Meine Lastenradoffensive

Fast alle Automobile sind nicht „mobil“, sondern stehen die meiste Zeit herum und beanspruchen Platz, den man auch anders nutzen könnte. Die Auslastung ist größer, umso mehr Personen sich ein Auto teilen.

Um das ganze umweltfreundlicher (für das Klima) und gesünder (für uns Menschen, die dann nicht mehr soviele Abgase einatmen müssen) zu gestalten, sind Elektroautos, sofern der dafür benötigte Strom aus regenativen Quellen gewonnen wird, ideal. Wenn man beides miteinander koppelt, landet man beim e-Carsharing.

Noch umweltfreundlicher ist die Nutzung eines Fahrrades. Leider ist hier die Transportkapazität begrenzt. Abhilfe schafft da ein Lastenrad. Um nicht immer nur im Konjunktiv darüber zu schreiben, bin ich zu Sønsteby’s nach Bremen gefahren und habe mir dort verschiedene Lastenräder angesehen.

Es gibt viele verschiedene Modelle; das klassische Bäckerrad, Dreiräder (wahlweise mit zwei Rädern vorne oder hinten) oder diverse Aufbauten mit Kisten oder Plattformen. Vorher sollte man sich also überlegen, für welchen Zweck man das Rad benötigt, ob hauptsächlich Kinder oder Einkäufe transportiert werden sollen. Man kann sich entscheiden zwischen der aufrechten Sitzposition eines Hollandrades (beim bakfiets) oder der eines Trekkingrades (Bullit). Wer mich kennt, den wundert es nicht, dass ich mich spontan für etwas sportlicheres entschieden habe (Omnium). Auch der Platzbedarf zum Abstellen unterscheidet sich erheblich. Aber damit habe ich im ländlichen Wohnbereich erfreulicherweise kein Problem!

Für einen ersten Eindruck bin ich mit dem Bullit und dem Omnium einmal um den Block gefahren. Aber das reicht mir natürlich nicht. Ich werde das Rad am kommenden Wochenende im Praxisbetrieb testen, da freue ich mich jetzt schon drauf! Dann gibt es Antworten auf Fragen wie z.B. ob das nur etwas für Fahrradkuriere ist oder auch für den Familienwochenendeinkauf taugt. Und wie der ohne abschließbaren Kofferraum funktioniert.

Lastenräder sind schwer im Trend, von Spiegel bis Bildzeitung, alle berichten darüber. Nur Stationen, die Cargobikesharing anbieten, gibt es leider noch zu wenig.

Ländlich mobil…

Nachhaltig auf dem Lande unterwegs zu sein ist schwierig, vor allem, wenn es nicht nur um eine Person geht, die von A nach B möchte (möglichst ohne Gepäck).

Ein großes Thema ist das Einkaufen, eine größere Menge Lebensmitteln (von Getränken ganz zu schweigen) auf dem Rad zu transportieren heißt: Rucksack und Gepäcktaschen. Rückenschmerzen sind vorprogrammiert (ich sag dazu nur Bibliotheksbesuch…). Die Geschwindigkeit und gute Steuermöglichkeit des Rades nimmt proportional zur Gewichtszuladung leider ab. So ein Lastenrad wäre toll. Ich bin noch nie damit gefahren und würde das gerne mal irgendwo testen. Die Anschaffungskosten sind leider hoch. Einen Standort, wo man so etwas leihen kann, gibt es in Grasberg und umzu leider nicht.

Daher finde ich den Vorschlag in die Förderung der Elektromobilität auch Räder einzubeziehen sehr gut! Hier sollte es vor allem darum gehen, die Räder zu fördern, die wirklich ein Auto ersetzen! Also E-Lastenräder und Pedelecs, die zum Pendeln eingesetzt werden. Mobilität von Senioren gehört für mich auch dazu, wenn sie sich nicht nur auf sonntägliche Ausflugstouren beschränkt.

Das andere große Thema ist der Transport von Kindern. Kleine Kinder fahren auch prima im Lastenrad mit. Es gibt spezielle Sitzsysteme, aber ich habe auch schon Leute mit umgebauten Autositzen gesehen. Bei den größeren Kids spielt leider das Mama-Taxi eine große Rolle. Dieses findet sich auch in der aktuellen Grasberger Studie über das „junge Leben im ländlichen Raum“ wieder. Die Angebotes des ÖPNV sind leider gering. Es gibt den Bürgerbus und wenn man Glück hat, Freunde und Freizeitangebote in Fahrradentfernung. Ich traue meinen Kindern eine Teilnahme am Straßenverkehr zu. Das stärkt das Selbstvertrauen, die Eigenständigkeit und das Verantwortungsbewusstsein.

Wenn Sie Pokemons jagen würden (was sie mangels Flatrate nicht tun), dann ließe ich sie das ebenfalls mit dem Fahrrad machen 😉