der Elektromobilität faszinieren, ist ja das lautlose Fahren. Gut, bei höherer Geschwindigkeit kommt natürlich das Abrollgeräusch der Reifen hinzu, aber es ist doch wesentlich geräuschärmer im Vergleich zu den Verbrennungsmotoren. In einem Forum kam jüngst eine Diskussion darüber auf, das dieses Fußgängern, speziell Kindern gegenüber ziemlich gefährlich sein könnte.

Hersteller bieten einen sogenannten eSound als Sonderausstattung für ihre Fahrzeuge an, bzw. ab 01.07.2020 wird es gesetzlich verpflichtend. Siehe auch diesen Artikel in der ZEIT. Keine Ahnung, wie das dann klingt…

Ich denke, nicht allein das Geräusch oder aber das Fehlen ebendieses macht die Gefährlichkeit eines Autos aus, sondern die FAHRWEISE des Menschen am Steuer! Ich lasse mich lieber geräuschlos mit genügend Abstand überholen, als von einer dröhnenden Karre geschnitten zu werden! Da nützt mir das Geräusch nämlich auch nix…

Man sollte im Straßenverkehr alle Sinne benutzen, insbesondere die Augen! Vorher gucken, ob ein Auto (oder ein Radfahrer, die machen nämlich auch keine Geräusche!) kommt und nicht einfach loslaufen. In Shared Space Zonen sollten alle Verkehrsteilnehmer aufeinander Rücksicht nehmen. Viel gefährlicher als die leisen Elektroautos halte ich die Leute, die mit Musikstöpseln im Ohr und Blick auf dem Handy unterwegs sind. Die kriegen wirklich nichts mit; auch nicht, wenn ein V8-Motor heranprescht!

Dem Motorensound kann ich nichts abgewinnen – Lärm macht krank! Und kann bitte mal jemand einen Aufsitzrasenmäher mit Elektromotor erfinden? Kein Nachmittag im Garten, wo nicht irgendwo so ein Ding am Röhren ist…

(Foto: Kai-Uwe Knoth)

 

Gewinnspiel


Moin Leute, die Freunde der e-Carsharing Gruppe haben ein tolles (Reise-)päckchen geschnürt und das möchte ich gerne weiterverbreiten… Ganz nach dem Motto „sharing is caring“:

Es geht um die e-mobile Landpartie, ein Erlebnis- und Wohlfühl-Wochenende in der Samtgemeinde Tarmstedt. Dazu gehört eine familiäre gemütliche Unterkunft und verschiedene regionale Angebote (Malkurs, Kutsche oder eBike fahren bis hin zum Yoga – für jeden was dabei) die sich individuell zusammenstellen lassen. Bei der e-mobilen Landpartie kann man ganz entspannt eMobilität ausprobieren. Denn zum Angebot gehört auch die Nutzung eines neuen eGolfs (300 km Normreichweite, in der Praxis ca. 220 km)!

Zu diesem wirklichen tollen Projekt gibt es jetzt ein Gewinnspiel auf der Facebookseite der e-Carsharing Gruppe. Verlost wird ein Wochenende für zwei Personen! Die Reisediele arrangiert die e-mobile Landpartie vom 8. – 10. September 2017 für die Gewinner. Die Anreise erfolgt in eigener Regie, es besteht die Möglichkeit einer Abholung ab Bahnhof Ottersberg oder Busbahnhof Tarmstedt.

Die Frage lautet: Wo wird die e-mobile Landpartie angeboten?

a) auf dem nördlichen Mars
b) in der Samtgemeinde Tarmstedt
oder c) in den Arterien des Ameisenbärs

Teilnahmebedingungen: Um an der Verlosung teilzunehmen bitte:

1.) Facebookseite „e-Carsharing Gruppe SG Tarmstedt“ ein „gefällt mir“ geben 👍
2.) den Post teilen und
3.) die Lösung der Gewinnfrage als Kommentar eingeben.

Aber auch diejenigen, die keinen Facebookaccount haben, können natürlich mitmachen: Eine E-Mail mit der Lösung an info@reisediele.de genügt.

Viel Glück!
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Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahren mit einem gültigen PKW-Führerschein.
Der Teilnahmeschluss für das Gewinnspiel ist der 1. August, die Verlosung erfolgt am 8. August 2017 mit anschließender Gewinnerbekanntgabe auf der Facebookseite bzw. per E-Mail. Der Preis wird zur Verfügung gestellt vom Autohaus Warncke, Tarmstedt.

Der/die Gewinner*in ist mit einer anschließenden Berichterstattung in der lokalen Presse / Social Media einverstanden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

(Foto: Autohaus Warncke)