Warum Mobilitätswende nur in Städten?

  

  
Momentaufnahme – Samstag nachmittag, einkaufen. Die Liste nicht allzu lang, das Wetter fein und ich trotz Laufeinheit nicht völlig ausgepowert. Also rauf aufs Rad. Damit es mehr Spaß macht, natürlich auf den Crosser. Mir fehlten auch noch ein paar klitzekleine km für die Challenge meiner neusten Radapp. Das so ein an sich kindisches Belohnungssystem funktioniert, sieht man ja an den ganzen Treuepunkten und -karten des Handels. Der Mensch ist halt doch noch „Jäger & Sammler“.

Mein Augenmaß ist schon ziemlich gut und im vorteilhaft Einpacken bin ich große Klasse. Heute war es superknapp, der Rucksack zum Bersten gefüllt und kurz vor der Platzgrenze. Für die Mandarinen fand sich zum Glück noch Platz in einer Tasche des Rucksackdeckels 😉 Was mir am meisten am Radfahren gefällt, ist ja das Freiwerden des Kopfes. Gedanken, die sich sonst immer selbst in den Schwanz beissen und im Kreise drehen, bekommen dann plötzlich Flügel. Neue Ideen sind mit einem „Pling“ plötzlich da. Zum wiederholten Male dachte ich daran, wie bequem der Einkauf mit dem Lastenrad doch war. Keine Platzprobleme, kein Gewicht auf dem Buckel… 

Es sollte eigentlich belohnt werden, wenn man seinen Dieselstinker ab- und sich stattdessen ein CO2neutrales Fahrzeug anschafft. Auch wenn es sich dabei um ein Fahrrad handelt. Wenn die staatliche Prämie, welche sich ja als Ladenhüter entpuppt, dafür umgewidmet werden könnte, würde es sicherlich vielen Leuten, denen es wie mir geht, den nötigen restlichen Schubs geben, diesen Schritt zu wagen. 

Die Mobilitätswende kann nicht nur den Wechsel von einem mit fossilen Treibstoffen angetriebenem Auto zu einem Elektroauto bedeuten. Die Anzahl der Autos muss deutlich verringert werden, damit Städte wieder für Menschen da sind und nicht nur gigantische Parkplätze. Mobilität ist mehr als nur Auto. Dazu gibt es hier einen lesenswerten Artikel von Greenpeace. Und die dazugehörige Studie von InnoZ. Was mich daran stört, ist die Tatsache, dass der Wandel immer nur in Städten praktiziert werden soll. Auf dem Lande haben wir nicht das Platzproblem, okay. Aber Abgase machen auch die Menschen, die in den Dörfern leben krank. Die Bevölkerung auf dem Lande darf nicht von der Infrastruktur abgehängt werden. Intermodale Mobilität, einfach und bequem, muss es hier auch geben! Nur so kann ein Wandel in den Köpfen entstehen und sich die Anzahl der Autos reduzieren. 

(Grafik: Spoke Magazin)

Danke <3

  
Ihr Lieben, es gibt ja in diesem Jahr wieder die Wahl zum Fahrradblog 2016. Mittlerweile stehen mittlerweile 257 Blogs aus den unterschiedlichsten Bereichen zur Wahl. Und ich hätte nie im Leben gedacht, dass Leute für mich, bzw. meinen Blog abstimmen würden! Ich habe auch bewusst nicht viel Werbung dafür gemacht.

Heute gab es einen erneuten Zwischenstand und die Radheldin ist mittlerweile auf Platz 4 in der Rubrik „Fahrradpolitik“ und Platz 50 in der Gesamtwertung gelandet. Das macht mich unheimlich glücklich und auch ein kleines bisschen stolz! Danke, danke, danke!

Oder um es mit Michael Jackson zu sagen: „I love you all…“ Ich freue mich über jeden, der meinen Blog liest, egal ob er dort mit abstimmt oder nicht. Wer keinen Artikel verpassen möchte, kann sich in die Emailliste eintragen oder Follower bei facebook werden. 

Brückenschlag 

Schwimmende Brücken… Das klingt irgendwie cool. Es gibt so viele innovative Ideen und nicht alle können verwirklicht werden. Gewagte Konstruktionen, futuristische Gedankenspiele sind aber wichtig, damit nicht immer alles in den gewohnten Bahnen verläuft! Dann gibt es nämlich keine Veränderungen! „Alles ist gut, so wie es ist“ oder „so haben wir das schon immer gemacht“ sind die zementernen Hemmschuhe unserer Gesellschaft.  

In der hiesigen Gegend ist Infrastruktur vorhanden, um Bäche und Flüsse zu überqueren. Nur nicht immer in bestem Zustand… Zum Beispiel die hölzerne Brücke bei der Gaststätte Meyerdierks / Hexenberg. Der Weg wird von vielen Radfahrenden genutzt, von Rennradgruppen genauso wie von Tourenradlern und Ausflüglern. Vermutlich befindet sich die Brücke an der Landesgrenze zwischen Bremen, Lilienthal und Ottersberg. Und keiner fühlt sich zuständig… Wie sonst ist der schlechte Zustand zu erklären?! Die Holzbohlen sind schon lange wackelig und im Sommer taten sich plötzlich zwei tiefe Löcher auf. Nachdem es schon Warnungen per facebook und WhatsApp gab, wurde zumindest notdürftig mit Splitt geflickt. Da die Bohlen allerdings nicht ausgetauscht wurden, wird es vermutlich nicht lange halten.

Anderenorts gibt es keine Möglichkeit, um ein Flüsschen zu überqueren, so dass man Umwege in Kauf nehmen muss. Schlechte, ungepflegte Radwege fährt auch niemand gern. Wenn man nicht gerade ein geländegängiges Rad unterm Sattel hat, wird so manche Tour dadurch verleidet. Scherben, Buckelpiste und hohes Gestrüpp schrecken ab und ausweichen auf die Straße ist auch nicht für jeden etwas. Dort wird man von Autos bedrängt, geschnitten oder angehupt. Die Autofahrer sehen nur ein Hindernis und verstehen nicht, warum man die Straße nutzt. Geeignete Radwege werden von allen gerne angenommen!

Wenn der Radverkehr sowohl für Einheimischen als auch für touristische Zwecke gefördert werden soll, ist eine Investition in die Infrastruktur notwendig! Die Kosten sind im Vergleich zu den Aufwendungen für den motorisierten Verkehr doch eher übersichtlich… 

Tour de Frostködel


Sicher, „Tour de Frost“ wäre der schönere Titel gewesen, aber den hatte sich schon Phillip gesichert… Es heißt ja, alle Frauen würden leicht frieren. Und Frauen, die Radfahren sind wie alle Frauen, nur härter im Nehmen. Also ich zumindest bin ein Frostködel 😉

Heute mittag blinzelte die Sonne durchs Küchenfenster und weckte den Rennradjunkie. Bloß raus nach draußen! Mit diversen Kleidungsschichten angetan kam ich mir vor wie das Michelinmädchen. Ein Rennradoutfit ist normalerweise gnadenlos, was eventuelle Speckröllchen etc. angeht. Aber nach dem Zwiebelprinzip eingehüllt ist man gleichermaßen unförmig und auch im Gesichtsbereich burkamäßig vermummt. Andere Rennradfahrer waren höchstens anhand ihrer Teamklamotten oder ihres Rades erkennbar.

Dank gleichmäßigen Kurbelns war mir nur an den Händen und im Gesicht etwas kalt. Bloß nicht anhalten! Im Blockland fuhr ich zunächst auf der ruhigeren Seite der Wümme entlang. Hier waren dafür relativ viele Autos unterwegs. Auf der anderen Seite war mehr Betrieb, Spaziergänger und auch der ein oder andere Rennradfahrer. Aber alle waren alleine unterwegs. Das bringt wohl die Jahreszeit so mit sich. Mit mehreren zu fahren ist schon unterhaltsamer und die Geschwindigkeit ist auch höher, da man einen Pacemaker hat. Aber nicht jeder fährt im Winter bzw. der Schweinehund kommt vielleicht stärker durch 😉

Egal – es waren trotzdem knappe 60 km und die 8.000 sind fast geschafft!

Spinning als Ausgleich im Winter ist nicht schlecht; im Studio gibt es kein schlechtes Wetter, höchstens schlechte Luft.Und es gibt Trainer, die echt gutes Intervalltraining machen. Je nachdem auch gute Musik, aber gegen echtes Freiluftfahren kommt es einfach nicht an!

Tarmstedt könnte Pilotregion werden…!

DAS ist mal echt ’ne Headline, die Hoffnung weckt. Gestern las ich noch etwas über eine Mobilitätsstudie, die im Raum Hamburg durchgeführt wird, bzw. darüber, dass die Beteiligung dabei wesentlich geringer ausfällt als erwartet. Ich denke, dass können wir hier in der Region besser! Bei uns kennt man sich, es ist kommod und wir können den Städtern zeigen, wie groß das Interesse ist!

Mobilität auf dem Land ist für die Bevölkerung ein ganz wichtiges Thema. Lasst uns offen sein für alternative Möglichkeiten und neue Angebote! Wir müssen mobil sein, sowohl analog als auch digital. Die Abkopplung der Landbevölkerung birgt große Gefahren, dass hat die Welt gestern bitter zu spüren bekommen.

Auch wenn ich nur in der Peripherie der Pilotregion wohne, erfüllt mich die Aussage mit Begeisterung. Den ganzen Artikel von Johannes Kessels (Wümme-Zeitung) lest ihr hier.

Alternative Konzepte / Mobilitätsstudie in Tarmstedt

Tarmstedt Kreis: Rotenburg (Wümme)

Nachhaltige Mobilität auf dem Lande zu leben ist mit größeren Schwierigkeiten verbunden, als in der Stadt. Trotzdem kommt man, wenn man es ernsthaft versucht, schon recht weit. In vielen Fällen ist doch nur der innere Schweinehund zu überwinden, der befindet „mit dem Auto geht es schnell und ist bequem“. Jeder einzelne kann im kleinen bei sich anfangen. Denn es ist auch hier wie mit allem: Der erste Schritt ist der schwerste!

Nicht nur im ständig wachsenden Kreis von Idealisten tut sich etwas. Auch das Land Niedersachsen kümmert sich um die Problematik der Mobilitätsbedürfnisse der Landbevölkerung. In Hannover wurde jetzt eine Beratungsstelle für ländliche Mobilität eingerichtet. Somit gibt es erstmals einen landesweiten Ansprechpartner für Mobilitätsfragen. Diese Thematik ist zu wichtig und vielfältig, um sie nebenbei in den Kommunen abwickeln zu können.

In der Samtgemeinde Tarmstedt findet am 8. November ein Infoabend zur Mobilitätsstudie statt (19.30 Uhr, Gaststätte Klee, Westertimke). Liebe Tarmstedter Blogleser, informiert Euch und macht bei der Umfrage mit! Hier ist DIE Chance, Eure Meinung, Mobilitätswünsche und -bedürfnisse an geeigneter Stelle kundzutun! Zuhause oder in der Kneipe herumzumeckern ändert nämlich nichts. Die 5 min Zeit zum Beantworten einiger Fragen sind keine vertane Zeit; wenn man die Gelegenheit nicht nutzt, ist eine vertane Chance.

Strapazen mit der Bahn


Im Landkreis Hameln-Pyrmont passiert grade etwas ganz besonderes: Hier haben die Kommunen und die öffentlichen Verkehrsbetriebe zusammen beschlossen den Tarifdschungel zu vereinfachen und die Preise ERHEBLICH zu senken! Das finde ich fantastisch! Nicht nur aus Verbrauchersicht, sondern weil es eine mutige und ungewöhnliche Entscheidung ist! Es wird von Politik und Verkehrsunternehmen bewusst ein Risiko eingegangen, um die Bürger zum Umsteigen in den ÖPNV zu bewegen. 

Diejenigen, die bereits mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, freuen sich über gespartes Geld. Die „Ab- und Zu-Nutzer“ werden nach einem Kostenvergleich merken, dass die Autofahrerei wesentlich schlechter wegkommt. Für all diejenigen, die bisher diverse Gründe gefunden haben wie: „zu umständlich“ und „zu teuer“, sinkt die Hemmschwelle. Ich bin davon überzeugt, dass wesentlich mehr Menschen mit Bus & Bahn unterwegs sein werden.

In Bremen wird dagegen die BSAG zum Jahresbeginn wieder die Ticketpreise erhöhen. Meine Monatskarte ist trotzdem billiger als eine Autofahrt mit anschließender Parkhausnutzung. Aber für Gelegenheitsfahrer ist es schon relativ teuer. Überall wird gemeckert, dass die Linie 4 nicht die prognostizierten Nutzerzahlen erreicht. Morgens ist die Bahn immer voll. Bei den Rückfahrten empfinde ich die Regelung, dass nur jede zweite Bahn bis Falkenberg durchfährt als problematisch. Andere Pendler stellen ihren Wagen mittlerweile lieber in Borgfeld statt in Falkenberg ab. Damit profitieren sie gleichzeitig von günstigeren Tickets. Die Tarifgrenze zwischen Borgfeld und Lilienthal ist meiner Meinung nach eine große Hürde für (potentielle) Nutzer der Linie 4!

Abgesang auf die Saison


Liebe Leute, es ist Herbst geworden… kalt, nass und früh dunkel. Es kostet Überwindung nach draußen zu gehen. Meine Räder stehen traurig im Schlafzimmer und sehnen sich nach Auslauf. Ich selbst bin innerlich unruhig; mein seelischer und körperlicher Ausgleich fehlt mir.

7.300 Rennrad km habe ich in diesem Jahr in den Beinen. Mein Ziel waren und sind die 8.000. Der Crosser hat neue Schuhe bekommen, bisher war ich einmal auf dem Weyerberg zum Ancrossen. Ob das wirklich was für mich ist, wird sich noch zeigen. Aber ich möchte meine mühsam aufgebaute Kondition *lach* nicht wieder verlieren. Den Dazugewinn des ein oder anderen Kilogrammes sehe ich ebenfalls nicht als erstrebenswert an. Sport machen ist leichter als Essensverzicht! Ich werde wohl parallel dazu wieder meine Laufschuhe schnüren müssen.

Viele schöne Ausfahrten liegen hinter mir. Fahrten in größeren und kleineren Gruppen, altbekannte Touren (Wilstedt…) und neue Wege. Die ersten RTF-Erfahrungen. 24 Stunden Radmarathon in Nortorf. Die 100km Cyclassics mitsamt Köhlbrandbrücke. Die asthmatischen Anfälle dabei, die ich mittlerweile so einigermaßen in den Griff bekommen habe.

Ich suche immer noch nach einem anderen Rahmen für den Renner (falls jemand einen 54er übrig hat, oder jemanden kennt…). Geplant für 2017 sind noch keine festen Termine. Nortorf würde ich gern noch einmal fahren, weiß aber nicht, ob ich das terminlich hinbekomme. Rad am Ring ist ebenfalls eine Herausforderung, die ich nur nach ausgiebigem Training am Berg annehmen würde. Für die Vätternrunde muss ich Glück bei der Startplatzverlosung haben. Eine Mallorcawoche oder die Transalp werden wohl weiterhin Zukunftsträume bleiben… Aber was wäre ein Leben ohne Träume?!

Niedersachsen auf dem Weg in die Zukunft

  

Bei der heutigen Zeitungslektüre lag das Thema „Elektromobilität“ wieder im Blickpunkt. Der Städte- und Gemeindebund Niedersachsen fordert den Ausbau der Elektromobilität besonders in der Fläche. Man will verhindern, dass wieder eine Zukunftstechnologie verschlafen wird. (Quelle: Weser Kurier). Die taz schreibt dazu: „Tatsächlich sieht etwa der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) für E-Autos eher eine Zukunft auf dem Land. E-Mobilität sei für Pendler interessant, die 40 bis 50 Kilometer zur Arbeitsstelle fahren müssten und ihre Strecken gut planen könnten. In der Stadt plädiert der VCD hingegen eher für „autoreduzierte Mobilität“. Und ohnehin ist man beim VCD von E-Autos nicht begeistert: Zwar helfen die Fahrzeuge bei der Luftreinhaltung, ohne Strom aus regenerativen Energien seien E-Autos den Benzinern bei der CO2-Bilanz aber keineswegs voraus.“ (Kompletter Artikel und der dazugehörige Kommentar

Schade: Man möchte die Elektromobilität fördern, aber die Negation überwiegt. Allenthalben wird wieder auf geringe Reichweiten, fehlende Ladestruktur und neuerdings auf die Notwendigkeit, dass der verwendete Strom aus erneuerbaren Energiequellen kommen müsse, hingewiesen.

Für die alltäglichen Fahrten zur Arbeit / Einkauf etc. stellen 120km Reichweite kein wirkliches Problem da. Die Ladeinfrastruktur muss weiter ausgebaut werden, dass ist klar. Aber man betrachte sich mal die Anzahl der Tankstellen nach den erhöhten Umweltauflagen in den letzten 20 Jahren. Im ländlichen Raum gibt es längst nicht mehr in jedem Dorf eine Tankstelle. In Adolphsdorf gab mal eine, in Bergedorf und Hüttenbusch auch. Viele der kleinen, freien Stationen mussten schließen. Da muss man mit dem Benziner / Diesel auch ans rechtzeitige Tanken denken (ich spreche da aus eigener Erfahrung…!). 

Dazu gehe ich davon aus, dass der Personenkreis, der bereits ein Elektroauto hat bzw. sich ernsthaft mit der Thematik beschäftigt, auch in anderen Bereichen Wert auf Nachhaltigkeit legt. Strom kommt eben nicht einfach so aus der Steckdose. Ob an den öffentlichen Ladesäulen die Herkunft des verwendeten Stroms sichtbar ist, werde ich noch recherchieren. 

Es sollten vielleicht mehr Gründe FÜR den Betrieb von Elektroautos gesucht und kommuniziert werden: keine schädlichen Abgase, kein Lärm, klar – alles bekannt. Befreiung von der Kfz-Steuer – 5 Jahre keine Steuern, danach nur der halbe Satz – das ist der Hammer! Dazu die Kaufprämie, geringe Betriebskosten durch Angebote öffentliche Ladesäulen gratis zu nutzen, z. B. in Tarmstedt. Tanken für lau also. Von Seiten der Autohersteller gibt es ebenfalls Anreize; Pannenhilfe und Ersatzfahrzeuge beispielsweise.

Eine Förderung, wenn man seinen kraftstoffbetrieben Wagen abschafft, könnte eine Idee sein. Den großen Protest über die Forderung ab 2030 keine kraftstoffbetriebenen Fahrzeuge mehr zuzulassen, kann ich nicht nachvollziehen. Das betrifft doch nur die Neuzugänge – die Wagen, die umweltverpestend auf den Straßen unterwegs sind, dürfen ja noch weiterhin genutzt werden. Ohne einen gewissen Druck von oben wird sich die Automobilindustrie nicht ins Zeug legen. Von daher bin ich natürlich auch für die blaue Plakette.

In Städten gibt es die Möglichkeit viele Wege mit dem ÖPNV, dem Rad oder zu Fuss zu erledigen. Transporte können mit Lastenrädern oder mittels Carsharing durchgeführt werden. Es ist nicht mehr notwendig, dass jeder Verkehrsteilnehmer ein eigenes Auto – egal ob mit oder ohne Elektroantrieb – besitzt. Das Platzproblem findet nur durch eine Verminderung von Fahrzeugen eine Lösung. Städte für Menschen da und nicht für Autos! Auf dem Lande ist der ÖPNV nicht flächendeckend vorhanden, viele Wege sind für Fahrräder und Fußgänger zu weit. Hier liegt die Chance beim Carsharing, optimal natürlich mit einem nachhaltigen Antrieb. 

Will man wirklich das Auto – oder möchte man eigentlich nur von A nach B kommen?! Eine Bohrmaschine brauche ich auch vielleicht einmal im Jahr, um ein Loch in die Wand zu bohren. Muss ich dafür eine besitzen? Die viel Geld kostet und nur Platz wegnimmt… Besitzen vs. Teilen…

Turn all the lights on!

Das ist nicht nur ein Song von T-Pain, sondern (über-)lebenswichtig für Radler – grade auf den eher düsteren Strecken auf dem Lande. Jetzt ist sie wieder da, die Jahreszeit, die mit Nässe, Kälte und eben Dunkelheit einhergeht. Ja, richtig erkannt, ich bin so ein Sommertyp und nicht der Herbst- oder Wintermensch. Meinethalben könnten diese Jahreszeiten abgeschafft werden; auf jeden Fall dann, wenn die Sonne nirgendwo auftaucht.

  

In der Stadt sind die meisten Straßen beleuchtet, zumindest an einem Großteil der Nacht. Je weiter raus man auf das Land fährt, desto dunkler wird es. Der Vorteil ist, dass man hier in klaren Nächten gebührend den Sternenhimmel bewundern kann. Nachteil: Man sieht nichts von der Strecke, die vor einem liegt. Der Radfahrer, der nur mit der vom Hersteller standardmäßig verbauten Lampe (schlimmstenfalls noch mit Dynamoantrieb!) unterwegs ist, wird auch von Autofahrenden oft erst spät wahrgenommen. Dieses kann zu gefährlichen Situationen führen, ganz oft aber zu der sehr unangenehmen, dass man total geblendet wird. Zuerst förmlich paralysiert vom Xenonlicht und danach sieht man erstmal gar nix mehr. Im Blindflug auf dem Rad. Weiterfahren wird unmöglich. Ich hasse das! 😡

Wer jetzt oft mit dem Rad unterwegs ist, sollte schon zur eigenen Sicherheit sein Rad mit einer ordentlichen Lampe aufrüsten. Ja, die sind schon ziemlich teuer. Aber so eine Funzel vom Discounter kostet auch um die 10 Euro und taugt nicht wirklich was. Ich habe vorher andere Radler nach ihren Erfahrungen befragt, um mich nicht nur auf Netzkommentare zu verlassen. Dann habe ich mir eine Busch + Müller Ixon IQ gekauft. Die hat zwei Leuchtstufen (normal – 15 LUX und superhell – 80 Lux!) und einen recht brauchbaren Akku ( 20 bzw. 5 Stunden). Eine Zweithalterung habe ich mir auch noch gekauft, um die Lampe nach Bedarf einfach umstecken zu können. Die Ausgabe von ca. 60,-€ habe ich nicht bereut. Hinten trägt mein Rad ein günstiges (ca. 10,-€) Rücklicht: Red Light Diamond HQP. Man kann es auf Dauerbetrieb und blinkend einstellen. Gefällt mir ebenfalls gut. 

Und dann gibt es diverse leuchtende Spielereien fürs Bike… LEDs für Ventilkappen, zum zwischen die Speichen klemmen, Bike Balls etc. Neonfarbige Klamotten, Helmleuchten, reflektierende Jacken – ganz egal was auch immer gefällt – Hauptsache ist, man wird gesehen!