Tarmstedt – ein Vorbild für die ganze Region

Hier draußen auf dem Lande dauert es ja immer etwas, bis die urbanen Trends ankommen…

Umso beachtenswerter ist es, dass ganz in der Nähe, meiner Nachbargemeinde Tarmstedt nämlich,  eine der ersten Schnellladesäulen für Elektroautos in Betrieb genommen wurde! Tarmstedt sieht sich sonst eher als das Mekka des Nordens, wenn es um Landwirtschaft geht (und die jährliche Messe dazu).

Nun allerdings spielt Tarmstedt (3.500 Einwohner) mit der CCS-Schnellladesäule in einer Liga mit Städten wie Bremen und Oldenburg. Leider ist Deutschland im Bezug auf Ladeinfrastruktur noch tiefste Provinz. Selbst in der Metropole Berlin sind es nur ca. 200. Ein bundesweites Verzeichnis von Säulen ist hier zu finden. 

Mit der neuen Säule geht das Aufladen wesentlich schneller. In nur 20 Minuten ist der Akku zu 80% geladen,  an den herkömmlichen Säulen dauert der Ladevorgang 4 – 6 Stunden. Also ideal, wenn man etwas vor Ort zu erledigen hat, Einkäufe etc.

Der Anstoß zur Tarmstedter Innovation stammt von einer kleinen, privaten e-Carsharing Initiative. Ganz nach dem Motto: Wer die Welt verändern will, muss im Kleinen anfangen.

Der Beginn ist gemacht, wer weiss, was die Zukunft bringt… Lastenräder  & Pedelecs zum Ausleihen, vernetzter ÖPNV, Mobilitätsstationen…

6 Gedanken zu “Tarmstedt – ein Vorbild für die ganze Region

  1. Freue mich über die Texte zur Tarmstedter „Steckdose“ und der Rotenburger Fahrrad-Infrastruktur. Ich finde nur schade, dass sich die „Radheldin“ nicht zu erkennen gibt, weder als Autorin (wer schreibt hier?) noch per Impressum. Ideen für nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum zu sammeln und zur Nachahmung zu empfehlen, ist ein immens wichtiges Anliegen. Nur traue ich mich nicht, zu zitieren oder auf meinem Blog einen Link zu setzen, wenn ich nicht weiß, mit wem ich es tun habe.
    Viele Grüße aus Rotenburg
    Cornelia Gewiehs .

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    1. Uups, ich war eigentlich der Meinung ein Impressum angelegt zu haben… Habe jetzt den ersten Beitrag „Warum Radheldin“ überarbeitet. Danke für den Hinweis. Freue mich über Verlinkungen. Viele Grüße Christiane

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  2. Wolf Warncke
    10. August um 12:17 ·

    Carsharing auf dem Land ist nichts zum Geldverdienen, hat die Samtgemeinde Tarmstedt aber vorangebracht –
    Wagnis Elektromobilität
    (Johannes Heeg, Wümme Zeitung, 10.08.2016)
    ================================================
    Tarmstedt. Seit etwas mehr als einem Jahr wird in der Samtgemeinde Tarmstedt Carsharing angeboten. Eine private Initiative stellt in Buchholz, Wilstedt, Vorwerk, Bülstedt und Tarmstedt elektrisch betriebene VW Golf zur Verfügung, die jeder nutzen kann, der einen Führerschein hat. Auto teilen auf dem Lande, und das mit Elektroautos – funktioniert das? „Viele Menschen haben schon vorher gewusst, dass unser Carsharing-Projekt nicht läuft“, sagt Jochen Franke, Mitglied des Samtgemeinderates und Auto-Teiler aus Buchholz. Die Sache sei in der Tat nicht Kosten deckend, jedenfalls noch nicht. Aber, so Franke, zum Geldverdienen dürfe man nicht mit Carsharing auf dem Lande anfangen. Carsharing im ländlichen Raum sei zweifellos eine innovative Idee, aber derzeit noch ein Geschäftsmodell mit eher geringen Gewinnaussichten.

    Dennoch zieht Franke eine positive Bilanz zur Halbzeit des Projekts, das im Mai 2017 möglicherweise ausläuft, da die Leasingverträge für die Autos dann zunächst enden. Das Konzept zielt darauf ab, dass es in jedem Dorf der Samtgemeinde ein Fahrzeug zum Ausleihen gibt. Das sei in immerhin fünf von acht Dörfern der Fall, „mit unterschiedlicher Resonanz“, wie Franke anfügt. Aber es sei gelungen, ein sichtbares Zeichen zu setzen. Die Initiatoren hätten sich auf ein Wagnis eingelassen, sie wollten ausprobieren, wie das geht, Mobilität durch e-Carsharing. „Zu lange schon haben wir die Unzulänglichkeit des Öffentlichen Personennahverkehrs, kurz ÖPNV, südlich und nördlich von Tarmstedt auf den kleineren politischen Bühnen diskutiert“, so Franke. Das Thema müsse jetzt auf die Kreisebene, in den Nahverkehrsplan 2017-2022. Was das e-Carsharing in der Samtgemeinde Tarmstedt gebracht hat, umreißt der Lehrer so: „In erster Linie eine deutliche Zunahme an zielgerichteter Kommunikation: Man spricht über ländliche Mobilität, ÖPNV, der dringend verbessert werden müsste, über Schienen gebundenen Personennahverkehr, über Stundentakt, Bürgerbus, Mobilitätszentrale.“

    Auch über die Ortsgrenzen hinaus werde über „unsere innovative Samtgemeinde Tarmstedt mit ihrem e-Carsharing“ gesprochen, über Vorbildfunktion und elektrisches Fahren, Menschen philosophierten über Reichweite, über Ladeinfrastruktur in Deutschland, über die Schnellladestation, die Tarmstedt pünktlich zur Tarmstedter Messe bekommen habe. „Damit ist unsere Kommune ein einsamer Leuchtturm zwischen Hamburg und Bremen“, so Franke. Debattiert werde auch über die Zukunft des Erdöls, über Klimawandel, regenerative Energie, den regenerativen Stromüberschuss im Landkreis Rotenburg. Er sei gespannt, wohin die Debatte über die ländliche Mobilität in allen ihren Facetten und das Handeln in Zukunft noch führten.

    Im politischen Raum werde verstärkt über Mobilität diskutiert. Außer in der kleinen Tarmstedter Grünen Bürgerliste, einer Zwei-Mann-Fraktion im Samtgemeinderat, die aus Franke und dem Wilstedter Bürgermeister und Auto-Teiler Traugott Riedesel bestehe, werde auch in einem Arbeitskreis der CDU über die Zukunft der Mobilität nachgedacht. Auch SPD und Grüne befassten sich mit diesem Zukunftsthema.

    Regelmäßig treffen sich zudem die Mitglieder des „e-Carsharing Forums“ zu zwanglosen Gesprächen und zum Erfahrungsaustausch bei Pizza-Prince in Tarmstedt, Dieser Ideenmarktplatz der Initiative sei offen für Gäste, betont Franke. Wird es eine Fortsetzung des e-Carsharings in der Samtgemeinde Tarmstedt geben, wenn die Leasingverträge für die Stromautos im Mai 2017 auslaufen? „Wir hoffen es“, so Franke, der sichtlich Spaß an dem Projekt und am Fahren mit seinem Batterieauto hat. „Den anderen geht es auch so. Wir lernen ständig dazu und immer wieder interessante Menschen kennen.“
    „Ein einsamer Leuchtturm zwischen Hamburg und Bremen.“ Jochen Franke, Auto-Teiler

    Bildunterschrift: Jochen Franke und sein e-Auto (foto: johannes heeg).
    Bild zeigt im Freien

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