Schwert, Schild und Fahrrad

… so heisst ein Song von einer meiner Lieblingsgruppen – Element of Crime. Dies erinnert etwas an den gegen die Windmühlen kämpfenden Don Quijote. Aber als so ganz aussichtslos schätze ich den Kampf für ein Umdenken der Mobilität nicht ein! Es gibt immer mehr idealistische Leute mit Ideen, die andere inspirieren, so dass die Bewegung in Fahrt kommt (Mobilität halt ;)). Wenn man es dann schafft, dass darüber berichtet wird, fühlen sich andere vermeintliche Einzelkämpfer in ihrem Tun bestärkt und ermutigt.

Leute, die kreuz oder auch mal quer denken sind wichtig für unsere Gesellschaft! Das freie Denken darf von niemanden eingeschränkt werden. Gewisse populistische Strömungen machen mir echt Angst! Viele Erneuerungen sollen gestoppt, Errungenschaften rückgängig gemacht werden. Da soll z. B. der Radwegebau eingeschränkt werden, damit Mutti sich nicht allzuweit von KKK (Küche, Kinder, Kirche) entfernen kann. Der Radius der persönlichen Freiheit der Frau ohne Zweitwagen wird somit auf die fußläufige Beweglichkeit reduziert. Prima dagegen finde ich diese kirchliche Initiative, die besonders Hausfrauen zum Carsharing einlädt.

Ähnlich sieht es mit den Geflüchteten aus: Auch sie sind auf Mobilität angewiesen – insbesondere, wenn sie irgendwo auf dem Lande gelandet sind. In den Städten sind die vielen Behördengänge, Besuche von Deutschkursen etc. leichter zu organisieren. Wenn man dagegen auf den ländlichen ÖPNV angewiesen ist, wird es schwierig. Glück haben diejenigen, bei denen es das Angebot eines Bürgerbusses gibt. Kein Wunder, dass viele Familien lieber in Ballungszentren ziehen möchten. Aber mit der Akzeptanz und Aufnahme der Geflüchteten hätten viele Dörfer die Chance der Überalterung und Landflucht zu entgehen.

Zum Glück gibt es Initiativen, die z.B. Fahrräder mit UND für Flüchtlinge instandsetzen; Integration und Mobilität gleichermaßen. Nicht nur in Bremen kann man Räder und Ersatzteile spenden. Am besten einfach mal die Flüchtlingshelfer vor Ort ansprechen.

Wer sich selbst bewegt, egal ob zu Fuß oder mit dem Rad, macht sich den Kopf frei. Durch die Bewegung wird das Gehirn gewissermaßen auf Reset gesetzt. So schließt sich der Kreis von Mobilität und freiem Denken…

Video „Laufen macht den Kopf frei“ von der Tagesschau

Das Foto oben zeigt mal eine andere Möglichkeit sein Fahrrad anzuschließen ☺

Plädoyer für den Sport!

  
Laufen oder Radfahren aus Freude an der Bewegung ist toll! Man sollte sich schon für eine Sportart entscheiden, die einem Spaß macht. Manches ist schön alleine, um richtig abzuschalten und den Kopf freizukriegen. Aber manchmal ist es auch super mit einem tollen Team unterwegs zu sein. 

Nicht immer ist alles einfach und im Komfortbereich. Das kann man machen, klar. Aber für mich bedeutet Sport auch an meine Grenzen zu gehen. Abzustecken, wo sie sind und Stück für Stück darüber zu gehen. Hermann Hesse hat gesagt: „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“ Da hat er recht und zwar nicht nur auf Sport bezogen. Man sollte sich allerdings Ziele setzen, die für einen selbst erreichbar sind. Mitteilen muss man sie ja nicht jedem… Ich bin z. B. mir gegenüber immer ein viel stärkerer Kritiker, als es jemand anders sein könnte.

Wenn man dann den Grenzbereich überschritten und über sich hinausgewachsen ist, ist das ein unglaubliches Gefühl! Dieses Zusammenspiel von körperlicher Erschöpfung und gleichzeitiger Euphorie muss man selbst erlebt haben!

Langsam geht es los mit den ersten Terminen, bzw. Anmeldungen für die Startplätze. Ich bin bei dem 24h Radmarathon in Nortorf (08./09.07.17) mit dabei und freue mich schon riesig. Ein Haufen radsportverrückter Leute, Zeltlagerfeeling im Fahrerlager und Spitzenorganisation durch die RSG Mittelpunkt. Ich freue mich drauf! Und auf die anderen verrückten BBCler, die dabei sind natürlich auch! 🙂 In diesem Blog werde ich natürlich darüber berichten… 

Ein paar Gedanken zu Pedelecs

  
Da liest man in der letzten Zeit immer öfter über die hohe Unfallgefahr für e-Bikes. Ist da was dran? Und woran liegt es? 

Eigentlich sind im Straßenverkehr viel mehr Pedelecs als e-Bikes unterwegs. Fahrräder mit elektrischer Unterstützung werden im Sprachgebrauch als e-Bikes bezeichnet, aber eigentlich handelt es sich um Pedelecs. Die Unterscheidung zwischen beiden besteht hauptsächlich in der erreichbaren Geschwindigkeit (Pedelec: Tretunterstützung bis max. 25 km/h, e-Bike: bis 45 km/h). Ein Pedelec ist also mit einem schnellen Radfahrer gleichzusetzen und ein e-Bike mit einem Moped. Das Fahrverhalten des Rades verändert sich natürlich mit der gefahrenen Geschwindigkeit. Beispielsweise die Fliehkraft beim Kurvenfahren oder der Bremsweg.

Aber liegt die Unfallhäufigkeit eher an den Pedelecnutzern oder an den anderen Verkehrsteilnehmern? Ich glaube nicht, dass mit Elektrounterstützung mehr Kamikazefahrer unterwegs sind. Ein gewisser Anteil von Verkehrsteilnehmern fährt unvorsichtig und rücksichtslos, egal ob mit dem Auto oder dem Rad. Das ist eher eine Problematik der Persönlichkeit und nicht des genutzten Verkehrsmittels (Idioten gibt es überall ;)).

Es den Pedelecfahrern anzukreiden, dass die Autofahrer deren Geschwindigkeit falsch einschätzen, macht mich echt wütend! 👿 Ein Autofahrer macht einen Fehler – und wer hat schuld: Der Radfahrer natürlich… Das kann ja wohl nicht sein! Wenn man etwas schlecht einschätzen kann, dann muss man halt warten und im Zweifelsfall zweimal gucken. Der Stärkere muss doch Rücksicht auf den Schwächeren nehmen und nicht etwa umgekehrt! Als Radfahrer habe ich nun mal nicht 2 t Stahl als Schutzpanzer um mich umzu, da bin ich eh in der Denfensive. Und mal ’ne andere Frage: die Geschwindigkeit von Mofas schätzen Autofahrer doch auch meistens korrekt ein, oder?

Das Problem mit der Rücksichtnahme sehe ich auch als Hindernis beim Shared Space. Von der Idee her finde ich es gut, die Straße unter allen Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt zu teilen. Dann kommt auch z.B. nicht die Frage auf, für wen jetzt welche Ampel eigentlich gilt und für wen nicht… Andererseits würde ich mich von Autos oder mehr noch von LKW oder Bussen bedrängt fühlen. Oder Monstertreckern mit Arbeitsmaschinen hintendran… Ich bin schon relativ abgebrüht und fahre oft auf der Straße (weil kein Radweg oder nur ein sehr schlechter / schmaler zur Verfügung steht). Trotzdem gibt es da so gewisse Angstmomente. Menschen, die nicht oft mit dem Rad unterwegs sind oder Eltern mit Kindern können sich leicht überfordert fühlen und dann lieber gar nicht mit dem Rad fahren. Shared Space nur mit Tempolimit und genügend Abstand!

Ein Pedelec würde ich auf jeden Fall beim Fachhandel kaufen und nicht im Netz oder beim Baumarkt. Ganz wichtig ist es, damit Probe zufahren. Nicht nur eine kleine Runde im Kreis. Wenn Senioren sich eines anschaffen, um mobil zu bleiben, finde ich das generell gut. Von den Familienangehörigen würde ich mir wünschen, dass sie mal zu Anfang eine Tour begleiten, um sich ein Bild zu machen. Vielleicht können sie ja auch zur Benutzung eines Helmes gut zureden… Und wenn es mit der Reaktionsfähigkeit, der Seh- und / oder Hörstärke nicht mehr gut bestellt ist, dann ist das Fahren mit dem Pedelec vielleicht wirklich gefährlich. In diesem Falle ist gerade für Senioren davon abzuraten.

Wer jetzt einmal ganz in Ruhe ein Pedelec oder Liegefahrrad ausprobieren möchte, kann das im Rahmen der e-mobilen Landpartie, dem neuen Wellnesswochenende in Tarmstedt tun. Außerdem beinhaltet das Angebot noch einen eGolf zum ausgiebigen Testen.

Radfahren macht reich und glücklich…

  
Neulich bekam ich den Hinweis auf eine App namens „Radbonus„, mit der man sich Rabatte und Prämien erradeln kann. Soweit, so gut. Ich fahre ja nicht mit einem Garmin, sondern mit Runtastic. Diese App zeichnet diverse verschiedene Sportarten auf und man erhält einem ganz guten Überblick über die monatlichen / jährlichen Aktivitäten.

Nach einem kurzen Check der Homepage lud ich mir die App herunter. Positiv aufgefallen ist, dass kein Zugriff auf Kontakte, Dateien, Kamera etc. gefordert wurde. Nur auf GPS, aber dieses wird schließlich für die km Aufzeichnung benötigt. Erklärungen gibt es keine, man kann aber auch nur auf Start drücken, also sehr bedienerfreundlich 🙂 Leider wird nur die Strecke aufgezeichnet und nicht die dafür benötigte Zeit. Also lasse ich Runtastic weiterhin mitlaufen. Und jetzt zeigt sich schnell, dass das GPS Tracking wohl ungenau ist. Keine gefahrene Strecke weist die gleiche km Zahl am Schluss aus! Allerdings wertet „Radbonus“ mir zum Vorteil, d.h. eine längere als die tatsächlich gefahrene Strecke.

An den Adventswochenenden standen verschiedene Challenges an: Man musste in einem bestimmten Zeitraum 50 km fahren, um an einer Verlosung teilzunehmen. Ganz übel: Bei meiner ersten Challenge zeichnete die App zwar auf, addierte die km des letzten Tages aber nicht zur Gesamtzahl. Ergo kam ich nicht zur Teilnahme. Mein Post auf der fb Seite von „Radbonus“ blieb ohne Reaktion. Das Problem des Nichtaufzeichnens gab es danach noch öfters. Nach dem Start wurde mir sofort ein gutes Gelingen bescheinigt und ich konnte die App nicht zum Laufen bekommen. 

Fazit: Ich lasse es weiterhin mitlaufen, wenn es nicht sofort wieder herausspringt. Den für 3.000 gefahrene km ausgelobten 20,-€ Gutschein haben sich 2016 zu viele Radfahrer geschnappt 🙂 Daher wird dieses tolle Angebot, welches mich gleich für „Radbonus“ eingenommen hatte, in eine weitere Verlosung umgewandelt. Schade! Die anderen Rabatte sind z.Zt. nicht interessant für mich. Generell halte ich die App schon für eine gute Idee, um Leute aufs Rad zu bringen. Wir sind doch im Inneren unseres Herzens immer noch Jäger & Sammler… Die Technik ist allerdings noch verbesserungswürdig! Die App muss störungsfrei aufzeichnen. Der Zeitraum von Challenges muss sorgfältiger eingepflegt werden. Eine Aufzeichnung der für die Strecke benötigten Zeit wäre schön oder gleich eine Verknüpfung mit Runtastic. Auch an den Prämien könnte man noch arbeiten.

Radfahren macht glücklich, dass stimmt allemal! Reich macht es auch, aber nicht monetär mittels einer App, sondern auf andere Weise…!

(Grafik: Radbonus.com)

Festive500… without me

  
Oh menno… andauernd lese ich von Leuten, die das (für Dezember) warme Wetter zum Kilometersammeln für die Festive500 nutzen. Und ich habe mich für den 10km Silvesterlauf in Fischerhude angemeldet. Eigentlich nur, um mir ein Ziel zu setzen und auch wirklich etwas Laufen zu trainieren… Jetzt hab ich den Salat: Morgen, vermutlich gutes Wetter, ist ausruhen angesagt, damit ich Silvester (ade – letzte Runden des Jahres) fit bin. 

Aber dafür war es heute schön: viel Sonne und kaum kalte Finger! Und ich bin dem Sog des Radsportzentrums Wilstedt entgangen 🙂 Eine Tour übers platte Land: Adolphsdorf, Neu-Bergedorf, Neu St. Jürgen, Hüttenbusch, Hüttendorf, Heudorf, Breddorf, Hepstedt und Tarmstedt. Einzig ärgerlich, dass der Akku des Smartphones nicht mehr ausreichend gefüllt war und Runtastic seinen Dienst verweigerte. 

Wenn es mit dem Laufen gut klappt, dann wäre die AOK Winterlaufserie noch eine sportliche Alternative. Wenn nicht, dann eben vermehrtes Spinning und irgendwann werden die Tage auch wieder länger (muss ja). 

Liebe Radler, gebt fein Acht…

  
Die Journalistin und Bloggerin Andrea Reidl schreibt in der ZEIT: „Radwege sind häufig zu schmal, in schlechtem Zustand oder enden unvermittelt. Infolgedessen entwickeln Radfahrer aller Altersklassen eine gewisse Kreativität, um ans Ziel zu kommen.“

Den ganzen Artikel lest Ihr hier. Die hiesigen Radwege sind nicht nur im Dunklen gefährlich… Da gibt es Buckelpisten mit von Baumwurzeln hochgedrückte Pflastersteinen und totaler Schieflage am Seitenrand (könnte das eventuell etwas mit auf dem Radweg fahrenden PKWs der Zeitungsausträger zu tun haben?). Von irgendwelchen Kuhlen, breiten Rissen etc. ganz zu schweigen. Da wird dann ein Schild „Radwegschäden“ aufgestellt und gut ist. Vielleicht braucht man hier ein MTB, um mit Freude am Straßenverkehr teilnehmen zu können?!

Besonders schön ist auch, wenn völlig unvermittelt der Radweg aufhört und da plötzlich eine Bordsteinkante auftaucht oder die beiden 90 Grad Kurven kurz vor Wilstedt… Ich habe schon oft gedacht, die Leute, die solche Wege planen und / oder bauen sitzen NIE im Sattel. 

In Worpswede fahre ich nur noch auf der Straße. Der Geh- und Radweg ist megaschmal, da können ja teilweise nicht einmal zwei Fußgänger nebeneinander laufen. Und es gab schon mehrere Situationen, in den ich beinahe angefahren worden wäre! Auf der Straße ärgern sich die Autofahrer zwar (obwohl eigentlich Tempo 30 Zone), aber immerhin SEHEN sie mich. Daran, dass so gut wie niemand beim Überholen einen Abstand von 1,50m einhält, habe ich mich schon gewöhnt.

Beleuchtung gibt es in den Außendörfern nur an den Bushaltestellen (aber immerhin…). Zum Glück habe ich mir eine leuchtstarke Akkulampe gekauft. Die wird auch von Autofahrern gesehen, so dass sie ihr Fernlicht abblenden. Im Dunkeln rechnet hier niemand mit Radfahrenden, außer wenn irgendwo Schützenfest ist…

Zum Thema Mit- bzw. Gegeneinander auf der Straße wird der Journalistin Charlotte Parnacks ein Preis verliehen. In dem wirklich lesenswerten Artikel heisst es u.a.: „Wer regelmäßig Auto fährt, muss alt sein und vom Dorf. Der Kampf Auto- gegen Fahrradfahrer ist zu einem Kampf der Lebensmodelle geworden, zu einem Kampf der Generationen.

Es gab Zeiten, während des Wirtschaftswunders, da galt das Fahrrad als Fortbewegungsmittel des armen Wichts, der sich kein Auto leisten konnte. Dann gab es Zeiten, da galt das Fahrrad als Fortbewegungsmittel des Ökos, der morgens mit Helmfrisur und mindestens einer vergessenen Fahrradklammer am Hosenbein ins Büro kam. Damals fuhr eine ganze Generation Golf und träumte davon, zwei Kinder zu haben, einen Labrador, ein Haus in der Vorstadt mit Vorgarten und Carport. In der Postmoderne steht ein Auto nicht mehr für Prestige, sondern für Provinzialität und Abhängigkeit, während das Fahrrad ein Symbol ist für Jugendlichkeit und Flexibilität.“

Der komplette Artikel ist hier zu lesen. Bei der Critical Mass-Bewegung werde ich demnächst mal mitfahren, allerdings in Bremen. Als einzelne Radfahrerin in Grasberg macht es nicht wirklich Sinn 😉

(Grafik: http://www.sharetheroad.org)

Brückenschlag 

Schwimmende Brücken… Das klingt irgendwie cool. Es gibt so viele innovative Ideen und nicht alle können verwirklicht werden. Gewagte Konstruktionen, futuristische Gedankenspiele sind aber wichtig, damit nicht immer alles in den gewohnten Bahnen verläuft! Dann gibt es nämlich keine Veränderungen! „Alles ist gut, so wie es ist“ oder „so haben wir das schon immer gemacht“ sind die zementernen Hemmschuhe unserer Gesellschaft.  

In der hiesigen Gegend ist Infrastruktur vorhanden, um Bäche und Flüsse zu überqueren. Nur nicht immer in bestem Zustand… Zum Beispiel die hölzerne Brücke bei der Gaststätte Meyerdierks / Hexenberg. Der Weg wird von vielen Radfahrenden genutzt, von Rennradgruppen genauso wie von Tourenradlern und Ausflüglern. Vermutlich befindet sich die Brücke an der Landesgrenze zwischen Bremen, Lilienthal und Ottersberg. Und keiner fühlt sich zuständig… Wie sonst ist der schlechte Zustand zu erklären?! Die Holzbohlen sind schon lange wackelig und im Sommer taten sich plötzlich zwei tiefe Löcher auf. Nachdem es schon Warnungen per facebook und WhatsApp gab, wurde zumindest notdürftig mit Splitt geflickt. Da die Bohlen allerdings nicht ausgetauscht wurden, wird es vermutlich nicht lange halten.

Anderenorts gibt es keine Möglichkeit, um ein Flüsschen zu überqueren, so dass man Umwege in Kauf nehmen muss. Schlechte, ungepflegte Radwege fährt auch niemand gern. Wenn man nicht gerade ein geländegängiges Rad unterm Sattel hat, wird so manche Tour dadurch verleidet. Scherben, Buckelpiste und hohes Gestrüpp schrecken ab und ausweichen auf die Straße ist auch nicht für jeden etwas. Dort wird man von Autos bedrängt, geschnitten oder angehupt. Die Autofahrer sehen nur ein Hindernis und verstehen nicht, warum man die Straße nutzt. Geeignete Radwege werden von allen gerne angenommen!

Wenn der Radverkehr sowohl für Einheimischen als auch für touristische Zwecke gefördert werden soll, ist eine Investition in die Infrastruktur notwendig! Die Kosten sind im Vergleich zu den Aufwendungen für den motorisierten Verkehr doch eher übersichtlich… 

Tour de Frostködel


Sicher, „Tour de Frost“ wäre der schönere Titel gewesen, aber den hatte sich schon Phillip gesichert… Es heißt ja, alle Frauen würden leicht frieren. Und Frauen, die Radfahren sind wie alle Frauen, nur härter im Nehmen. Also ich zumindest bin ein Frostködel 😉

Heute mittag blinzelte die Sonne durchs Küchenfenster und weckte den Rennradjunkie. Bloß raus nach draußen! Mit diversen Kleidungsschichten angetan kam ich mir vor wie das Michelinmädchen. Ein Rennradoutfit ist normalerweise gnadenlos, was eventuelle Speckröllchen etc. angeht. Aber nach dem Zwiebelprinzip eingehüllt ist man gleichermaßen unförmig und auch im Gesichtsbereich burkamäßig vermummt. Andere Rennradfahrer waren höchstens anhand ihrer Teamklamotten oder ihres Rades erkennbar.

Dank gleichmäßigen Kurbelns war mir nur an den Händen und im Gesicht etwas kalt. Bloß nicht anhalten! Im Blockland fuhr ich zunächst auf der ruhigeren Seite der Wümme entlang. Hier waren dafür relativ viele Autos unterwegs. Auf der anderen Seite war mehr Betrieb, Spaziergänger und auch der ein oder andere Rennradfahrer. Aber alle waren alleine unterwegs. Das bringt wohl die Jahreszeit so mit sich. Mit mehreren zu fahren ist schon unterhaltsamer und die Geschwindigkeit ist auch höher, da man einen Pacemaker hat. Aber nicht jeder fährt im Winter bzw. der Schweinehund kommt vielleicht stärker durch 😉

Egal – es waren trotzdem knappe 60 km und die 8.000 sind fast geschafft!

Spinning als Ausgleich im Winter ist nicht schlecht; im Studio gibt es kein schlechtes Wetter, höchstens schlechte Luft.Und es gibt Trainer, die echt gutes Intervalltraining machen. Je nachdem auch gute Musik, aber gegen echtes Freiluftfahren kommt es einfach nicht an!

Abgesang auf die Saison


Liebe Leute, es ist Herbst geworden… kalt, nass und früh dunkel. Es kostet Überwindung nach draußen zu gehen. Meine Räder stehen traurig im Schlafzimmer und sehnen sich nach Auslauf. Ich selbst bin innerlich unruhig; mein seelischer und körperlicher Ausgleich fehlt mir.

7.300 Rennrad km habe ich in diesem Jahr in den Beinen. Mein Ziel waren und sind die 8.000. Der Crosser hat neue Schuhe bekommen, bisher war ich einmal auf dem Weyerberg zum Ancrossen. Ob das wirklich was für mich ist, wird sich noch zeigen. Aber ich möchte meine mühsam aufgebaute Kondition *lach* nicht wieder verlieren. Den Dazugewinn des ein oder anderen Kilogrammes sehe ich ebenfalls nicht als erstrebenswert an. Sport machen ist leichter als Essensverzicht! Ich werde wohl parallel dazu wieder meine Laufschuhe schnüren müssen.

Viele schöne Ausfahrten liegen hinter mir. Fahrten in größeren und kleineren Gruppen, altbekannte Touren (Wilstedt…) und neue Wege. Die ersten RTF-Erfahrungen. 24 Stunden Radmarathon in Nortorf. Die 100km Cyclassics mitsamt Köhlbrandbrücke. Die asthmatischen Anfälle dabei, die ich mittlerweile so einigermaßen in den Griff bekommen habe.

Ich suche immer noch nach einem anderen Rahmen für den Renner (falls jemand einen 54er übrig hat, oder jemanden kennt…). Geplant für 2017 sind noch keine festen Termine. Nortorf würde ich gern noch einmal fahren, weiß aber nicht, ob ich das terminlich hinbekomme. Rad am Ring ist ebenfalls eine Herausforderung, die ich nur nach ausgiebigem Training am Berg annehmen würde. Für die Vätternrunde muss ich Glück bei der Startplatzverlosung haben. Eine Mallorcawoche oder die Transalp werden wohl weiterhin Zukunftsträume bleiben… Aber was wäre ein Leben ohne Träume?!

Turn all the lights on!

Das ist nicht nur ein Song von T-Pain, sondern (über-)lebenswichtig für Radler – grade auf den eher düsteren Strecken auf dem Lande. Jetzt ist sie wieder da, die Jahreszeit, die mit Nässe, Kälte und eben Dunkelheit einhergeht. Ja, richtig erkannt, ich bin so ein Sommertyp und nicht der Herbst- oder Wintermensch. Meinethalben könnten diese Jahreszeiten abgeschafft werden; auf jeden Fall dann, wenn die Sonne nirgendwo auftaucht.

  

In der Stadt sind die meisten Straßen beleuchtet, zumindest an einem Großteil der Nacht. Je weiter raus man auf das Land fährt, desto dunkler wird es. Der Vorteil ist, dass man hier in klaren Nächten gebührend den Sternenhimmel bewundern kann. Nachteil: Man sieht nichts von der Strecke, die vor einem liegt. Der Radfahrer, der nur mit der vom Hersteller standardmäßig verbauten Lampe (schlimmstenfalls noch mit Dynamoantrieb!) unterwegs ist, wird auch von Autofahrenden oft erst spät wahrgenommen. Dieses kann zu gefährlichen Situationen führen, ganz oft aber zu der sehr unangenehmen, dass man total geblendet wird. Zuerst förmlich paralysiert vom Xenonlicht und danach sieht man erstmal gar nix mehr. Im Blindflug auf dem Rad. Weiterfahren wird unmöglich. Ich hasse das! 😡

Wer jetzt oft mit dem Rad unterwegs ist, sollte schon zur eigenen Sicherheit sein Rad mit einer ordentlichen Lampe aufrüsten. Ja, die sind schon ziemlich teuer. Aber so eine Funzel vom Discounter kostet auch um die 10 Euro und taugt nicht wirklich was. Ich habe vorher andere Radler nach ihren Erfahrungen befragt, um mich nicht nur auf Netzkommentare zu verlassen. Dann habe ich mir eine Busch + Müller Ixon IQ gekauft. Die hat zwei Leuchtstufen (normal – 15 LUX und superhell – 80 Lux!) und einen recht brauchbaren Akku ( 20 bzw. 5 Stunden). Eine Zweithalterung habe ich mir auch noch gekauft, um die Lampe nach Bedarf einfach umstecken zu können. Die Ausgabe von ca. 60,-€ habe ich nicht bereut. Hinten trägt mein Rad ein günstiges (ca. 10,-€) Rücklicht: Red Light Diamond HQP. Man kann es auf Dauerbetrieb und blinkend einstellen. Gefällt mir ebenfalls gut. 

Und dann gibt es diverse leuchtende Spielereien fürs Bike… LEDs für Ventilkappen, zum zwischen die Speichen klemmen, Bike Balls etc. Neonfarbige Klamotten, Helmleuchten, reflektierende Jacken – ganz egal was auch immer gefällt – Hauptsache ist, man wird gesehen!