Mal schauen, was ‚Draußen‘ so los ist…

Es wird Frühling. Das merkt man schon daran,dass allerorten Fahrradmessen stattfinden. Nach Osnabrück habe ich es nicht geschafft, zur Berliner Fahrradschau leider auch nicht (wird für 2018 fest eingeplant!), aber der Termin in Bremen ist immer fest gesetzt. Leider gibt es für eine Radmesse, bei der man ja davon ausgehen kann, dass deren Klientel mit dem Rad kommt, nicht ausreichend genug Fahrradstellplätze / Möglichkeiten das Rad anzuschließen. 

(Foto: Mit dieser Schönheit habe ich noch einiges vor😉)

Warum eine Messe, die in einer Halle stattfindet, den Namen ‚Draußen‘ trägt, erschließt sich auch nicht sofort. Ich fand die alte Bezeichnung Rad+Outdoor ja sinniger. Aber gut. Ein herzlicher Dank an den TORFKURIER, bei dessen Preisausschreiben ich mein Ticket gewonnen hatte! Den üblichen Preis für ein Ticket in Höhe von 9,-€ finde ich ziemlich happig. Es gibt allerdings genügend Möglichkeiten, sich ein vergünstigtes Ticket für 6,-€ zu ergattern.

(Foto: Cargobike für das urban stylische Kind)

Im Eingangsbereich warteten zahlreiche Tourismusstände auf Radurlauber, bzw. solche, die es werden möchten. Im eigentlichen Fahrradbereich lag der Fokus klar auf Elektrorädern. Lastenräder waren auch gut vertreten, egal ob mit Unterstützung, Kindersitzen oder als fahrender Bierausschank. Mir gefiel das Coffeebike ebenso wie der Kaffeestand beim Kulturbereich mit der Jurte. Wunderschöne alte Stahlrennräder sowie Trikots und Mützen (vergilbt mit Originalschweiss) konnten bestaunt werden. Außer Klamotten und Zubehör gab es gerade für die Rennradler etwas Spezielles: einen Stand, dessen Angebot die dauerhafte Haarentfernung war…

(Foto: eine fantastische Sammlung, Kristoffer!)

Im BMX und Skaterbereich ging es dafür deutlich lauter und hektischer zu. Ich entkam nur knapp einem Hörsturz, aber dafür waren hier auch die Stände mit den geilsten Klamotten. Kleine Label, viel nachhaltiges und upcycled. Gürtel und Portemonnaies aus alten Fahrradreifen etwa, megacoole Radrucksäcke aus Plane oder Teichfolie. Und die Radheldin kauft sich erstmal ’ne Mütze. Wird ja Frühling, schon klar…

In den weiteren Bereichen präsentierten sich die verschiedensten Sportarten, bzw. das Zubehör, was dafür benötigt wird: ob Surfen, Skaten, Tauchen, Bogenschießen, Parkour oder Kistenturmklettern, so gut wie nichts, was nicht vertreten war. Im Surfbereich sah ich einen als Wohnmobil modifizierten VW Bulli und dachte nur wow, da passen ja massig Fahrräder rein!

(
Foto: Die Sinnhaftigkeit eines Automobiles lässt sich nur anhand der Transportkapazitäten für Fahrräder erklären!)

In einer Halle auf einmal starker Essensgeruch und eine megalange Schlange. Aha – ein Hersteller verteilte kostenlose Pizzaburger. Der Veganerin in mir wurde schon mal schlecht… Ich konnte einen Blick in das Innere des Lastwagens, wo eine komplette industrielle Großküche drin war, erhaschen. Es wurde gerade eine ganze Palette mit Kartons voller Pizzen abgepackt. Nee, da hole ich mir lieber was zu Essen bei einem Stand, wo es nicht so fabrikmäßig zugeht.

(Foto: Kaffee muss sein!)

Also insgesamt sehr viel zu gucken, der eigentliche Fahrradbereich könnte noch ein paar Exoten / kleinere Hersteller und gerne noch mehr Bikekultur vertragen. Es macht immer wieder Spaß Leute zu treffen, die man sonst nur auf dem Rad sieht bzw. die den gleichen „Hau“ haben, wie man selbst! 

(Foto: Cargobike für Familientouren)

Warum Mobilitätswende nur in Städten?

  

  
Momentaufnahme – Samstag nachmittag, einkaufen. Die Liste nicht allzu lang, das Wetter fein und ich trotz Laufeinheit nicht völlig ausgepowert. Also rauf aufs Rad. Damit es mehr Spaß macht, natürlich auf den Crosser. Mir fehlten auch noch ein paar klitzekleine km für die Challenge meiner neusten Radapp. Das so ein an sich kindisches Belohnungssystem funktioniert, sieht man ja an den ganzen Treuepunkten und -karten des Handels. Der Mensch ist halt doch noch „Jäger & Sammler“.

Mein Augenmaß ist schon ziemlich gut und im vorteilhaft Einpacken bin ich große Klasse. Heute war es superknapp, der Rucksack zum Bersten gefüllt und kurz vor der Platzgrenze. Für die Mandarinen fand sich zum Glück noch Platz in einer Tasche des Rucksackdeckels 😉 Was mir am meisten am Radfahren gefällt, ist ja das Freiwerden des Kopfes. Gedanken, die sich sonst immer selbst in den Schwanz beissen und im Kreise drehen, bekommen dann plötzlich Flügel. Neue Ideen sind mit einem „Pling“ plötzlich da. Zum wiederholten Male dachte ich daran, wie bequem der Einkauf mit dem Lastenrad doch war. Keine Platzprobleme, kein Gewicht auf dem Buckel… 

Es sollte eigentlich belohnt werden, wenn man seinen Dieselstinker ab- und sich stattdessen ein CO2neutrales Fahrzeug anschafft. Auch wenn es sich dabei um ein Fahrrad handelt. Wenn die staatliche Prämie, welche sich ja als Ladenhüter entpuppt, dafür umgewidmet werden könnte, würde es sicherlich vielen Leuten, denen es wie mir geht, den nötigen restlichen Schubs geben, diesen Schritt zu wagen. 

Die Mobilitätswende kann nicht nur den Wechsel von einem mit fossilen Treibstoffen angetriebenem Auto zu einem Elektroauto bedeuten. Die Anzahl der Autos muss deutlich verringert werden, damit Städte wieder für Menschen da sind und nicht nur gigantische Parkplätze. Mobilität ist mehr als nur Auto. Dazu gibt es hier einen lesenswerten Artikel von Greenpeace. Und die dazugehörige Studie von InnoZ. Was mich daran stört, ist die Tatsache, dass der Wandel immer nur in Städten praktiziert werden soll. Auf dem Lande haben wir nicht das Platzproblem, okay. Aber Abgase machen auch die Menschen, die in den Dörfern leben krank. Die Bevölkerung auf dem Lande darf nicht von der Infrastruktur abgehängt werden. Intermodale Mobilität, einfach und bequem, muss es hier auch geben! Nur so kann ein Wandel in den Köpfen entstehen und sich die Anzahl der Autos reduzieren. 

(Grafik: Spoke Magazin)

Mal Urlaub auf dem Rad?


Nachhaltigkeit betrifft auch das Thema Urlaub.

Beim Fahren mit dem Bullitt Lastenrad kam mir der Gedanke, dass dieses Rad auch gut für einen Fahrradurlaub geeignet wäre. Man kriegt auf alle Fälle jede Menge Gepäck mit und muss keinen Rucksack schleppen. Überhaupt würde ich gerne mal einen Fahrradurlaub machen. Mobilität nicht nur als Mittel zum Zweck, um irgendwohin zu kommen. Sondern nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ durch die wunderschöne Landschaft radeln. 

Mittlerweile gibt es deutschlandweit viele Radwanderwege. Ein Pedelec bräuchte ich nicht für diese Form von Tourismus, aber für alle, die sonst nicht so viel fahren, ist das eine tolle Alternative. Man kann weitere Strecken fahren, ohne sich total zu verausgaben. Radreisen kann man selbst organisieren oder auf bestehende Angebote zurückgreifen.

Nicole Gerdes von der Reisediele lebt nachhaltige Mobilität, sie fährt nicht nur privat ein Lastenrad, sondern besucht auch ihre Kunden damit zuhause. Ein paar Fragen an Nicole:

Was für ein Lastenrad fährst Du, wie lange schon und warum?

Ich fahre seit 2008 ein zweirädriges Lastenfahrrad, das in einer Berliner Fahrradwerkstatt gebaut wurde. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch in Berlin gelebt. Das zweite Kind in einen Anhänger zu setzen war für mich im Berliner Stadtverkehr keine zufriedenstellende Alternative. Außerdem war es so einfacher, Einkäufe und Kinder gleichzeitig zu transportieren. Heute dient mir das Lastenfahrrad zusätzlich als Dienstwagen, um Kundentermine wahrzunehmen.

Was machst Du, wenn der Weg zu weit bzw. das Wetter zu schlecht ist, um zum Kundentermin zu kommen?

Dann fahre ich mit einem e-Auto des e-Carsharing Forums Tarmstedt. 

Fühlst Du Dich mit nachhaltiger Mobilität auf dem Lande benachteiligt?

Ich möchte es gerne positiv formulieren, ich finde dafür, dass wir auf dem Land leben komme ich mit nachhaltiger Mobilität ziemlich weit.

Hey, dass ist ein guter Standpunkt! Trotzdem: Würdest Du lieber in der Stadt oder im „Speckgürtel“ wohnen / arbeiten?

Manchmal vermisse ich die Großstadt, dann fahre ich nach Möglichkeit für ein paar Tage Freundinnen besuchen und gelegentlich bin ich auch aus beruflichen Gründen einige Tage in der Stadt. Leben möcht ich dort nicht mehr. Ich liebe das Leben auf dem Land und bin mit meiner beruflichen Situation mehr als zufrieden.

Was fällt eigentlich noch alles unter „nachhaltigen Tourismus“ ausser Radreisen?

Als nachhaltigen Tourismus bezeichnen wir eine Tourismusentwicklung, die umweltverträglich, ökonomisch sinnvoll und ergiebig, sozialverträglich und kulturell angepasst ist. Das Forum Anders Reisen hat dazu einen ganzen Kriterienkatalog entwickelt, an dem sich Reiseveranstalter bezüglich der Nachhaltigkeit ihres Tourismusangebotes messen können. Ein sehr gutes Beispiel ist das folgende Spannungsfeld: Tourismus lebt von schönen Landschaften – Tourismus zerstört Landschaften. Wenn Tourismus dazu führt, schöne Landschaften zu erhalten, dann handelt es sich in ökologischer Hinsicht um nachhaltigen Tourismus, von dem auch nachfolgende Generationen profitieren können, sowohl als Reisende als auch als Bereiste. Es gibt inzwischen eine große Anzahl Reiseveranstalter, die sich auf nachhaltigen Tourismus spezialisiert haben. Diese bieten von Rad- und Wanderreisen über Familien auf Sardinien bis zur Fernreise inkl. Safari alles an, was das Herz begehrt, sofern eben die Verträglichkeitskriterien eingehalten werden. 

Hat das Interesse an nachhaltigen Urlauben aus Deiner Sicht in den letzten Jahren zugenommen?

Das Interesse hat zugenommen, das Angebot an nachhaltigen Angeboten nimmt stetig zu. Die großen Reiseveranstalter haben Nachhaltigkeitsabteilungen, schreiben Nachhaltigkeitsberichte und lassen ihr Unternehmen von TourCert mit dem Corporate Social Responsibility Zertifikat auszeichnen. Auch auf der ITB haben Nachhaltigkeitsthemen inzwischen einen festen Platz.

Bieten sich mit nachhaltigen Angeboten auch Chancen für ländliche Kommunen?

Absolut, Touristen und Tagesausflügler fragen immer häufiger nach nachhaltigen Angeboten im Umland. Dies betrifft sowohl die sogenannten Best Ager als auch Familien mit Kindern. Pfiffige Ideen bieten den ländlichen Kommunen m.E. durchaus Möglichkeiten, die kommunale Wertschöpfung und die Zufriedenheit ihrer Bevölkerung zu erhöhen.

Mmmmh, das wäre doch eine Idee für Gemeinden abseits des „Künstlerdorfes“.

Urban life upp’n dörp…


Das ist ungerecht: in der Stadt gibt es vielfältige Mobilität – an jeder Ecke ÖPNV, Car-Sharing-Angebote, Fahrradkuriere und coole Lastenräder… Den Landbewohnern bleiben Diesel-PKWs und Traktoren?! Den Umstieg auf so ein Cargobike macht man ja nicht nur, weil es umweltfreundlich, vernünftig und kostengünstig ist; das Emotionale, also der Spaßfaktor spielt auch eine Rolle. Grade so ein Rad, was schon optisch etwas hermacht, vertritt ein bestimmtes Lebensgefühl. Das trifft zu 100% auch auf das Bullitt zu. Jenen quietschgrünen Traum, den ich ein Wochenende lang fahren durfte!

Nach diesem wirklich wunderschönen Bike haben sich echt die Leute den Kopf verdreht 🙂 Das Bullitt ist eine der bekanntesten Lastenradmarken. Und das vollkommen zu Recht. Es fährt sich angenehm leicht, wie ein Trekkingrad. Vorne wurde bei meinem Testrad eine Transportmulde auf der Ladeplattform installiert. Darin ein zusammenklappbarer Kindersitz – in Luxusausführung mit weichem Polster und Anschnallgurt. Dazu gab es für Schmuddelwetter noch eine Abdeckhaube.

Auch ohne Elektrounterstützung lässt sich das Bullitt mit Gewichtszuladung gut fahren. Die Lenkung reagiert recht feinfühlig, beim Signalgeben sollte man mit der anderen Hand gut festhalten, um den Lenker nicht zu verreissen. Auch Wiegetrittfahren ist etwas gewöhnungsbedürftig, werden aber die meisten Fahrer eh nicht machen. Die Scheibenbremsen sind sehr effektvoll und griffig, das Rad steht fast sofort.

Ein gemütlicher Sitz!


Meine Jungs waren von dem Kindersitz absolut begeistert! Bei ihnen ist das Bullitt der klare Testsieger, auch wenn die Mulde in der Breite schmaler als beim i:SY ausfällt. Die Vorteile des Kindertransportes mit dem Lastenrad hatte ich bereits im vorherigen Testbericht geschildert. Auch das Fahren an sich ist angenehmer, als mit einem Anhänger hinten dran.

An den großen Wendekreis gewöhnt man sich und die Begegnungen mit anderen Lastenrädern auf schmalen Bürgersteigen sind im dörflichen Umfeld eher selten. Hier hat man doch Platz – Bahn frei für’s Lastenrad!

Noch hat ein Lastenrad hier auf dem Lande Exotenstatus, aber wird sich ändern: Spätestens wenn beim sonntäglichen Tatort eine Leiche darin beiseite geschafft wird, ist das Lastenrad im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen.

Technik:
Shimano Deore 2×10 Gang Schaltung
Scheibenbremsen
Gewicht ca. 25kg

Für das Bullitt gibt es viele verschiedene Antriebsgruppen und Aufbauten. Man kann das Rad ganz nach seinen Wünschen und Ansprüchen gestalten. Hier gibt es einen Überblick.

Das Lastenrad wurde mir von Sonsteby’s, Bremen kostenlos zur Verfügung gestellt. Dieser Text spiegelt meine eigene, subjektive Meinung wieder.

Das i:SY im Kidstest

Radfahren macht Spaß! So ein Lastenrad funktioniert auch als Familienkutsche für 1 bis 2 Kinder. Und die finden das megacool. Auch wenn Sie schon lange selbst radeln können. Im Vergleich zum gestrigen Megaeinkauf war die Gewichtszuladung nur gering. Den e-Antrieb habe ich allein für den Spaßfaktor verwendet. 😀 Für die Sitzbank sollte man ein Kissen oder Polster besorgen, bei einer längeren Fahrt wird es sonst unbequem.

Zum Kindertransport ist ein Lastenrad eine gute Alternative zum Fahrradsitz oder Anhänger. Das Kind sitzt höher als im Anhänger (dort ist es in der gleichen Höhe wie die Autoabgase!) und sieht auch etwas. Man selber hat das Kind im Blick und kann sich während der Fahrt unterhalten. Etwas Platz, um ein paar Kleinigkeiten mitzunehmen findet sich auch noch.

Meiner Meinung nach eine echte Alternative zum (Zweit-)wagen für eine Familie mit kleinen Kindern.  

Technisches:

  • Schaltung: 9 Gang Shimano Sora
  • Heckmotor
  • Gewicht: ca. 40 kg
  • Straßentauglich mit Beleuchtung und Klingel

Viele tolle Lastenräder gibt hier, auch zum ausleihen!

Im Kaufrausch – Großeinkauf mit dem Lastenrad

So rein optisch ist das i:SY ein ganz anderer Schnack als das Omnium. Es hat keine Plattform, sondern eine Mulde mit herausklappbarer Sitzbank. Damit wird ganz klar eine andere Zielgruppe angesprochen: Eltern, die ihre Kids transportieren wollen und eben auch Großeinkäufe machen müssen. Das Lastenrad erinnert ein bisschen an eine Kreuzung aus Hollandrad und Schubkarre. 😜

Für mich war zuerst einmal die Sitzposition etwas gewöhnungsbedürftig. Aufrecht, halt hollandradmäßig. Der Elektroantrieb funktioniert auch für Technikdussel denkbar einfach. Anschalten und die gewünschte Unterstützung von Stufe 1 bis 5 auswählen. 0 entspricht neutral und mit dem Minusbereich kann man Akkukapazität sparen. Um leer und ohne nennenswerte Steigungen und Gegenwind zu fahren, reicht mir „neutral“ vollkommen aus. Einen Geschwindigkeitsrekord gibt es damit natürlich nicht. Aber es muss auch nicht immer gerast werden, manchmal ist gemütliches Fahren auch sehr schön. 

Auf meinem Weg von Bremen nach Grasberg hatte ich genügend Zeit, um mein Augenmerk auf die Beschaffenheit der Radwege zu richten. Holpriges Pflaster, Baumwurzeln und zerbrochene Betonplatten steckt das i:SY nicht optimal weg, die Mulde klappert laut und die Bodenbeschaffenheit ist gut am Hintern zu spüren. Am besten kann man damit auf der Straße fahren. 

Der absolute Härtetest folgte nun beim Großeinkauf. Da mir die riesige Mulde zur Verfügung stand, habe ich bei Getränken (20,5 ltr.) so richtig zugeschlagen. Waschpulver (10 kg) war grade im Angebot und dazu noch das übliche Sammelsurium von Süsskram über Joghurt bis zu Klotzfisch. Der Einkaufswagen liess sich nur noch schwer steuern. 

Der Megaeinkauf passte perfekt in die Mulde! Puuh, gutes Augenmaß gehabt. So um die vierzig Kilo plus Radgewicht wollte ich mir dann nicht antun. Jetzt war ich bereit für den E-Antrieb.

Sehr angenehm, das Fahren war überhaupt nicht anstrengend, lockeres Pedalieren wie mit Rückenwind bergab. Nur im Lenkverhalten macht sich die Zuladung bemerkbar. Abrupte Bewegungen sollte man tunlichst vermeiden! Beim Anfahren hat man den gleichen Effekt, als würde man angeschoben bzw. wie ein „Kickdown“ in PKWs mit Automaticgetriebe. Coole Sache, das! Damit kann man auch ’ne Waschmaschine den Weyerberg hochbringen, oder so…

Morgen mehr zu: Kids an Bord und Technik

Die Radheldin goes e-Bike oder mein Wochenende als i:SY Rider

E-Bikes sind was für Rentner. Die meisten Radleute die ich kenne, nehmen e-Bike-Fahrer nicht ganz für voll. Wenn ich mich einen Berg Hügel hochquäle und so ein motorisiertes Etwas flitzt an mir vorbei, dann finde ich das auch nicht so toll. Aber für Leute, die nicht verschwitzt irgendwo ankommen (Arbeit, Date) und aufs Auto verzichten wollen, ist es doch die Lösung. 

An diesem Wochenende testet die Radheldin das i:SY Lastenrad mit e-Unterstützung. Und es ist ein Pedelec, kein e-Bike. Denn so schnell fährt es nun auch wieder nicht. Das Bullitt teste ich ein anderes Mal, es wird noch in der Werkstatt bei Sønsteby’s aufgehübscht.  

Morgen gibt’s den ersten Testbericht – über alle Follower freue ich mich und übers liken und teilen natürlich auch!

Abschied… Omnium#3

Montag… der Bremer Sommer ist anscheinend vorbei und ich gebe das Lastenrad zurück. Schade, ich hatte mich schon richtig dran gewöhnt. 

Heute früh hatte ich allerdings das erste Mal mit etwas Wind zu tun. Und da ist so ein Cargobike schon anfälliger, da ja die Fläche, die sich dem Wind entgegenstellt, erheblich größer ist. Hier konnte ich die geniale Schaltung endlich so richtig nutzen. Beim Fahren im Wiegetritt schwankt das Rad ganz schön, aber im Alltagsgebrauch wird so wohl eher nicht gefahren.

Und: Bei Wind empfiehlt es sich, keine offene Kiste zu nehmen, bzw. leichtere Sachen etwas abzudecken oder zu befestigen. 

Wohnen auf dem Lande hat auch Vorteile, einer liegt darin, dass genügend Platz zur Verfügung steht. So ein Lastenrad benötigt natürlich eine größere Stellfläche als ein Standardrad. Aber immer noch erheblich weniger als jedes Auto. In unserem Carport stand es recht verloren herum. Das Omnium läßt sich aber platzsparend auch hochkant aufstellen. 

Das Omnium Cargobike hat ein Top-Fahrverhalten, es liegt gut auf der Straße und steckt auch Kopfsteinpflaster und Schotterstrecken ganz gut weg. Sandwege sollte man lieber meiden, da fährt es sich nicht schön. Für Langstrecke (20+ km) ist es gut geeignet. Ich könnte mir sogar vorstellen, damit eine mehrtägige Radtour zu machen. Zelt und Gepäck bekommt man prima mit. 

Technik-Gedöns:

  • Schaltung: SRAM X5 10 Gang mit 11-36 (!) Kassette
  • Kettenblatt: 130 Durchmesser 42 Zähne
  • Avid Scheibenbremsen
  • Gewicht: ca. 17kg

Fazit: tolles Rad! Das Fahren an sich hat soviel Laune gemacht, dass die Transportmöglichkeit ein angenehmer Nebeneffekt ist. Bock auf Bike! Dazu kommt der kommunikative Aspekt, ich fiel mit dem für den ländlichen Bereich ungewöhnlichen Gefährt auf und wurde oft angesprochen. Als Radfahrende kommt man wesentlich leichter in Kontakt mit anderen Menschen als Autofahrende in ihren Einzelzellen.

Um zu erreichen, dass Leute vom Auto aufs Rad umsteigen, braucht es mehrere Gründe: aus Vernunft (CO2-Fußabdruck); wenn die Nutzung praktischer und schneller (Parkplatzsuche, Stau) ist; aus Kostengründen (sowohl die Anschaffung, Nutzung als auch Ersatzteile, Wartung und Werkstattkosten sind günstiger, keine Steuer, nur geringe Versicherungskosten) und nicht zuletzt die Emotionen. Wenn das Fahren keinen Spaß macht, wird im Zweifelsfall doch eher das Auto genommen. 

Demnächst geht der Lastenradtest in die zweite Runde, voraussichtlich mit dem Bullitt. Mein Test wird freundlicherweise unterstützt von Sønsteby’s.

Omnium #2

Samstag – der Tag, an dem der Wocheneinkauf erledigt wird – Großkampftag also. So wirklich toll finde ich die Einkaufsarie ja nicht. Mal sehen, ob es mit dem Lastenrad etwas mehr Spaß macht.

Die Schaltung ist butterweich – schwupps schnell nach Worpswede geradelt. Auf der großen Plattform habe ich eine Klappkiste befestigt und meine große Radtasche ist auch dabei. Da ich die Sachen nicht wegschließen kann, muss ich mir vorher überlegen, in welcher Reihenfolge ich die Geschäfte anfahre: Zuerst Apotheke und Drogeriemarkt, dort kaufe ich nur Kleinigkeiten,  die passen in die Radtasche. Danach Supermarkt, hier sind es schon ein paar Sachen mehr, aber die Radtasche ist groß genug. Ganz zum Schluss für die restlichen Dinge zum Discounter. 

Auf dem Weg nach Hause noch kurz Eier geholt, die mag ich nicht mehr im Laden kaufen und hole sie lieber da, wo die Hühner noch im Garten laufen dürfen.

Hat alles prima geklappt. Nur Küchenrolle und Klopapier habe ich vergessen,  da ich unterwegs meinen Einkaufszettel verbummelt habe. Das hätte ich aber ohne Probleme noch verstauen können. 

Fazit: Etwas mehr Überlegung bei der Einkaufsplanung nötig, dafür aber ein sehr großer Spaßfaktor! Überraschte Blicke gab es viele und auch ein paar wohlmeinende Kommentare. Die Worpsweder Radwege sind leider ziemlich schmal; bei Begegnungen mit Fußgängern und anderen Radfahrern ist da Stress vorprogrammiert. Überbreite hat das Rad jedoch nicht, der breiteste Teil ist der Lenker. Trotzdem bin lieber auf der Straße gefahren.

Der Lastenradtest wird freundlicherweise unterstützt von Sønsteby’s

Omnium #1

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Heute ist es soweit, der Praxistest fürs Lastenrad geht in die erste Runde! Radläden haben so etwas anheimelndes. Orte zum Wohlfühlen, wo es tolle Sachen gibt und man nette Menschen trifft, die das gleiche Hobby teilen und mit denen man sofort ein Gesprächsthema findet. Sønsteby’s macht da keine Ausnahme. Sie unterstützen meine Bestrebungen, Interesse für nachhaltige Mobilität auf dem Lande zu wecken und ich darf verschiedene Cargobikes dem Praxistest unterziehen. Dafür schon einmal ein herzliches Dankeschön!

Bei schönsten Sommerwetter kann ich das Rad abholen. Die Ausfahrt mit den Rennradfreunden entfällt heute mal, ich glaube nicht, dass ich mit dem Lastenrad den Schnitt mithalten kann. Obwohl es ja ein sportliches Modell mit niedrigem Gewicht und steifem Rahmen ist. Für ein Rennen würde ich es auf jeden Fall mit einem Rennlenker und Klickpedalen pimpen… Halt stop, da gehen schon wieder die Pferde mit mir durch! Noch mal zurück auf Anfang.

Vor mir liegen knapp 25 km bis nach Hause, mit nur geringer Zulassung (ein Massenger-Bag). Eine angenehme Fahrt, mit Samba Wetter in Bremen und überall nur fröhliche,  gut gelaunte Menschen. Radfahren ist einfach kommunikativ.  Man kommt viel leichter mit anderen Leuten ins Gespräch als in einer motorisierten Einzelzelle!

Und morgen geht’s dann auf zum Wocheneinkauf!