Sunday is Runday 

 
Bei meinen Bloggerkollegen von Coffee&Chainrings heißt es öfters mal #raceday. Von raceday kann angesichts meines Lauftempos nicht die Rede sein. Nenn ich es halt #runday. Läufer ist man, wenn man läuft. Ohne Tempovorgabe bitte! Ich bin schon immer deprimiert genug, wenn ich die Pace oder Zeiten von anderen Läufern höre. Manchmal möchte ich mich dann einfach nur unsichtbar machen oder in ein Schneckenhaus verkriechen… Dieser Körper hat einfach einen Großteil seines Lebens gar keinen Sport gemacht! Der Wille ist zwar da, aber die Selbstoptimierung stößt auf natürliche Grenzen.

Ausdauersport

Dann eben eher auf Ausdauer gesetzt, als auf Geschwindigkeit. Der geneigte Blogleser weiß von meiner Entdeckung des Laufsports als Ausgleich zum Radfahren und Wintertraining. Wenig Zeit und zwei Sportarten auszuüben passt leider nicht wirklich gut zusammen. Aber eine gewisse Grundkondition ist wohl vorhanden. Laufen hat dem (Renn-)Radfahren gegenüber einen Riesenvorteil: Läuft auch bei Nässe! 

Ziel: Halbmarathon

Nach einigen 10 km Laufveranstaltungen geht es jetzt aufs Ganze äh nee, Halbe: Den AOK Halbmarathon in Bremen. Mit einigen Tausend Läufern will ich mich an die 21,0975 km wagen. Hatte ich schon mal gesagt, dass ich Menschenmengen verabscheue?! Aber so ist meine Chance größer, nicht als Letzte ins Ziel zu kommen. 

Vorbereitung 

Strategie habe ich keine, nehme vorsichtshalber etwas zu Essen mit. Die üblichen Powerriegel oder -gels sind nicht so mein Ding. Dann schon lieber Datteln oder Bliss Balls. Mein Vorbereitungstraining ist als moderat zu bezeichnen. 2 seltener 3x die Woche einen 5er. Am Sonntag dann entweder einen 10er bei einer Veranstaltung oder einen längeren Lauf. Oder doch wieder Rennrad gefahren. Weil das Wetter schön war…

Laufkilometer:

Dezember – Gesamt: 48,54 km, längste Strecke: 9,73
Januar – Gesamt: 40,11 km, längste Strecke: 10
Februar – Gesamt: 66,32 km, längste Strecke: 14,17
März – Gesamt: 81,01 km, längste Strecke: 17,97
April – Gesamt: 79,47 km, längste Strecke: 14,85
Mai – Gesamt: 50,9 km, längste Strecke: 10,0
Juni – Gesamt 71,53 km, längste Strecke: 13,63
Juli – Gesamt 72,33 km, längste Strecke: 16,78
August – Gesamt 74,14 km, längste Strecke: 14,39
September- Gesamt 76,16, längste Strecke: 18,55

Der beste Motivationsspruch: „Wenn Du 10 km laufen kannst, kannst Du auch 20 km laufen!“ 

Der Lauf

Fast 3.700 Läufer sind für den Halbmarathon gemeldet. Eine unglaubliche Menschenmenge! Es dauert fast vier Minuten, bis ich zur Startzeitnahme gelange. Die Laufstrecke führt vom Marktplatz über die Obernstraße, danach die Parkallee entlang. Nach der Unterführung bei der Waldbühne auf der Gegenseite zurück, hier ist nochmal schön zu sehen, wie groß das Feld ist. Ein kurzes Stück durch den Bürgerpark, leider auf Asphalt. Überhaupt ist das Ganze ein Citylauf und durchgehend auf Asphalt (oder Pflasterung). Wo immer es möglich ist, laufe ich auf dem Grünstreifen. In Findorff sehr viele Zuschauer an der Strecke, gute Stimmung. Danach Überseestadt, sehr schön dann direkt am Wasser zu laufen. Die Gastronomie mit Sitzplätzen draußen lassen mich mit dem Gedanken spielen, einfach aufzuhören. Aber jetzt bin ich soweit gekommen, dann geht der Rest auch noch! Im Weserstadion einzulaufen, ist das absolute Highlight der Veranstaltung. Da ich ja kein Fußballfans bin, ist das gute zwanzig Jahre her, dass ich hier zuletzt war! Das gab noch mal richtig Schwung für die letzten Kilometer. Gut einen Kilometer vor dem Ziel ergattere ich einen Becher Cola! Das Zuckergesöff setzt dann die letzten Reserven frei, dass ich zum Schluss noch einen kleinen Sprint einlegen kann. Geschafft! Ohne Gehpausen angekommen. Bin wohl doch eine Läuferin.

Fazit:

Es ist falsch, mich mit Menschen zu vergleichen, die seit Jahren laufen. Die schneller und besser sind als ich. Meine Erwartungshaltung an mich selbst ist viel größer, als die von anderen Menschen. An den Halbmarathon mache ich jetzt einen Haken auf meiner imaginären Liste. Einsames Laufen auf Feldwegen ist schöner.

Foto: Man sieht mir die Nervosität vor dem Start an. * überlegt gerade, dass 10 km auch gereicht hätten *

Zielsetzung 


Ich lese gerne Blogs. Also in der Hauptsache Sportblogs. Über Radfahren 😆 und Laufen bzw. Triathlon. Und die lieben Bloggerkolleg(inn)en schreiben von den vielen tollen Events, die sie sich vorgenommen haben. Wenn man sich für etwas anmeldet, dann trainiert man schließlich auch dafür! Umso mehr, wenn man es auch noch angekündigt hat…

Bei mir steht für 2017 nicht nur Radfahren auf der Agenda. Das mit dem Laufen ist doch etwas mehr als winterlicher Ausgleichssport geworden. Bislang bin ich noch nirgendwo gemeldet, aber ich möchte zu gerne einen Halbmarathon laufen. Wenn möglich, vor dem AOK-Halbmarathon im Oktober. Also, wenn jemand einen interessanten Vorschlag hat, bitte in die Kommentare schreiben!
Feste Termine (da das Startgeld schon bezahlt😉) sind:

  • Sottrumer Abendlauf als Ersatz für Wilstedt bei Nacht, der Termin passt leider nicht, aber dafür gemeinsamer Start mit Bruder❤️. Er 5km, ich 10km und bin SEHR glücklich, dass er überhaupt wieder an solchen Veranstaltungen teilnehmen kann!!!
  • 2. Velotörn in Bremen; nur zum Anfeuern an der Strecke stehen, ist mir doch zu wenig 😉
  • 24h Nortorf Radmarathon – hier werde ich nicht mit Morpho starten, sondern mit einem Lastenrad! Kristoffer von Sønsteby’s ist so nett und leiht mir sein wunderschönes Omnium für dieses Event! Demnächst mehr…

Dazu kommt noch die eine oder andere RTF, z.B. die in Syke, bei der es überaus leckeren Butterkuchen an den Verpflegungsstationen gibt. Da isst man mehr, als man abradelt (wenn man nicht aufpasst…)! Vermutlich kommt auch ganz spontan noch was dazu, kurzentschlossen halt. Wir werden sehen…

Ein fast perfektes Sportwochenende

  
Hatte eine ziemlich stressige Woche, viele Termine und wenig Zeit für Sport. Freitag gegen Abend wurde es richtig schön – rosafarbene Wolken am Himmel leiteten das Wochenende ein. Viel Zeit vorm Dunkelwerden war nicht mehr – schnell rein in die Laufklamotten und los… Herrlich! Das lief 😉 wirklich richtig gut und war super entstressend. Samstag früh gleich eine Wiederholung vor dem Frühstück, dachte ich mir. 

Tja, der Blick morgens aus dem Fenster zeigte mir allerdings Raureif auf dem Rasen *brrrr* nicht wirklich verlockend. Dann doch lieber Frühstück und etwas abwarten. Gegen Mittag sah es irgendwie doch ein wenig frühlingshaft draußen aus und auf Hausputz hatte ich keinen Bock mehr. Eigentlich könnte ich auch mit dem Rad los. Endlich mal wieder – ohne Rucksack hintendrauf und mit Klickschuhen ins Pedal. Spontanentschlüsse sind nicht immer wirklich top… Ich hätte mir doch lieber eine Windweste oder Softshelljacke drüberziehen sollen. Es war nämlich ganz schön windig. Nach den ersten Kilometern kam der dann von hinten, so dass bei mir der Eindruck von vorhandener Kondition, Geschwindigkeit und Trittfrequenz aufkam. Tja, nur leider änderte sich recht schnell meine Fahrtrichtung, und der Wind kam wieder von vorn. Dazu gesellte sich auch noch Sprühregen, so dass ich meine bereits gedanklich gefasste Route etwas abkürzte. Mittlerweile war mir wirklich ganz schön kalt. Das beste an diesem Training war die heiße Dusche danach. Obwohl: Lust auf Rennradfahren hab ich schon! Die innerliche Unruhe ist da. Nur mit diesem Wetter macht es nicht wirklich Spaß. Warum bloß lebe ich hier in der norddeutschen Tief(druck)ebene? Und nicht irgendwo, wo es trocken und warm ist?!

Dann die Krönung des Wochenendes: der Sportsonntag! Morgens etwas Laufen (nach dem Frühstück). Manchmal ist gut es, Dinge nicht so zu tun, wie man sie immer getan hat. Getragen von der Euphorie einer guten Nachricht kehrte ich am Wendepunkt meiner üblichen Route nicht einfach um. Es läuft sich so gut, ich habe noch keine Lust umzukehren, warum nicht noch etwas weiter laufen?! Habe ich dann auch gemacht. Und am Ende waren es 14 Kilometer!!! Dafür, dass ich üblicherweise 5 km laufe und noch niemals mehr als 10 km, war ich dementsprechend stolz und glücklich. Nachmittags war ich zum Spinning verabredet. Die zwei Stunden waren schweißtreibend und machten jede Menge Spaß. Natürlich legte ich die 11 km Strecke bis zum Fitnessstudio bzw. nach Hause mit dem Rad zurück. Allerdings nicht im Renntempo und dafür mit Rucksack.

frozen – not Disney!

  
Seit gestern ist es eisig kalt. Sibirische Kälte… Laut Thermometer eigentlich gar nicht so schlimm, aber durch den Wind liegt die gefühlte Temperatur bei -10 Grad – mindestens! Gestern hatte ich leider keine Zeit für Sport, mein Tag hatte nicht viele Highlights. Und ich habe die ganze Zeit über gefroren. Heute früh schon nicht besser. Volle Bahn (wieso fällt mir dabei immer „Straßenbahn des Todes“ von Sven Regener ein?!), fiese Heizungsluft und herumhustende Menschen… Alles voller Killerbakterien, igitt! 

Mir war halt kalt, ich hatte schlecht bzw. kaum geschlafen und war nicht gut gelaunt. Zulange nicht im Flow gewesen. Den inneren Schweinehund zur Seite gedrängt, megaviele Klamotten angezogen und raus, laufen! Das Gefühl ist erstmal so ähnlich, als würde man bei diesen Temperaturen in ein Wasserbecken fallen… Eisig kalt und bleischwer. Als wenn da so eine Schicht um einen rum wäre… Aber nach einigen Minuten wird es besser, der Körper überwindet den Kälteschock und kommt langsam auf Betriebstemperatur. Die Füsse fangen an, im Rhythmus zu laufen. „Mir ist kalt, so kalt…“ Vielleicht sollte ich mal was anderes beim Laufen hören als Rammstein?! Jedenfalls kommt er schnell, der Flow! Nicht denken, nicht frieren, nur ganz eins sein in der Bewegung. Auf dem Rückweg dann Intervalle. Immer von einer Auffahrt bis zur nächsten. Mein Keuchen übertönt Rammstein. Egal. Komme Zuhause an, mir ist nicht mehr kalt und gegen das Tristesse-Gefühl in der norddeutschen Provinz hat es auch irgendwie geholfen.

Plädoyer für den Sport!

  
Laufen oder Radfahren aus Freude an der Bewegung ist toll! Man sollte sich schon für eine Sportart entscheiden, die einem Spaß macht. Manches ist schön alleine, um richtig abzuschalten und den Kopf freizukriegen. Aber manchmal ist es auch super mit einem tollen Team unterwegs zu sein. 

Nicht immer ist alles einfach und im Komfortbereich. Das kann man machen, klar. Aber für mich bedeutet Sport auch an meine Grenzen zu gehen. Abzustecken, wo sie sind und Stück für Stück darüber zu gehen. Hermann Hesse hat gesagt: „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“ Da hat er recht und zwar nicht nur auf Sport bezogen. Man sollte sich allerdings Ziele setzen, die für einen selbst erreichbar sind. Mitteilen muss man sie ja nicht jedem… Ich bin z. B. mir gegenüber immer ein viel stärkerer Kritiker, als es jemand anders sein könnte.

Wenn man dann den Grenzbereich überschritten und über sich hinausgewachsen ist, ist das ein unglaubliches Gefühl! Dieses Zusammenspiel von körperlicher Erschöpfung und gleichzeitiger Euphorie muss man selbst erlebt haben!

Langsam geht es los mit den ersten Terminen, bzw. Anmeldungen für die Startplätze. Ich bin bei dem 24h Radmarathon in Nortorf (08./09.07.17) mit dabei und freue mich schon riesig. Ein Haufen radsportverrückter Leute, Zeltlagerfeeling im Fahrerlager und Spitzenorganisation durch die RSG Mittelpunkt. Ich freue mich drauf! Und auf die anderen verrückten BBCler, die dabei sind natürlich auch! 🙂 In diesem Blog werde ich natürlich darüber berichten… 

Bekenntnisse einer Quartalsläuferin

  
 
Quartalsläuferin…, diesen Begriff habe ich mir von Caro ausgeborgt. Die Definition ist folgendermaßen: „Als Quartalsläuferin laufe ich ein paar Wochen einigermaßen regelmäßig, um mich dann etwa drei Monate davon zu erholen 😉 Mit dem Ergebnis, dass ich immer wieder von vorne anfange 😂“ So ähnlich ist es bei mir auch, für mich ist Laufen mein Winterausgleichssport, wenn das Wetter zu schlecht fürs Radfahren ist und weil es immer so früh dunkel wird. Im Sommer laufe ich eher selten, eigentlich nur, wenn ich sonst keine Zeit für Sport finde. Ach und den Wilstedter Nachtlauf, weil der einfach geil ist! Wer ihn nicht kennt, das MUSS man einfach mal mitmachen! Super Stimmung, viel Publikum an der Stecke, gute Musik – einfach ein tolles Event!

Aber jetzt ist ja kein Sommer (leider). Und nach einem erfolgreichen Silvesterlauf in Fischerhude (1:00:04 😍😇😎) habe ich mich wie angekündigt für die AOK Winterlaufserie in Bremen angemeldet. Nicht bedacht habe ich allerdings, dass nur eine gute Woche zwischen den beiden Läufen lag und so bin ich nur zweimal zum Trainieren gekommen. Aber egal, Hauptsache dabei sein! Alleine Laufen ist langweilig und die Strecke in Adolphsdorf nicht wirklich abwechslungsreich… Auf nach Bremen! Zum Glück war das Glatteis auf der Straße weg.

Beim Start am Markusbrunnen konnte man sich mit Kaffee, Tee und Kuchen versorgen. Es gab auch beheizte Zelte zum Umziehen. Gut zu wissen, ich bin sonst oft zu warm angezogen, weil mir vorher immer so kalt ist. Beim nächsten Lauf lasse ich die Jacke und warme Klamotten einfach dort. Beim Laufen ist es ähnlich wie beim Radfahren: Wenn man beim Start leicht (!) fröstelt, ist man genau richtig angezogen. 

Die Strecke wurde zwar mit Sand und Splitt abgestreut, auf den ersten ein, zwei Kilometern fand ich sie trotzdem glatt. Später habe ich mich vielleicht dran gewöhnt gehabt (oder die schnelleren Läufer haben das Eis „weggelaufen“)… Bei der ersten Runde hatte ich die ganze Zeit nur das Gefühl überholt zu werden. Egal – weiterlaufen! Wie langsam ich auch bin, ich bin auf alle Fälle schneller als jeder, der nicht vom Sofa hochkommt! 

Mit meiner Zeit (1:07:24) war ich dieses Mal nicht zufrieden, aber andererseits muss man sich auch steigern können. Ich freue mich auf den zweiten Lauf im Februar! Vorher gibt es noch Spinning in meinem Studio und ein Spinning-Duathlon mit Bernd Rennies. Darauf bin ich auch total gespannt! Sport zu machen, heißt für mich die Komfortzone auch mal zu verlassen und die Grenzen auszutesten. Nicht immer natürlich, aber ab & zu.