Mal schauen, was ‚Draußen‘ so los ist…

Es wird Frühling. Das merkt man schon daran,dass allerorten Fahrradmessen stattfinden. Nach Osnabrück habe ich es nicht geschafft, zur Berliner Fahrradschau leider auch nicht (wird für 2018 fest eingeplant!), aber der Termin in Bremen ist immer fest gesetzt. Leider gibt es für eine Radmesse, bei der man ja davon ausgehen kann, dass deren Klientel mit dem Rad kommt, nicht ausreichend genug Fahrradstellplätze / Möglichkeiten das Rad anzuschließen. 

(Foto: Mit dieser Schönheit habe ich noch einiges vor😉)

Warum eine Messe, die in einer Halle stattfindet, den Namen ‚Draußen‘ trägt, erschließt sich auch nicht sofort. Ich fand die alte Bezeichnung Rad+Outdoor ja sinniger. Aber gut. Ein herzlicher Dank an den TORFKURIER, bei dessen Preisausschreiben ich mein Ticket gewonnen hatte! Den üblichen Preis für ein Ticket in Höhe von 9,-€ finde ich ziemlich happig. Es gibt allerdings genügend Möglichkeiten, sich ein vergünstigtes Ticket für 6,-€ zu ergattern.

(Foto: Cargobike für das urban stylische Kind)

Im Eingangsbereich warteten zahlreiche Tourismusstände auf Radurlauber, bzw. solche, die es werden möchten. Im eigentlichen Fahrradbereich lag der Fokus klar auf Elektrorädern. Lastenräder waren auch gut vertreten, egal ob mit Unterstützung, Kindersitzen oder als fahrender Bierausschank. Mir gefiel das Coffeebike ebenso wie der Kaffeestand beim Kulturbereich mit der Jurte. Wunderschöne alte Stahlrennräder sowie Trikots und Mützen (vergilbt mit Originalschweiss) konnten bestaunt werden. Außer Klamotten und Zubehör gab es gerade für die Rennradler etwas Spezielles: einen Stand, dessen Angebot die dauerhafte Haarentfernung war…

(Foto: eine fantastische Sammlung, Kristoffer!)

Im BMX und Skaterbereich ging es dafür deutlich lauter und hektischer zu. Ich entkam nur knapp einem Hörsturz, aber dafür waren hier auch die Stände mit den geilsten Klamotten. Kleine Label, viel nachhaltiges und upcycled. Gürtel und Portemonnaies aus alten Fahrradreifen etwa, megacoole Radrucksäcke aus Plane oder Teichfolie. Und die Radheldin kauft sich erstmal ’ne Mütze. Wird ja Frühling, schon klar…

In den weiteren Bereichen präsentierten sich die verschiedensten Sportarten, bzw. das Zubehör, was dafür benötigt wird: ob Surfen, Skaten, Tauchen, Bogenschießen, Parkour oder Kistenturmklettern, so gut wie nichts, was nicht vertreten war. Im Surfbereich sah ich einen als Wohnmobil modifizierten VW Bulli und dachte nur wow, da passen ja massig Fahrräder rein!

(
Foto: Die Sinnhaftigkeit eines Automobiles lässt sich nur anhand der Transportkapazitäten für Fahrräder erklären!)

In einer Halle auf einmal starker Essensgeruch und eine megalange Schlange. Aha – ein Hersteller verteilte kostenlose Pizzaburger. Der Veganerin in mir wurde schon mal schlecht… Ich konnte einen Blick in das Innere des Lastwagens, wo eine komplette industrielle Großküche drin war, erhaschen. Es wurde gerade eine ganze Palette mit Kartons voller Pizzen abgepackt. Nee, da hole ich mir lieber was zu Essen bei einem Stand, wo es nicht so fabrikmäßig zugeht.

(Foto: Kaffee muss sein!)

Also insgesamt sehr viel zu gucken, der eigentliche Fahrradbereich könnte noch ein paar Exoten / kleinere Hersteller und gerne noch mehr Bikekultur vertragen. Es macht immer wieder Spaß Leute zu treffen, die man sonst nur auf dem Rad sieht bzw. die den gleichen „Hau“ haben, wie man selbst! 

(Foto: Cargobike für Familientouren)

Als Radpendler unterwegs 


Jupp, nun bekommt Bremen also ein Fahrrad-Modellquartier. In der Neustadt – einem Stadtteil, indem ich eher selten unterwegs bin. Ich finde das ein spannendes Projekt! Bremen bewegt sich also in Richtung Copenhagen, der Vorbildstadt für alle Radler. Klar, den Autofahrenden gefällt es natürlich nicht! Aber um die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen muss der Autoverkehr einfach weniger werden. Die Leute, die aufs Land gezogen sind und in der Stadt arbeiten, haben diesen Schritt ja meist um der besseren Luft, der Ruhe, dem Platzangebot getan. Als Pionier aufs Land zieht man eher nicht der Kulturangebote, der Kneipenszene und begrenzten Einkaufsmöglichkeiten wegen…

Berufspendler können Park&Ride nutzen, um die letzten Kilometer mit dem ÖPNV zurückzulegen. Dann hat man keine Parkprobleme und kommt auch wesentlich entspannter am Arbeitsplatz an. Obwohl man mitunter schon grenzwertige Begegnungen mit skurrilen Mitmenschen in Bus und Bahn haben kann… Heute z.B. wäre ich doch lieber im nicht motorisierten Individualverkehr unterwegs gewesen. 

Dafür fehlt es aber noch an Radwegen, die Pendlerströme aufnehmen können. Wer schon mal morgens zu den Stoßzeiten auf dem Jan-Reiners-Weg unterwegs war, weiß wovon ich schreibe. Also breit genug müssen die Wege sein, damit man gefahrlos überholen kann und auch Radler mit Lastenrad oder Anhängern sicher fahren können. Gut asphaltiert sowieso, keine Schlaglöcher oder von Wurzeln hochgedrückte Pflastersteine. In den Abendstunden wäre eine gute Beleuchtung auch schön. Und bitte getrennt vom Autoverkehr, damit der schöne neue Weg nicht als Parkspur oder zweite Fahrbahn genutzt wird! Wenn die Autofahrer sehen, wie fix die Radpendler ans Ziel kommen, überlegt sich ja vielleicht der/die ein oder andere auf das Rad umzusteigen!

Imagine*
Stellt Euch mal vor, der Jan-Reiners-Weg wäre so, wie eben beschrieben und würde nicht in Lilienthal enden, sondern gut ausgebaut über Grasberg, Tarmstedt und die Timkedörfer bis nach Zeven führen… Für Einpendler mit e-Unterstützung ist diese Entfernung gut zu schaffen. Also, ich hätte Lust darauf!

Artikel aus der ZEIT über Radschnellwege für Berufspendler und noch einer aus dem Spiegel.

Schwert, Schild und Fahrrad

… so heisst ein Song von einer meiner Lieblingsgruppen – Element of Crime. Dies erinnert etwas an den gegen die Windmühlen kämpfenden Don Quijote. Aber als so ganz aussichtslos schätze ich den Kampf für ein Umdenken der Mobilität nicht ein! Es gibt immer mehr idealistische Leute mit Ideen, die andere inspirieren, so dass die Bewegung in Fahrt kommt (Mobilität halt ;)). Wenn man es dann schafft, dass darüber berichtet wird, fühlen sich andere vermeintliche Einzelkämpfer in ihrem Tun bestärkt und ermutigt.

Leute, die kreuz oder auch mal quer denken sind wichtig für unsere Gesellschaft! Das freie Denken darf von niemanden eingeschränkt werden. Gewisse populistische Strömungen machen mir echt Angst! Viele Erneuerungen sollen gestoppt, Errungenschaften rückgängig gemacht werden. Da soll z. B. der Radwegebau eingeschränkt werden, damit Mutti sich nicht allzuweit von KKK (Küche, Kinder, Kirche) entfernen kann. Der Radius der persönlichen Freiheit der Frau ohne Zweitwagen wird somit auf die fußläufige Beweglichkeit reduziert. Prima dagegen finde ich diese kirchliche Initiative, die besonders Hausfrauen zum Carsharing einlädt.

Ähnlich sieht es mit den Geflüchteten aus: Auch sie sind auf Mobilität angewiesen – insbesondere, wenn sie irgendwo auf dem Lande gelandet sind. In den Städten sind die vielen Behördengänge, Besuche von Deutschkursen etc. leichter zu organisieren. Wenn man dagegen auf den ländlichen ÖPNV angewiesen ist, wird es schwierig. Glück haben diejenigen, bei denen es das Angebot eines Bürgerbusses gibt. Kein Wunder, dass viele Familien lieber in Ballungszentren ziehen möchten. Aber mit der Akzeptanz und Aufnahme der Geflüchteten hätten viele Dörfer die Chance der Überalterung und Landflucht zu entgehen.

Zum Glück gibt es Initiativen, die z.B. Fahrräder mit UND für Flüchtlinge instandsetzen; Integration und Mobilität gleichermaßen. Nicht nur in Bremen kann man Räder und Ersatzteile spenden. Am besten einfach mal die Flüchtlingshelfer vor Ort ansprechen.

Wer sich selbst bewegt, egal ob zu Fuß oder mit dem Rad, macht sich den Kopf frei. Durch die Bewegung wird das Gehirn gewissermaßen auf Reset gesetzt. So schließt sich der Kreis von Mobilität und freiem Denken…

Video „Laufen macht den Kopf frei“ von der Tagesschau

Das Foto oben zeigt mal eine andere Möglichkeit sein Fahrrad anzuschließen ☺

Haben oder Teilen?

  Einige Gedanken zum sharen von Autos und anderem

Mittlerweile empfinde ich ein Auto nicht mehr als Statussymbol, sondern als Gebrauchsgegenstand. Es spricht nichts dagegen, ihn mit anderen zu teilen, solange er im Originalzustand, nicht kaputt oder verdreckt, zurückkommt. Bei anderen Gebrauchsgegenständen greift da manchmal der persönlichen Effekt, d. h. meine Zahnbürste teile ich mit absolut NIEMANDEN! Etwas wie ein Lastenrad würde ich allerdings teilen. Es ist ebenfalls zu teuer, um es ungenutzt herumstehen zu lassen. Gleichzeitig dient es als Multiplikator und kann man andere Menschen für das Radfahren begeistern!

Bei einem Elektrowagen herrscht übrigens auch „Arbeitsteilung„: Die beiden Pedale sharen sich die Aufgaben „bremsen“ und „beschleunigen“ (Strom geben). Denn es sind Automaticwagen, die vielleicht in Zukunft ganz autonom unterwegs sind. Strompedal – tolles Wort! 😃 Sich von einem Schaltgetriebe auf einen Automaticwagen umzustellen geht übrigens sehr leicht und schnell! Wenn man sich nicht mehr mit dem lästigen Schalten herumplagen muss (gerade beim stop and go im Stadtverkehr) kann man sich auch mehr auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren. Indirekt dient es so der Verkehrssicherheit und minimiert das Unfallrisiko.

Die Rücksichtslosigkeit der stärkeren Verkehrsteilnehmer sehe ich auch als das größte Hindernis für den shared space. Die Schwächeren trauen sich nicht ihr Anrecht auf gemeinsam genutzten Platz durchzusetzen. Hier könnte das autonome Fahren regulierend eingreifen. Ein Roboter entwickelt keinen Egoismus, wenn er nicht entsprechend programmiert wurde. Und er fordert auch keine eingebaute Vorfahrt heraus, nur weil er am Kühler einen Stern trägt!

Ist es eigentlich sinnvoll, in einer Welt mit begrenzten Mitteln und endlichen Resourssen alle möglichen Dinge zu besitzen? Wäre es nicht besser, sie mit anderen zu teilen? Als Beispiel dient die berühmte Bohrmaschine, die ein Normalnutzer im Leben insgesamt nur 13 Minuten (Quelle: brandeins Magazin) lang in Betrieb hat. Dieses recht teure Gerät liegt also die meiste Zeit ungenutzt herum und verbraucht auch noch Platz. Warum also kaufen? Es ist absolut ausreichend, es für den Einsatz auszuleihen. 

Bei der Mobilität ist es ähnlich. Ein Auto steht ebenfalls viele Stunden am Tag ungenutzt herum. Es verkörpert dabei gerade das Gegenteil von Mobilität und stellt sich als Immobilie dar! So unglaublich viel Platz wird verschwendet an herumstehende Autos: Garagen und Carports auf den Grundstücken, Fuß- und Fahrradwege entlang der Straßen in den Städten. Aber auch auf den Dörfern wird der Wagen oft acht- und rücksichtslos gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern irgendwo abgestellt.

Share & care – In einer Welt mit endlichen Ressourcen muss sich das Besitzdenken ändern. Man braucht nicht einfach alles kaufen, was zu haben ist. Wir müssen einfach weg vom Konsumismus, um unseren Kids noch eine Welt zu hinterlassen, in der man leben kann und möchte! Das „Sein“ ist wichtiger als „Haben“!

Ein paar Gedanken zu Pedelecs

  
Da liest man in der letzten Zeit immer öfter über die hohe Unfallgefahr für e-Bikes. Ist da was dran? Und woran liegt es? 

Eigentlich sind im Straßenverkehr viel mehr Pedelecs als e-Bikes unterwegs. Fahrräder mit elektrischer Unterstützung werden im Sprachgebrauch als e-Bikes bezeichnet, aber eigentlich handelt es sich um Pedelecs. Die Unterscheidung zwischen beiden besteht hauptsächlich in der erreichbaren Geschwindigkeit (Pedelec: Tretunterstützung bis max. 25 km/h, e-Bike: bis 45 km/h). Ein Pedelec ist also mit einem schnellen Radfahrer gleichzusetzen und ein e-Bike mit einem Moped. Das Fahrverhalten des Rades verändert sich natürlich mit der gefahrenen Geschwindigkeit. Beispielsweise die Fliehkraft beim Kurvenfahren oder der Bremsweg.

Aber liegt die Unfallhäufigkeit eher an den Pedelecnutzern oder an den anderen Verkehrsteilnehmern? Ich glaube nicht, dass mit Elektrounterstützung mehr Kamikazefahrer unterwegs sind. Ein gewisser Anteil von Verkehrsteilnehmern fährt unvorsichtig und rücksichtslos, egal ob mit dem Auto oder dem Rad. Das ist eher eine Problematik der Persönlichkeit und nicht des genutzten Verkehrsmittels (Idioten gibt es überall ;)).

Es den Pedelecfahrern anzukreiden, dass die Autofahrer deren Geschwindigkeit falsch einschätzen, macht mich echt wütend! 👿 Ein Autofahrer macht einen Fehler – und wer hat schuld: Der Radfahrer natürlich… Das kann ja wohl nicht sein! Wenn man etwas schlecht einschätzen kann, dann muss man halt warten und im Zweifelsfall zweimal gucken. Der Stärkere muss doch Rücksicht auf den Schwächeren nehmen und nicht etwa umgekehrt! Als Radfahrer habe ich nun mal nicht 2 t Stahl als Schutzpanzer um mich umzu, da bin ich eh in der Denfensive. Und mal ’ne andere Frage: die Geschwindigkeit von Mofas schätzen Autofahrer doch auch meistens korrekt ein, oder?

Das Problem mit der Rücksichtnahme sehe ich auch als Hindernis beim Shared Space. Von der Idee her finde ich es gut, die Straße unter allen Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt zu teilen. Dann kommt auch z.B. nicht die Frage auf, für wen jetzt welche Ampel eigentlich gilt und für wen nicht… Andererseits würde ich mich von Autos oder mehr noch von LKW oder Bussen bedrängt fühlen. Oder Monstertreckern mit Arbeitsmaschinen hintendran… Ich bin schon relativ abgebrüht und fahre oft auf der Straße (weil kein Radweg oder nur ein sehr schlechter / schmaler zur Verfügung steht). Trotzdem gibt es da so gewisse Angstmomente. Menschen, die nicht oft mit dem Rad unterwegs sind oder Eltern mit Kindern können sich leicht überfordert fühlen und dann lieber gar nicht mit dem Rad fahren. Shared Space nur mit Tempolimit und genügend Abstand!

Ein Pedelec würde ich auf jeden Fall beim Fachhandel kaufen und nicht im Netz oder beim Baumarkt. Ganz wichtig ist es, damit Probe zufahren. Nicht nur eine kleine Runde im Kreis. Wenn Senioren sich eines anschaffen, um mobil zu bleiben, finde ich das generell gut. Von den Familienangehörigen würde ich mir wünschen, dass sie mal zu Anfang eine Tour begleiten, um sich ein Bild zu machen. Vielleicht können sie ja auch zur Benutzung eines Helmes gut zureden… Und wenn es mit der Reaktionsfähigkeit, der Seh- und / oder Hörstärke nicht mehr gut bestellt ist, dann ist das Fahren mit dem Pedelec vielleicht wirklich gefährlich. In diesem Falle ist gerade für Senioren davon abzuraten.

Wer jetzt einmal ganz in Ruhe ein Pedelec oder Liegefahrrad ausprobieren möchte, kann das im Rahmen der e-mobilen Landpartie, dem neuen Wellnesswochenende in Tarmstedt tun. Außerdem beinhaltet das Angebot noch einen eGolf zum ausgiebigen Testen.

Bekenntnisse einer Quartalsläuferin

  
 
Quartalsläuferin…, diesen Begriff habe ich mir von Caro ausgeborgt. Die Definition ist folgendermaßen: „Als Quartalsläuferin laufe ich ein paar Wochen einigermaßen regelmäßig, um mich dann etwa drei Monate davon zu erholen 😉 Mit dem Ergebnis, dass ich immer wieder von vorne anfange 😂“ So ähnlich ist es bei mir auch, für mich ist Laufen mein Winterausgleichssport, wenn das Wetter zu schlecht fürs Radfahren ist und weil es immer so früh dunkel wird. Im Sommer laufe ich eher selten, eigentlich nur, wenn ich sonst keine Zeit für Sport finde. Ach und den Wilstedter Nachtlauf, weil der einfach geil ist! Wer ihn nicht kennt, das MUSS man einfach mal mitmachen! Super Stimmung, viel Publikum an der Stecke, gute Musik – einfach ein tolles Event!

Aber jetzt ist ja kein Sommer (leider). Und nach einem erfolgreichen Silvesterlauf in Fischerhude (1:00:04 😍😇😎) habe ich mich wie angekündigt für die AOK Winterlaufserie in Bremen angemeldet. Nicht bedacht habe ich allerdings, dass nur eine gute Woche zwischen den beiden Läufen lag und so bin ich nur zweimal zum Trainieren gekommen. Aber egal, Hauptsache dabei sein! Alleine Laufen ist langweilig und die Strecke in Adolphsdorf nicht wirklich abwechslungsreich… Auf nach Bremen! Zum Glück war das Glatteis auf der Straße weg.

Beim Start am Markusbrunnen konnte man sich mit Kaffee, Tee und Kuchen versorgen. Es gab auch beheizte Zelte zum Umziehen. Gut zu wissen, ich bin sonst oft zu warm angezogen, weil mir vorher immer so kalt ist. Beim nächsten Lauf lasse ich die Jacke und warme Klamotten einfach dort. Beim Laufen ist es ähnlich wie beim Radfahren: Wenn man beim Start leicht (!) fröstelt, ist man genau richtig angezogen. 

Die Strecke wurde zwar mit Sand und Splitt abgestreut, auf den ersten ein, zwei Kilometern fand ich sie trotzdem glatt. Später habe ich mich vielleicht dran gewöhnt gehabt (oder die schnelleren Läufer haben das Eis „weggelaufen“)… Bei der ersten Runde hatte ich die ganze Zeit nur das Gefühl überholt zu werden. Egal – weiterlaufen! Wie langsam ich auch bin, ich bin auf alle Fälle schneller als jeder, der nicht vom Sofa hochkommt! 

Mit meiner Zeit (1:07:24) war ich dieses Mal nicht zufrieden, aber andererseits muss man sich auch steigern können. Ich freue mich auf den zweiten Lauf im Februar! Vorher gibt es noch Spinning in meinem Studio und ein Spinning-Duathlon mit Bernd Rennies. Darauf bin ich auch total gespannt! Sport zu machen, heißt für mich die Komfortzone auch mal zu verlassen und die Grenzen auszutesten. Nicht immer natürlich, aber ab & zu.

Radfahren macht reich und glücklich…

  
Neulich bekam ich den Hinweis auf eine App namens „Radbonus„, mit der man sich Rabatte und Prämien erradeln kann. Soweit, so gut. Ich fahre ja nicht mit einem Garmin, sondern mit Runtastic. Diese App zeichnet diverse verschiedene Sportarten auf und man erhält einem ganz guten Überblick über die monatlichen / jährlichen Aktivitäten.

Nach einem kurzen Check der Homepage lud ich mir die App herunter. Positiv aufgefallen ist, dass kein Zugriff auf Kontakte, Dateien, Kamera etc. gefordert wurde. Nur auf GPS, aber dieses wird schließlich für die km Aufzeichnung benötigt. Erklärungen gibt es keine, man kann aber auch nur auf Start drücken, also sehr bedienerfreundlich 🙂 Leider wird nur die Strecke aufgezeichnet und nicht die dafür benötigte Zeit. Also lasse ich Runtastic weiterhin mitlaufen. Und jetzt zeigt sich schnell, dass das GPS Tracking wohl ungenau ist. Keine gefahrene Strecke weist die gleiche km Zahl am Schluss aus! Allerdings wertet „Radbonus“ mir zum Vorteil, d.h. eine längere als die tatsächlich gefahrene Strecke.

An den Adventswochenenden standen verschiedene Challenges an: Man musste in einem bestimmten Zeitraum 50 km fahren, um an einer Verlosung teilzunehmen. Ganz übel: Bei meiner ersten Challenge zeichnete die App zwar auf, addierte die km des letzten Tages aber nicht zur Gesamtzahl. Ergo kam ich nicht zur Teilnahme. Mein Post auf der fb Seite von „Radbonus“ blieb ohne Reaktion. Das Problem des Nichtaufzeichnens gab es danach noch öfters. Nach dem Start wurde mir sofort ein gutes Gelingen bescheinigt und ich konnte die App nicht zum Laufen bekommen. 

Fazit: Ich lasse es weiterhin mitlaufen, wenn es nicht sofort wieder herausspringt. Den für 3.000 gefahrene km ausgelobten 20,-€ Gutschein haben sich 2016 zu viele Radfahrer geschnappt 🙂 Daher wird dieses tolle Angebot, welches mich gleich für „Radbonus“ eingenommen hatte, in eine weitere Verlosung umgewandelt. Schade! Die anderen Rabatte sind z.Zt. nicht interessant für mich. Generell halte ich die App schon für eine gute Idee, um Leute aufs Rad zu bringen. Wir sind doch im Inneren unseres Herzens immer noch Jäger & Sammler… Die Technik ist allerdings noch verbesserungswürdig! Die App muss störungsfrei aufzeichnen. Der Zeitraum von Challenges muss sorgfältiger eingepflegt werden. Eine Aufzeichnung der für die Strecke benötigten Zeit wäre schön oder gleich eine Verknüpfung mit Runtastic. Auch an den Prämien könnte man noch arbeiten.

Radfahren macht glücklich, dass stimmt allemal! Reich macht es auch, aber nicht monetär mittels einer App, sondern auf andere Weise…!

(Grafik: Radbonus.com)

Weihnachtsgruß & Dank

  

  
Liebe Blogleser_innen,

da habt Ihr mir ein wunderbares Weihnachtsgeschenk gemacht! Dank Eures fleißigen Klickens ist die Radheldin bei der Wahl des Fahrradblogs 2016 auf Platz 3 in der Kategorie „Fahrradpolitik“ gelandet. In der Gesamtwertung hat es für einen respektablen Platz 21 gereicht. 

Ich war zunächst sprachlos und dann stellte sich so ein Dauergrinsen ein, welches ringsum den Kopf gegangen wäre, wenn… na meine Ohren dem nicht im Wege gestanden hätten 😉

Also hiermit: DANKE, DANKE, DANKE! Und allen ein schönes, erholsames, lustiges, harmonisches, stressfreies, besinnliches etc. etc. Weihnachtsfest!!! 🎄🎅🎁

Nutzt die freien Tage zum Radfahren oder Entdecken vieler anderer toller Blogs…

Besinnliches zur Weihnachtszeit…

   

Ich arbeite zwar nicht direkt an der Geschenkefront, aber doch auf Sichtweite der Massen. Geschäftliche Besorgungen arten zum Hindernislauf aus. Ab 11 Uhr ist in der Innenstadt alles voll, kein Durchkommen mehr, lange Schlangen überall und Horden von Menschen umlagern die Glühweinstände.

Ich sehe den Konsum zu Weihnachten eh kritisch. Viele lassen sich von der Panik noch schnell IRGENDETWAS zu besorgen, anstecken. Das kann doch eigentlich nicht der Sinn des Schenkens sein, oder? Ich möchte doch der beschenkten Person eine Freude machen, mit einer Sache, die vielleicht schon lange gewünscht wird und nicht wahllos etwas kaufen. Viel schöner ist es doch, Personen mit ZEIT zu beschenken. Ein gutes Gespräch ohne Hetze und Blick auf die Uhr oder etwas gemeinsam unternehmen – mit Geld nicht zu bezahlen und deshalb so kostbar. Lesenswertes über das Projekt „Zeit statt Zeug“ findet Ihr hier.

Nach einem Bad in der Menschenmenge der Innenstadt musste ich noch weiter zum nächsten Konsumtempel. Bin mit der Straßenbahn gefahren. Da sage noch einer, der ÖPNV ist nicht ausgelastet… Vor dem Einkaufszentrum stand ein interessantes Gefährt: ein Velotaxi. Das ist eine moderne Fahrradrikscha, in der hinten zwei Personen Platz haben. Nachdem ich meinen Einkauf abgeholt hatte, war ich froh der Einkaufshölle entronnen zu sein. Am Velotaxi-Stand hielt ich an. Der Service des Einkaufszentrums ist, Kunden mitsamt ihren Taschen durch das Taxi zu ihrem Auto auf dem Parkplatz bringen zu lassen. Ich sagte, dass ich mit der Bahn gekommen sei und fragte, ob der Shuttleservice mich auch zur Haltestelle bringen könnte. Ging leider nicht, aber dafür erhielt ich eine kleine Tour auf dem Gelände. Das hat Spaß gemacht und genügend Platz für Einkaufstaschen ist auch vorhanden. Der Fahrer sagte, dass viele Leute mitfahren, nicht wegen ihren Einkäufen, sondern auch um es einmal auszuprobieren, so wie ich. Schade nur, dass Menschen, die nachhaltig zu so einem Center gelangen, benachteiligt werden. Dieser Service wäre super auch für die Innenstadt. Da könnte das Citymarketing mal drüber nachdenken…

Auf jeden Fall war die Minitour mit dem Velotaxi meine heutige Ruheoase in Mitten von hektischen Einkaufswütigen. (Foto: Velotaxi Bremen)

Liebe Radler, gebt fein Acht…

  
Die Journalistin und Bloggerin Andrea Reidl schreibt in der ZEIT: „Radwege sind häufig zu schmal, in schlechtem Zustand oder enden unvermittelt. Infolgedessen entwickeln Radfahrer aller Altersklassen eine gewisse Kreativität, um ans Ziel zu kommen.“

Den ganzen Artikel lest Ihr hier. Die hiesigen Radwege sind nicht nur im Dunklen gefährlich… Da gibt es Buckelpisten mit von Baumwurzeln hochgedrückte Pflastersteinen und totaler Schieflage am Seitenrand (könnte das eventuell etwas mit auf dem Radweg fahrenden PKWs der Zeitungsausträger zu tun haben?). Von irgendwelchen Kuhlen, breiten Rissen etc. ganz zu schweigen. Da wird dann ein Schild „Radwegschäden“ aufgestellt und gut ist. Vielleicht braucht man hier ein MTB, um mit Freude am Straßenverkehr teilnehmen zu können?!

Besonders schön ist auch, wenn völlig unvermittelt der Radweg aufhört und da plötzlich eine Bordsteinkante auftaucht oder die beiden 90 Grad Kurven kurz vor Wilstedt… Ich habe schon oft gedacht, die Leute, die solche Wege planen und / oder bauen sitzen NIE im Sattel. 

In Worpswede fahre ich nur noch auf der Straße. Der Geh- und Radweg ist megaschmal, da können ja teilweise nicht einmal zwei Fußgänger nebeneinander laufen. Und es gab schon mehrere Situationen, in den ich beinahe angefahren worden wäre! Auf der Straße ärgern sich die Autofahrer zwar (obwohl eigentlich Tempo 30 Zone), aber immerhin SEHEN sie mich. Daran, dass so gut wie niemand beim Überholen einen Abstand von 1,50m einhält, habe ich mich schon gewöhnt.

Beleuchtung gibt es in den Außendörfern nur an den Bushaltestellen (aber immerhin…). Zum Glück habe ich mir eine leuchtstarke Akkulampe gekauft. Die wird auch von Autofahrern gesehen, so dass sie ihr Fernlicht abblenden. Im Dunkeln rechnet hier niemand mit Radfahrenden, außer wenn irgendwo Schützenfest ist…

Zum Thema Mit- bzw. Gegeneinander auf der Straße wird der Journalistin Charlotte Parnacks ein Preis verliehen. In dem wirklich lesenswerten Artikel heisst es u.a.: „Wer regelmäßig Auto fährt, muss alt sein und vom Dorf. Der Kampf Auto- gegen Fahrradfahrer ist zu einem Kampf der Lebensmodelle geworden, zu einem Kampf der Generationen.

Es gab Zeiten, während des Wirtschaftswunders, da galt das Fahrrad als Fortbewegungsmittel des armen Wichts, der sich kein Auto leisten konnte. Dann gab es Zeiten, da galt das Fahrrad als Fortbewegungsmittel des Ökos, der morgens mit Helmfrisur und mindestens einer vergessenen Fahrradklammer am Hosenbein ins Büro kam. Damals fuhr eine ganze Generation Golf und träumte davon, zwei Kinder zu haben, einen Labrador, ein Haus in der Vorstadt mit Vorgarten und Carport. In der Postmoderne steht ein Auto nicht mehr für Prestige, sondern für Provinzialität und Abhängigkeit, während das Fahrrad ein Symbol ist für Jugendlichkeit und Flexibilität.“

Der komplette Artikel ist hier zu lesen. Bei der Critical Mass-Bewegung werde ich demnächst mal mitfahren, allerdings in Bremen. Als einzelne Radfahrerin in Grasberg macht es nicht wirklich Sinn 😉

(Grafik: http://www.sharetheroad.org)