Hammer!


Im Allgemeinen ist es gut, wenn man auch mal andere Wege geht. Das betrifft nicht nur das Radfahren allein. Andere Perspektiven, Sichtweisen und Blickwinkel tragen zur Problemlösung und Gedankenvielfalt bei. 

Aber jetzt speziell zum Rad: Ich hatte heute einen Termin in Bremen-Gröpelingen. Dazu fuhr ich von Worpswede über Waakhausen und Viehland auf die K 8. 

Und hier bekommt das Wort „Grünstreifen“ im Zusammenhang mit Radwegen eine ganz neue Bedeutung! 

Auch wenn dort 2017 ein Kreisel angelegt werden soll, worüber sich die Politiker allerdings noch nicht ganz einig sind, sehe ich hier dringenden Handlungsbedarf der Kreisstraßenmeisterei! 

Butterkuchen!

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Es mag ja Leute geben, die auch am Sonntag gern im Morgengrauen aufstehen. Das tue ich allerdings schon an allen anderen Tagen in der Woche, so dass ich mit dem Vorschlag, dass sich die BBCler um 8 Uhr in Syke-Barrien treffen und dann gemeinsam an den Start gehen, sehr einverstanden war.

Organisation ist alles, wir brauchten auf niemanden zu warten, denn Bumfiedel hatte rechtzeitig abgesagt.
Der großen Gruppe mit den schönen rot-weissen Trikots (nein, nicht schwarz und nur ein kleines Hähnchen auf dem linken Ärmel… manche Assoziationen lassen tief blicken!) schlossen sich noch ein paar andere Fahrer an. Das Tempo war über die ganze RTF homogen. Leute, mit Euch in der Gruppe fahren, lief heute echt super!

Regelmäßig alle 30 km kamen die Verpflegungsstationen mit dem berühmten Butterkuchen, den ich auch endlich testen wollte. Mmmh, wirklich lecker! Allerdings können nicht alle Fahrer ohne Stop an den Stationen vorbei gefahren sein, denn bei der dritten gab es keinen Butterkuchen mehr! Und das, obwohl der RSV Barrien vorsorglich für die Horden ausgehungerter Radler 16 Quadratmeter (!) bereitgestellt hatte. 

Nun gut, wer keinen Riegel dabei hatte und/oder keine Banane wollte, konnte sich zumindest mit der Vorfreude auf die Bratwurst am Ziel trösten. Die vegetarische Variante war dann auch wieder Kuchen. Nach der obligatorische Panne und einem Schlusssprint hatten wir dann die 114 km geschafft. Für diejenigen BBCs, die neulich die Mecklenburger Seenrunde mit 300 km gefahren sind, war das nur zum Aufwärmen. Mir hat das Gruppenfahren heute so richtig Spaß gemacht! In der Konstellation und mit dem Tempo hätten es auch ein paar km mehr sein können.

Grünzeugs

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Radfahren in der Stadt ist geprägt von Autos, von mangelndem Platz. Im ländlichen Bereich steht allgemein mehr Platz zur Verfügung, wenn auch nicht unbedingt für Radfahrer. Radwege sind oft im einem schlimmen Zustand; wahre Buckelpisten oder Sprungschanzen. Auf Betonplattenwegen drohen platte Reifen, wenn man nicht aufpasst und die scharfen Kanten gebrochener Platten übersieht.

Jetzt in der warmen Jahreszeit kommt noch das Phänomen der Dschungelschneisen dazu. Rechts und links der Radwege stehen Gräser, Wildkräuter und Brennnesseln gut einen Meter oder mehr hoch. Mit wachsender Höhe neigen sich die Pflanzen und verengen den Radweg mitunter deutlich! Schön, wenn sich zwei Radler oder Radfahrer und Fußgänger begegnen. Beim Ausweichen peitscht einem das Grünzeug um die Beine. Wenn es sich dabei um Brennnesseln handelt, beugt es wenigstens dem Rheuma vor… Ach ja, und sich später auf Zeckenbefall abzusuchen, sollte man auch lieber nicht vergessen!

Meine erste RTF

  

Rückschläge und Niederlagen sind dazu da, um aus ihnen zu lernen. Erste Erkenntnis: eine RTF ist keine „RadTourenFahrt“, sondern ein Rennen. Ich bin mit völlig falschen Voraussetzungen dahin gegangen. Für die Teilnahme an den Cyclassics im letzten Jahr habe ich eine ganze Saison lang trainiert. Gestern bin ich noch nicht einmal früh ins Bett gegangen. 

Klar, dass einzige, was wirklich Schaden genommen hat, war mein Selbstwertgefühl, welches sich meiner Kondition annähern musste… Die ungefähr einem nassen Handtuch, was drei Wochen in einer Sporttasche vergessen wurde, entspricht. Aber abhängen lassen wollte ich mich auch nicht. Also durchhalten und die Zähne zusammenbeissen. 50 km am Limit. 

Nach der Pause gab es andere Gruppenkonstellationen und das Tempo wurde etwas rausgenommen. Auf den letzten 30 km habe ich sogar etwas von der Landschaft gesehen und nicht nur den Fokus auf Asphalt, Hinterrad und Beine des Vordermannes gehabt. Über die Gesamtstrecke war das immer noch einen Schnitt von 31.

Meine Kohlenhydratspeicher waren völlig leer. Der Delmenhorster Radsportverein hat allerdings für eine Top-Verpflegung gesorgt: Honigkuchen, selbstgebackenes Brot und Schokohörnchen zwischendurch und am Ziel oberleckeren Kuchen und gekühltes alkfreies Hefebier. Ich werde mich dann wohl noch einmal bei der „Butterkuchen-RTF“ versuchen. Vielleicht mit etwas gemäßigterem Tempo, aber jetzt weiss ich wenigstens, was mich erwartet:

Ein Rennen ohne Zeitnahme, ohne Medaillen oder Urkunden, aber trotzdem ein Rennen. Das Erlebnis heute verbuche ich dann mal als superintensive Trainingseinheit. Vielleicht macht mich ja wenigstens das zu einer besseren Radfahrerin.

Foto: Radsportverein Urania Delmenhorst

Dümmer geht immer…?!

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Da habe ich mir die Mittagspause etwas mit dem Gesichterbuch vertrieben und was sehe ich:

Einen Bus mit Spinning-Bikes statt Sitzplätzen. Bewegung statt herumzusitzen ist ja eigentlich nicht schlecht.

Aber bevor man mit so einem Bus für viel Geld durch die Gegend kutschiert, könnte man doch lieber das gute, alte Fahrrad nehmen. Wer sportlicher fahren möchte, halt das Rennrad oder MTB. Und wer nicht allein fahren mag, sucht sich eben ein paar Gleichgesinnte.

Die Idee stammt übrigens aus den USA, da sag ich lieber mal nix dazu…

Angenehm überrascht…

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Ich war heute in Rotenburg / Wümme. Aufgrund des Wetters leider nicht – wie geplant – mit dem Rad. Zu Pfingsten findet dort immer ein großes mitteralterliches Heerlager statt, eine sehenswerte Veranstaltung!

Mittelalter hat nun rein gar nichts mit Radeln zu tun. Aber aufgefallen sind mir die Haltegriffe für Radfahrer an den Ampeln. Und in der Fußgängerzone gibt es auffällig viele Bügel zum Anschließen von Rädern. Wer sein Rad gut abstellen und sichern kann, geht auch gerne im dazugehörigen Geschäft einkaufen.

Wieder zuhause habe ich etwas recherchiert. Und siehe da: die 21.000 Einwohnerstadt hat ein Radverkehrskonzept. Der Bürgermeister scheint selbst vom Radfahren begeistert zu sein und es wird für die Teilnahme am „Stadtradeln“-Wettbewerb geworben. Ich sage ja immer, in einer kleineren Kommune sind leichter Veränderungen möglich. Rotenburg, dass gefällt mir!

Mit dem Rad zur Arbeit

  

Bestes Wetter, es gibt (kaum) Ausreden, um nicht mit dem Rad zur Arbeit zu fahren! Das MdRzA-Programm hat in diesem Monat wieder begonnen. Habe mich natürlich gleich angemeldet. Es gibt sogar Betriebe, welche diejenigen ihrer Mitarbeiter, die an diesem Programm teilnehmen, mit einem Essen auf Firmenkosten belohnen. Ob das in Hinsicht auf den BMI nicht etwa kontraproduktiv ist, sei dahingestellt.

Auf jeden Fall tut die körperliche Bewegung den – in den meisten Fällen zur sitzenden Tätigkeit neigenden – Berufstätigen gut. Dieses war kürzlich auch Thema einer Masterarbeit. Radpendler sind ein Drittel weniger krank als andere!

Am Falkenberger Kreuz gibt es in geschlossene Abstellbox für Räder. Bei so einem Wetter wie in den letzten Tagen würde ich mit dem Crosser zur Haltestelle fahren. Aber auch wenn es „nur“ der Crosser ist, habe ich doch etwas Angst ihn dort – auch abgeschlossen – stehenzulassen. Ich habe mich heute erkundigt, ob auch eine kürzere Mietdauer als ein ganzes Jahr möglich ist. Ist es leider nicht! Zudem ist es in Lilienthal teurer als in Grasberg (49,-€ / 20,-€). Eine Kaution in unbekannter Höhe kommt noch hinzu. Sehr schade, dass die Gemeinde Lilienthal da so unflexibel ist!

Ich werde einfach mal prüfen, ob die Busverbindung via Grasberg Mitte mit meinen Arbeitszeiten kompatibel ist. Leider kann ich mit der BOB-Karte ja nicht VBN fahren… Ein Traum wäre eine flexible Mobilität – egal ob VBN oder BSAG – mit einer Karte alles fahren können! Und damit auch die Abstellstation zu nutzen oder ein Leihrad…

UPDATE: Ich bleibe bei der BSAG (fährt ofter) und miete einen Platz in der Abstellstation. Die vielen Kommis über Vandalismus an Rädern grade in Lilienthal geben mir zu denken.

Als Fahrradordner bei der Skate Night

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Als ich noch in Bremen gewohnt habe, war mir das Radfahren oft zu gefährlich. Okay, dass ist auch schon etliche Jahre her und seitdem hat sich ja einiges verändert (Fahrradstraßen etc.).

Radfahren in der Natur ist wunderbar, aber das Radeln in der Stadt hat auch was. Besonders wenn viele nette Leute, coole Musik und eine Motorradstaffel dazugehören…!

Gestern war die erste Skate Night der Saison. Die findet immer am ersten Dienstag im Monat statt, von Mai bis September. Weitere Infos unter: http://www.happyskater.de

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Damit die vielen Inliner gefahrlos quer durch Bremen rollen können, wird der Straßenverkehr auf der Strecke polizeilich kontrolliert. Vorweg fährt die Motorradstaffel, die dann von den Radordnern und letztendlich von Ordnern auf Inlinern abgelöst wird.

Da hat man dann wundervollen, glatten Asphalt für Sprinteinheiten und wird nicht vom Autoverkehr bedrängt. Okay, auch als Ordner wird man manchmal von unwilligen Autofahrern angehupt, aber dass geht den Polizisten der Motorradstaffel auch nicht besser. Die Beharrlichkeit mancher Leute ist einfach unglaublich!

Wenn man so ein Event schon einmal mitgemacht hat und über die Erdbeerbrücke oder die Parkallee fahren konnte, bekommt man so ein kleines Gefühl davon, wie Stadtleben auch sein könnte…

Weitere Ordner sind im Team immer willkommen!

Elektromobilität

  
Die Förderprämie für Elektroautos wird mit Sicherheit zur Steigerung der Verkaufszahlen beitragen. Die durch die Abgasbetrügereien angeschlagene Automobilindustrie wird es freuen. Da sitzen die Lobbyisten auf den richtigen Plätzen… 

Ein Elektroauto ist auf jeden Fall besser als eines, was mit Unmengen von giftigen Abgasen die Welt verpestet. Stau wird es auf unseren Straßen weiterhin geben, egal ob es Benziner, Diesel oder eben Elektroautos sind, wenn überall nur einer drinnen sitzt. Also kann das noch nicht die ideale Lösung sein.

Die kleine Version von Elektromobilität, die Pedelecs – im Volksmund e-Bike genannt – werden nicht gefördert. Wieso auch, deren Verkaufszahlen sind top. Diese Räder sind in Mode, nicht mehr nur als „Seniorenfahrzeug“, sondern auch in sportlichen Versionen für alle Bevölkerungsgruppen. Die Fahrradindustrie freut sich, hat aber keine Lobby und erhält daher auch keine besondere Unterstützung.

Alles, was ohne sämtliche Emissionen auskommt – Fußgänger und konventionelle Radfahrer – bekommt auch keine Förderung. Wenn ich z.B. meinen älteren Diesel abschaffe, mit dem ich höchstens Kurzstrecken fahre und aufs Rad und den ÖPNV umsteige, ist das doch ein wünschenswertes Verhalten, was eigentlich eine Unterstützung verdient, oder? 

Eine Belohnung bekomme ich dann höchstens von mir selber, durch eine bessere Gesundheit und Einsparung von Kraftstoff, Steuern und KFZ-Versicherung. Ein Anreiz „von oben“ könnte bestimmt Menschen bewegen, über ihre Situation nachzudenken. Wird der PKW wirklich gebraucht? Könnte man vielleicht auch ohne? Braucht man einen Zweitwagen? Ist Car-Sharing eventuell eine Alternative? Nur wenn so ein Denkprozess erstmal stattfindet, können entsprechende Handlungen folgen.

Dazu habe ich neulich das hier gelesen: „Um eine neue Meinung und ein neues Paradigma zu etablieren, reicht eine verhältnismäßig kleine Gruppe von Menschen – eine „kritische Masse“, die nach dem heutigen Stand der Wissenschaft bei etwa 5-10 Prozent zu liegen scheint.“ Dieses Forschungsgebiet wird als Schwarmtheorie bezeichnet. Ursprünglich ging es von Bewegungsmustern aus. Mittlerweile werden die Ergebnisse auch auf andere Gebiete angewandt. Das finde ich sehr spannend und werde weiter darüber recherchieren.

5 – 10% von Menschen zu überzeugen, ihre Handlungsmuster im Mobilitätsbereich zu verändern, sollte doch nicht so schwer sein. Keiner kann alleine die Welt retten. Aber jeder von uns kann (s)einen Teil dazu beitragen!

  
News der Woche:
Ich schreibe ja nicht nur diesen Blog, sondern lese auch andere gerne. Da kann man immer wieder tolle, interessante Dinge entdecken. So auch in diesem Fahrradblog:

http://dasfahrradblog.blogspot.de/2016/04/radfahren-schafft-mehr-jobs.html#more

In dem Artikel werden die positiven Aspekte des Radfahrens aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet.

Die zugrunde gelegten Studien findet man unter:

Klicke, um auf Fahrrad_in_Zahlen.pdf zuzugreifen

Die Fahrradstadt Bremen wird übrigens in diesem 1,1 Mio in die Instandhaltung der Radverkehrsinfrastruktur investieren. 

http://www.weser-kurier.de/bremen_artikel,-Stadt-setzt-Radwege-instand-_arid,1361725.html

Rennradfahren ist Meditation & Bewegung

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Herrliches Wetter heute! Blauer Himmel, warme Sonnenstrahlen und nur wenig Wind. Den ganzen Vormittag habe ich dieses Kribbeln gespürt, ich musste einfach raus und mich auf’s Rad schwingen.
Einen Vorteil hat es ja, sozusagen am Ende der Welt zu wohnen: Man muss nicht erst 10 km zwischen dichtem Großstadtverkehr unterwegs sein, um mit der Ausfahrt zu beginnen. Haustür auf und los gehts!
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Es war eine schöne Solotour, sehr still, nur das Geräusch der Laufräder, Vogelgezwitscher und ab und zu ein Traktor. Alleine fahren ist manchmal schön, man kann so richtig gedankenverloren sein. Zu zweit fahren ist toll, klar, und in der Gruppe natürlich auch. Aber so war es fast wie meditieren. Zur Einstimmung auf ein Wochenende mit hoffentlich gutem Wetter genau das Richtige!
Schöne Rennradtour auf verkehrsarmen Nebenstraßen: Adolphsdorf / Neu Bergedorf / Neu St. Jürgen / Hüttenbusch / Heudorf / Ostersode / Breddorf / Hepstedt / Westertimke / Bülstedt / Wilstedt / Tüschendorf – ca. 60km
Hatte einen Zwischenstop bei der Bülstedter Bücherzelle eingelegt. Ein kleines Taschenbuch würde auch in die mittlere Trikottasche passen… Wer die Bücherzelle nicht kennt: Das ist eine ausrangierte Telefonzelle, wo man sich kostenlos Bücher mitnehmen kann. Gerne darf man auch gut erhaltene Bücher dort hineinstellen. Also vom Prinzip wie book-crossing. In Bülstedt direkt an der Hauptstraße, ist ja nicht so groß, das Dorf.