Niedersachsen auf dem Weg in die Zukunft

  

Bei der heutigen Zeitungslektüre lag das Thema „Elektromobilität“ wieder im Blickpunkt. Der Städte- und Gemeindebund Niedersachsen fordert den Ausbau der Elektromobilität besonders in der Fläche. Man will verhindern, dass wieder eine Zukunftstechnologie verschlafen wird. (Quelle: Weser Kurier). Die taz schreibt dazu: „Tatsächlich sieht etwa der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) für E-Autos eher eine Zukunft auf dem Land. E-Mobilität sei für Pendler interessant, die 40 bis 50 Kilometer zur Arbeitsstelle fahren müssten und ihre Strecken gut planen könnten. In der Stadt plädiert der VCD hingegen eher für „autoreduzierte Mobilität“. Und ohnehin ist man beim VCD von E-Autos nicht begeistert: Zwar helfen die Fahrzeuge bei der Luftreinhaltung, ohne Strom aus regenerativen Energien seien E-Autos den Benzinern bei der CO2-Bilanz aber keineswegs voraus.“ (Kompletter Artikel und der dazugehörige Kommentar

Schade: Man möchte die Elektromobilität fördern, aber die Negation überwiegt. Allenthalben wird wieder auf geringe Reichweiten, fehlende Ladestruktur und neuerdings auf die Notwendigkeit, dass der verwendete Strom aus erneuerbaren Energiequellen kommen müsse, hingewiesen.

Für die alltäglichen Fahrten zur Arbeit / Einkauf etc. stellen 120km Reichweite kein wirkliches Problem da. Die Ladeinfrastruktur muss weiter ausgebaut werden, dass ist klar. Aber man betrachte sich mal die Anzahl der Tankstellen nach den erhöhten Umweltauflagen in den letzten 20 Jahren. Im ländlichen Raum gibt es längst nicht mehr in jedem Dorf eine Tankstelle. In Adolphsdorf gab mal eine, in Bergedorf und Hüttenbusch auch. Viele der kleinen, freien Stationen mussten schließen. Da muss man mit dem Benziner / Diesel auch ans rechtzeitige Tanken denken (ich spreche da aus eigener Erfahrung…!). 

Dazu gehe ich davon aus, dass der Personenkreis, der bereits ein Elektroauto hat bzw. sich ernsthaft mit der Thematik beschäftigt, auch in anderen Bereichen Wert auf Nachhaltigkeit legt. Strom kommt eben nicht einfach so aus der Steckdose. Ob an den öffentlichen Ladesäulen die Herkunft des verwendeten Stroms sichtbar ist, werde ich noch recherchieren. 

Es sollten vielleicht mehr Gründe FÜR den Betrieb von Elektroautos gesucht und kommuniziert werden: keine schädlichen Abgase, kein Lärm, klar – alles bekannt. Befreiung von der Kfz-Steuer – 5 Jahre keine Steuern, danach nur der halbe Satz – das ist der Hammer! Dazu die Kaufprämie, geringe Betriebskosten durch Angebote öffentliche Ladesäulen gratis zu nutzen, z. B. in Tarmstedt. Tanken für lau also. Von Seiten der Autohersteller gibt es ebenfalls Anreize; Pannenhilfe und Ersatzfahrzeuge beispielsweise.

Eine Förderung, wenn man seinen kraftstoffbetrieben Wagen abschafft, könnte eine Idee sein. Den großen Protest über die Forderung ab 2030 keine kraftstoffbetriebenen Fahrzeuge mehr zuzulassen, kann ich nicht nachvollziehen. Das betrifft doch nur die Neuzugänge – die Wagen, die umweltverpestend auf den Straßen unterwegs sind, dürfen ja noch weiterhin genutzt werden. Ohne einen gewissen Druck von oben wird sich die Automobilindustrie nicht ins Zeug legen. Von daher bin ich natürlich auch für die blaue Plakette.

In Städten gibt es die Möglichkeit viele Wege mit dem ÖPNV, dem Rad oder zu Fuss zu erledigen. Transporte können mit Lastenrädern oder mittels Carsharing durchgeführt werden. Es ist nicht mehr notwendig, dass jeder Verkehrsteilnehmer ein eigenes Auto – egal ob mit oder ohne Elektroantrieb – besitzt. Das Platzproblem findet nur durch eine Verminderung von Fahrzeugen eine Lösung. Städte für Menschen da und nicht für Autos! Auf dem Lande ist der ÖPNV nicht flächendeckend vorhanden, viele Wege sind für Fahrräder und Fußgänger zu weit. Hier liegt die Chance beim Carsharing, optimal natürlich mit einem nachhaltigen Antrieb. 

Will man wirklich das Auto – oder möchte man eigentlich nur von A nach B kommen?! Eine Bohrmaschine brauche ich auch vielleicht einmal im Jahr, um ein Loch in die Wand zu bohren. Muss ich dafür eine besitzen? Die viel Geld kostet und nur Platz wegnimmt… Besitzen vs. Teilen…

2 Gedanken zu “Niedersachsen auf dem Weg in die Zukunft

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