Von kleinen Dörfern und vom großen Ganzen 

Ich bin meinen lieben Bloglesern ja noch einen Bericht über den Werkstatttag in Jesberg schuldig. Aber die letzte Woche war irgendwie Dauer-Rushhour und das ich meinen Kopf nicht mittels ausgedehnten Radfahrten frei bekommen konnte, hat sich auch bemerkbar gemacht. 

Aber nu‘: Toll war es, sehr interessant und inspirierend! Viele verschiedene Initiativen und Projekte waren dabei. Nette Gespräche natürlich auch.

Menschen mit Visionen

Da wären…

VoJes – „Vorfahrt für Jesberg e.V. „, die mich zu diesem Tag eingeladen hatten. In diesem Dorf wurde echt schon viel auf die Beine gestellt. Das ist auch bitter nötig, denn mit dem ÖPNV sieht es traurig aus, wie ich selbst erleben konnte. Es gibt zum einen ein Carsharing-Angebot, aber auch Bikesharing mit Pedelecs und e-Cargobikes, dazu noch Mitfahrbänke. Die e-Lastenräder können ganz normal ausgeliehen werden. Möglich ist auch ein Bringservice in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Einkaufsmarkt. Laub oder Grasschnitt wird über den Abholservice zum Bauhof gefahren. Mit diesen Fahrten wird ein Geflüchteter ins Dorfleben integriert. Viele verschiedene Institutionen und Personen haben sich hier vernetzt, um ein gemeinschaftliches Projekt auf die Beine zu stellen. Der Vorsitzende des Vereines, Michael Schramek, ist vom Fach und kümmert sich auch hauptberuflich um Mobilitätsberatung.

Durch das Carsharing in Schönstadt konnten in dem 1.600 Seelen-Ort immerhin ein Erst- und fünf Zweitwagen eingespart werden. Eine schöne Bilanz finde ich, dass gibt Hoffnung! Das Bio-Energiedorf hat von Anfang an ganz auf Elektromobilität gesetzt. Das hessische Pendant zur eCarsharing Tarmstedt. 😉 Um die Partygänger anzusprechen, haben sie sich einen vergünstigten Nachttarif ausgedacht. Fragt sich nur, wie es allgemein dort mit dem Nachtleben ausschaut. Der Ansatz ist schon mal gut.

Die Altenhilfe Treysa hat das Carsharing quasi als neues Sparte entdeckt und bietet damit Fahrten zu Arztterminen oder ermöglicht auch mal einen Stadtbummel. Junge Leute können den Siebensitzer selbstverständlich auch ausleihen. 

Das Carsharing Rauschenberg ist kein Verein engagierter Bürger, sondern eine Kooperation zwischen der Stadt und einem örtlichen Autohändler. Der Fahrzeugpool besteht aus zwei Elektroautos.

Der Verein Elektromobilität in Hessen hat sich der Förderung ebendieser verschrieben. Das Carsharing Konzept spricht hauptsächlich Touristen an, mit extra ausgearbeiteten Touren entlang der Märchenstraße.

Das Projekt fairfahrt hat sich dem Prinzip der Mitfahrbänke angenommen und versucht eventuelle Problematiken (Sicherheit, Verbesserung des Informationsflusses) mittels einer App und einem Terminal an der Bank zu lösen. Zusätzlich sollen die Benutzer Fahrten suchen und anbieten können.

Sehr ansprechend ist auch die Vorstellung des Projektes der Stadt Homberg. Sowohl die Performance des Bürgermeisters, dessen Begeisterung die Leute förmlich mitzieht, als auch das Projekt an sich. Die Stadtverwaltung, die des gesamten Landkreises sowie die Sparkasse tun sich zusammen, um den großen Fahrzeugpool besser zu nutzen. Die Wagen sollen nach Dienstschluss und am Wochenende zum Carsharing zur Verfügung stehen. Eine Grundauslastung ist durch die dienstliche Nutzung gegeben. Alles weitere kommt praktisch als i-Tüpfelchen obendrauf, die Verringerung der Autos in der historischen Altstadt inklusive. Entschlossenheit und Offenheit für neue Ideen sind so wichtig! Leider gibt es oft genug Hemmnisse durch die Bürokratie. Hier ist ein Bürgermeister die treibende Kraft zum Wohl seiner Stadt und der dort lebenden Menschen. 

Wir alle können einen Teil dazu beitragen, um unsere Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Lebenswert für unsere Kinder. Denn in deren Zukunft wird unsere Welt nicht mehr die sein, die wir kennen. Jeder kann beitragen und die Welt retten. Nur ein klein wenig. Jeden Tag. So werden viele kleine Stückchen ein großes Ganzes.

Foto: Dieses Lastenrad musste ich natürlich testen! Es handelt sich um ein i:SY, was ich auch schon mal im Test hatte. Der Anhänger erweitert das Ladevolumen noch mal gewaltig!

Mit dem Lastenrad in der Bahn


Lastenräder sind toll! Man kann prima umweltverträglich diverse Sachen damit transportieren. Und an sportlichen Events damit teilzunehmen, geht auch 🙂 Aber da heißt es erst einmal hinkommen: Das Lastenrad passt nicht auf einen Fahrradträger und in meinen Kleinwagen sowieso nicht. Statt Transporter dann lieber nachhaltig mit dem ÖPNV. Beim Onlinebuchen des Bahntickets stellte sich schon raus, dass man die Fahrkarte für’s Rad nur am Schalter bekommt. Warum, ist mir leider unverständlich. Der nette Mensch hinterm Schalter beruhigte mich allerdings, mit der Größe des Rades* würde ich wohl keine Probleme bekommen. Nur an den G20 dachte im Februar noch niemand…

In Hamburg hätte ich eigentlich nur umsteigen müssen, aber nun fuhren die Züge nicht / mit viel Verspätung / ab ganz anderen Haltestellen. Ich musste von Harburg bis Altona mit der S-Bahn fahren. In den Fahrstuhl am Bremer Hauptbahnhof passt das Omnium so gerade eben rein. In Harburg muss man schon ein normales Rad hochnehmen. Wie gut, das ich mir ein „leichtes“ Lastenrad ausgeliehen habe, das sich sogar hochkant abstellen lässt. Allerdings brachte mich der Fahrstuhl nicht zum S-Bahn-Gleis. Dieses war nur über zwei Treppen zu erreichen. Kleine Krafteinheit zwischendurch… Zum Glück war die S-Bahn recht leer und es hinderte mich keiner daran, mit dem Lastenrad einzusteigen. In der Bahn wurde es immer unheimlicher, bewaffnete Bahnpolizei stieg zu und es musste immer wieder gewartet werden, bis die Gleise frei seien. In Altona wieder – oh Wunder – kein Fahrstuhl. Aber immerhin zwei Rolltreppen. Bei der ersten verkantete sich das Vorderrad, was mit „freundlichen“ Kommentaren der nachfolgenden Leute bedacht wurde. Als ob es dadurch besser gehen würde… Durch den erzielten Lerneffekt klappte die zweite Rolltreppe aber gut. Als ich dann glücklich im Regionalexpress in Richtung Flensburg sass, dachte ich nur, dass mich jetzt nichts mehr schocken könne. 

Die Rückreise zeigte dann, wie einfach es eigentlich gehen kann. Im Regionalexpress fuhren einige übermüdete Radsportler mit, der Fahrstuhl im Hamburger Hauptbahnhof hatte ausreichende Größe, nur im IC-Fahrradabteil war es etwas eng. Dumm nur, das die Ausstiegsrichtung erst im letzten Moment angesagt wurde und logischerweise entgegengesetzt meiner Annahme war.

Das Anstrengenste an der Nortorf24 war eigentlich der Rückweg von Bremen Hauptbahnhof nach Adolphsdorf. Da hatte ich keine gepolsterte Radhose mehr an, sondern eine Jeans, damit schmerzte es doch sehr…

* = Länge ca. 218 cm, Breite ca. 50 cm, Gewicht ca. 18 kg

Wer dieses oder ein anderes Lastenradmodell gerne mal testen möchte, kann es bei Sønsteby’s in Bremen ausleihen. So habe ich das auch gemacht! 😃

Just ride – 24 Stunden in Nortorf


Was macht den Reiz von Wettkämpfen und Radsportveranstaltungen aus? Zum einen natürlich der Wettstreit mit anderen, das Austesten der eigenen Grenzen, aber auch die Gewissheit dort andere Menschen zu treffen, die einen ähnlichen „Hau“ weg haben, wie man selbst.

Ähnlich ist es in jedem Sommer in dem kleinen Städtchen Nortorf, welches ganz zufällig den geografischen Mittelpunkt Schleswig-Holsteins bildet. Die RSG Mittelpunkt hat mittlerweile zum achten Male ihren 24 Stunden Radmarathon ausgerichtet. Ich kenne keine andere Veranstaltung, die so gut und liebevoll organisiert wird! Den vielen Helfern auch von meiner Seite ein ganz dickes Lob und ein ❤ liches Dankeschön! Das spricht sich natürlich bei den Teilnehmern herum, die meisten sind zum wiederholten Male dabei. Und einige haben durchaus eine längere Anreise gehabt, Radsportler vom Starnberger See etwa oder aus Köln.

Bei meinem Lastenradtest im letzten Jahr, hatte ich schon die fixe Idee, mit dem Omnium an diesem Event teilzunehmen. Dieses Cargobike ist von seiner Rahmenkonstruktion her auf schnelle Geschwindigkeiten ausgelegt. Es ist auch deutlich leichter als andere Lastenräder. Kristoffer von Sønsteby’s hat das Rad noch renntauglich ausgestattet, mit Rennlenker, einer Campagnolo Record Schaltung (!) und Rennbereifung natürlich. Die Pedale habe ich gegen meine eigenen getauscht, damit ich eingeklinkt fahren konnte.

Die Frage war, ob sich das Lastenrad nicht nur für den Alltag eignet, sondern wie es sich im sportlichen Einsatz macht.

Ein Lastenrad fiel natürlich gleich ins Auge, da fast alle anderen Teilnehmer Rennräder dabei hatten. Es gab einige Zeitmaschinen, Radonneure und ein oder zwei Trekkingräder. Die Teilnehmer fahren neutralisiert bis zum eigentlichen Start angeführt von Bernd auf seinem Klappi. Ich bin ja noch nie Klapprad gefahren, aber das hat irgendwie was…

Windschattenfahren geht mit dem Cargobike nicht wirklich, bzw. war mir zur gefährlich. So war klar, das ich einen Großteil solo fahren würde. Der Wind war ziemlich stark, was allerdings den Vorteil hatte, das die dicken Wolken schnell weitergepustet wurden. Die Nortorf „Runde“ ist eigentlich ein fast gleichschenkliges Dreieck. Es gibt einen Anstieg auf der Strecke, der gefühlt mit jeder Runde steiler wird. Ich habe mit dem Lastenrad tatsächlich einige Rennradler dort überholt, was mich doch erstaunt hat. Bergab war ich mit dem höheren Gewicht sowieso im Vorteil.

No Strava, no Garmin!

Ich habe aus grundsätzlichen Gründen kein Garmin und keinen Tacho am Rad. Üblicherweise zeichne ich meine Touren mit Runtastic über’s Handy auf. Ungefähr nach der Hälfte der ersten Runde fiel mir auf, dass ich dieses gar nicht gestartet hatte. Die Runden zählen geht ja auch so und die Bruttozeiten sind nachher in der Ergebnisübersicht zu finden. Darum bin ich einfach nach Gefühl gefahren. Der Wind kostete reichlich Kraft. Wenn er von der Seite kommt, findet er eine recht große Angriffsfläche. Meine beiden Runden mit Holger und Marc und die mit Rolf waren schneller als die Solorunden, das machte sich bemerkbar. Ich habe auf meinen Körper gehört, Pausen gemacht und bin mein Tempo gefahren.

Es gab für mich einige magische Momente: Die untergehende Sonne strahlte so durch die Wolken, als hätte jemand das Licht angeschaltet. Es sah herrlich aus, die innere Stimme fing an zu singen und ich hatte mit einem Male das beruhigende Gefühl, alles wird gut. Und so war es auch. Wir hatten Vollmond, klare Sicht und der Wind legte sich. Es war wunderschön, durch die Nacht zu fahren. Getoppt wurde das nur durch das Gefühl beim Fahren in den werdenden Tag. Allein dafür hat sich alles schon gelohnt.


Radfahren macht mir Freude und das sieht man auch. (Foto: Bernd Schmidt, RSG Mittelpunkt) #darumRad

Das Omnium und ich sind in Nortorf 11 Runden gefahren, d.h. 308 km. Das ist das gleiche Ergebnis, was ich im letzten Jahr mit dem Rennrad erzielt habe. Fazit: Das Rad ist für einen sportlichen Langstreckeneinsatz gut geeignet. Der Rest hängt vom Fahrer ab. Oder auch: Es liegt nicht am Pfeil, sondern am Indianer!

Der Gewinner Maik Tonek kommt aus Bremen. Er hat den neuen Streckenrekord mit unglaublichen 27 Runden aufgestellt. Hut ab vor Deiner Leistung und herzlichen Glückwunsch!

Ich freue mich, nette Menschen kennengelernt zu haben. Viele haben interessierte Fragen zu dem Lastenrad gestellt. Noch hat es gerade im ländlichen Bereich einen Exotenstatus. Je öfter man eines sieht, desto eher etabliert es sich als Mobilitätsalternative. Ich hoffe, das meine Aktion einen kleinen Teil dazu beigetragen hat.

Über mein Abenteuer der An- und Abreise mit der Bahn werde ich noch berichten.

Dieser Text spiegelt meine Meinung nach der Teilnahme am Radmarathon wieder. Dafür habe ich mich auf dem üblichen Weg registrieren lassen und Startgeld gezahlt. Das Lastenrad wurde mir von Sonsteby’s, Bremen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Cycling in the rain…


Endlich wieder ein Lastenrad auf dem Hof – nun muss nur noch das Wetter besser werden. 

Meine Bloggerkollegin Radelmädchen kennt fünf Gründe, warum das Radfahren bei Regen Spaß macht. Wirklich toll finde ich es allerdings nicht. Beim gestrigen Wolkenbruch 🌧☔️💦 war ich mit dem Trekkingrad unterwegs. Es war wie Duschen, nur mit Klamotten und auf dem Rad! Zum Glück war es wenigstens nicht kalt. Und: Regen ist auch nur Wasser!

Heute habe ich das Omnium zu mir nach Hause geholt. Am nächsten Wochenende wollen wir zusammen Nortorf24 bestreiten. Leider fieselte es bei der Überführungsfahrt, so dass ich sie nicht wirklich genießen konnte. Vorteil bei Regen: Kein Schmodder, der vom Vorderrad hoch ins Gesicht spritzt. Nachteil: kein Schutzblech hinten (der Arschretter klemmt am Crosser). Das authentische Nortorf-Gefühl (wie beim Hurricane regnet es da auch immer) war schon mal da. 😂

Dieses tolle Rad leiht mir Kristoffer von Sønsteby’s. Wer mal probefahren möchte, einfach Bescheid geben!

Die Schatten werden länger…


Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus… Mmmh, ja… Der Termin für mein nächstes Event rückt näher! Der 24h Radmarathon der RSG Mittelpunkt in Nortorf. Das ist eine liebevoll ausgerichtete Veranstaltung eines ziemlich aktiven Radsportvereins in Schleswig-Holstein. 2016 habe ich mich von einigen Radfreunden des BBC zur Teilnahme überreden lassen. Natürlich habe ich darüber geschrieben.  

Ist schon klar, dass ich wieder am Start bin, diesmal aber nicht mit dem Rennrad, sondern einem Lastenrad. Das Omnium Cargobike hat mir schon bei meinem großen Lastenradtest  gut gefallen und jetzt werde ich mal seine Eignung als Langstreckenfahrzeug überprüfen!  

Ein Cargobike ist mehr als die Kreuzung eines Hollandrads mit einer Schubkarre. Das Omnium ist leicht und schnell, es wurde für Kurierfahrer entwickelt. Kinder und Waschmaschinen lassen sich nicht damit transportieren… 😝 Im ländlichen Raum sind Lastenräder ja noch kein alltäglicher Anblick und ich möchte dazu betragen, dieses zu ändern! Wenn jemand freiwillig damit lange Distanzen fährt, kann es so schlimm ja nicht sein. Vielleicht nutzt der eine oder andere Radsporter die Gelegenheit für eine kurze Testfahrt?  

In wenigen Tagen hole ich das Gefährt, um noch damit zu trainieren, Sattel und Pedale umzubauen und die Beleuchtung zu installieren. LEDs für die Speichen sind bestellt und ein Korb ist auch gefunden. Ein ganz großer Dank gilt schon mal Kristoffer von Sønsteby’s, der mir das Rad zur Verfügung stellt.  

Aufregung und Vorfreude machen sich langsam bemerkbar 😄

Ein Blick nach Münster


Münster gilt ja wie Bremen als Fahrradstadt. Im Fahrradklima-Test liegen beide auf vorderen Plätzen. Das heißt jedoch nicht, dass sich zurückgelehnt und darauf ausgeruht werden sollte! Um das Leben in unseren Städten angenehmer und menschenfreundlicher zu gestalten, kann es gar nicht genug Initiativen geben. Fahrradaktionismus ist nur ein Teil davon.

Die Münsteraner haben außer Thiel und Prof. Boerne noch etwas, was die Bremer nicht haben: Lasse! Lasse ist ein freies Lastenrad, welches sich alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos ausleihen können. Ziel des Projekts ist es, den Menschen zu zeigen welche Möglichkeiten Lastenräder bieten, dass diese in der Stadt auf sehr vielen Strecken und für viele Anwendungen ein Auto ersetzen können und ein wichtiger Bestandteil von zukunftsorientierter und nachhaltiger urbaner Mobilität sind. 

Dieses Projekt wurde durch Spenden finanziert und wird vollständig ehrenamtlich betrieben. Lasse ist ein Bullit, also ein einspuriges Lastenrad. Es wurde schon viele Male ausgeliehen und hat etliche Kilometer zurückgelegt. 

Zum Ausleihen muss man sich online registrieren, den Termin buchen und dann an einer der Ausleihstationen abholen. 

Aufgrund der guten Auslastung und der vielen Anfragen für einen autofreien Kindertransport wird die Lassefamilie jetzt um ein zweites Lastenrad erweitert. Neu in den Fuhrpark aufgenommen wird ein dreirädriges Lastenrad (Zweispurer), welches neben dem normalen Lastentransport (Zuladung bis 100 kg) auch speziell auf den Transport von Kindern ausgelegt ist. Hierfür verfügt das Rad über eine Sitzbank mit 3-Punkt-Gurt, ein Regenverdeck sorgt dafür, dass Kinder und Einkauf trocken von A nach B kommen. 

Um das Rad möglichst bald den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung zu stellen, startet das Team Lasse einen Aufruf nach weiteren Spenden. Die Anschaffungskosten sind mit einer Spende der Sparkasse Münsterland Ost bereits gedeckt. Für Wartung, Versicherung und sonstige laufende Kosten werden noch Spenden gesucht. 

Außerdem braucht Lasses neue „Schwester“ noch einen Namen – wie schon bei Lasse ist wieder die Münsteraner Bürgerschaft aufgerufen, Namensvorschläge einzubringen. Spenden gerne direkt an den ADFC Kreisverband Münster (IBAN: DE72 4006 0560 0000 9007 02, Sparda-Bank Münster), mit Stichwort Lassefamilie. Namensvorschläge per Mail an lasse@lastenrad-ms.de, über die Social Media Kanäle oder www.lastenrad-ms.de 

Ich finde, es handelt sich um ein unterstützenswertes und nachahmbares Projekt! 

Kontakt und Informationen: 

Lasse – dein Lastenrad für Münster Projektteam 

Facebook: @LastenradMS 

Twitter: @Lasse_MS

(Foto: Lasse Projektteam)

Warum Mobilitätswende nur in Städten?

  

  
Momentaufnahme – Samstag nachmittag, einkaufen. Die Liste nicht allzu lang, das Wetter fein und ich trotz Laufeinheit nicht völlig ausgepowert. Also rauf aufs Rad. Damit es mehr Spaß macht, natürlich auf den Crosser. Mir fehlten auch noch ein paar klitzekleine km für die Challenge meiner neusten Radapp. Das so ein an sich kindisches Belohnungssystem funktioniert, sieht man ja an den ganzen Treuepunkten und -karten des Handels. Der Mensch ist halt doch noch „Jäger & Sammler“.

Mein Augenmaß ist schon ziemlich gut und im vorteilhaft Einpacken bin ich große Klasse. Heute war es superknapp, der Rucksack zum Bersten gefüllt und kurz vor der Platzgrenze. Für die Mandarinen fand sich zum Glück noch Platz in einer Tasche des Rucksackdeckels 😉 Was mir am meisten am Radfahren gefällt, ist ja das Freiwerden des Kopfes. Gedanken, die sich sonst immer selbst in den Schwanz beissen und im Kreise drehen, bekommen dann plötzlich Flügel. Neue Ideen sind mit einem „Pling“ plötzlich da. Zum wiederholten Male dachte ich daran, wie bequem der Einkauf mit dem Lastenrad doch war. Keine Platzprobleme, kein Gewicht auf dem Buckel… 

Es sollte eigentlich belohnt werden, wenn man seinen Dieselstinker ab- und sich stattdessen ein CO2neutrales Fahrzeug anschafft. Auch wenn es sich dabei um ein Fahrrad handelt. Wenn die staatliche Prämie, welche sich ja als Ladenhüter entpuppt, dafür umgewidmet werden könnte, würde es sicherlich vielen Leuten, denen es wie mir geht, den nötigen restlichen Schubs geben, diesen Schritt zu wagen. 

Die Mobilitätswende kann nicht nur den Wechsel von einem mit fossilen Treibstoffen angetriebenem Auto zu einem Elektroauto bedeuten. Die Anzahl der Autos muss deutlich verringert werden, damit Städte wieder für Menschen da sind und nicht nur gigantische Parkplätze. Mobilität ist mehr als nur Auto. Dazu gibt es hier einen lesenswerten Artikel von Greenpeace. Und die dazugehörige Studie von InnoZ. Was mich daran stört, ist die Tatsache, dass der Wandel immer nur in Städten praktiziert werden soll. Auf dem Lande haben wir nicht das Platzproblem, okay. Aber Abgase machen auch die Menschen, die in den Dörfern leben krank. Die Bevölkerung auf dem Lande darf nicht von der Infrastruktur abgehängt werden. Intermodale Mobilität, einfach und bequem, muss es hier auch geben! Nur so kann ein Wandel in den Köpfen entstehen und sich die Anzahl der Autos reduzieren. 

(Grafik: Spoke Magazin)