Testfahrten


Über die tolle Testfahraktion des Landkreises Rotenburg/Wümme hatte ich schon mal berichtet. Leider gehört Grasberg ja zum Landkreis OHZ und somit konnte ich mich nicht dafür bewerben. Durch Zufall fand ich jetzt den Hinweis auf eine bundesweite Aktion. 

Okay, insgesamt werden nur zwölf Testfahrer ausgewählt, also gehört schon eine große Portion Glück dazu… Trotzdem finde ich das natürlich klasse und mich gleich an das Bewerbungsformular gemacht. Hhmmmm, die wollen schon einiges von einem wissen. Da muss man abwägen, zwischen Datenschutz oder Teilnahme. Die Angaben zur Wohn- bzw. Abstellsituation sind allerdings schon einleuchtend, wenn man bedenkt, dass eine Wallbox (Ladeeinrichtung) installiert wird.

Leider musste ich feststellen, das das Onlineformular nach dem Ausfüllen mittels Handytastatur (nett bei den Motivationsschreiben – zweimal knapp 1000 Zeichen) beim Hochladen des Fotos im Nirvana des www verschwand. Den Text schreiben und mittels iPad in die dafür vorgesehenen Felder zu kopieren klappte leider auch nicht. Gut, dass ich etwas „old fashioned“ bin und noch einen stationären PC besitze… Damit hat es nach dem zweiten Versuch (WLAN…) geklappt. 

Jetzt heißt es „Daumen drücken“, denn ich würde gerne mal einen Stromer im Alltagsbetrieb testen. Das ist schon etwas anderes als eine Probefahrt oder auch mal ein Wochenende. 

Einzigartig! So wird das was mit der Elektromobilität!

  
Der Landkreis Rotenburg stellt zwei Elektrowagen für Testfahrer bereit. Zwei Gedanken blinkten irgendwie gleichzeitig in meinem Kopf auf: 1.) Wow! Super! Großartig!… 😍2.) Mist, ich wohne im falschen Landkreis.😣

Nu aber mal ganz von vorne: Bei dem Projekt stehen ein eGolf und ein eUp zur Verfügung. Der Landkreis Rotenburg sucht dafür Testfahrer*innen, die jeweils für 10 Tage einen Wagen fahren dürfen. Das ist ein richtig tolles Projekt! Der Zeitraum ist lang genug, damit man sich ein vernünftiges Bild über den Wagen, bzw. über die Elektromobilität machen kann. Ob die Reichweite okay ist (wenn man nicht gerade Außendienstler ist oder in den Urlaub fährt, ist sie es in den meisten Fällen…), wie man mit dem Aufladen zurecht kommt, wo Ladestationen sind und wie flott der Wagen fährt! So ein richtig schöner Test unter Alltagsbedingungen eben! 

Dumm für mich ist allerdings, dass sich nur Einwohner des Landkreises Rotenburg dafür bewerben können. Und ich bin kurz hinter der Grenze, in diesem Falle wirklich ausgegrenzt im Landkreis Osterholz-Scharmbeck…

Dieses Pilotprojekt ist wirklich einmalig und ein großer Schritt, um den Leute die Elektromobilität schmackhaft zu machen! Macht Spaß und kostet nix. Und wenn man etwas schon mal selber getestet hat oder von Bekannten gutes darüber hört, dann rückt ein Elektroauto beim nächsten Autokauf auch gedanklich in greifbare Nähe! Dazu noch die staatliche Prämie und Steuerersparnis! Jetzt sind noch die Hersteller gefragt: Ihr Produkt muss attraktiv für den Käufer sein – ein Mittel dafür ist der Preis! Ein innovatives, stylisches & hippes Produkt, dass jeder will (iPhone) kann ruhig teuer sein, es wird gekauft. Wenn etwas aber nicht im Markt nicht so der Schnelldreher ist, dann macht der Preis es eventuell interessanter. Sagt sogar einer aus der VW Chefetage…(Christian Senger, Leiter der Baureihe Elektromobilität: „… Preis auf dem Niveau herkömmlicher Fahrzeuge.„)

Ich glaube, dieses Projekt ist für die Menschen in Rotenburg ein echter Gewinn und es werden sicherlich dort anschließend mehr Elektrowagen zum Einsatz kommen, als in vergleichbaren anderen Landkreisen. Wenn man nachhaltige Mobilität auf dem Lande fördern will, müssen sich die Beteiligten in der Politik etwas einfallen lassen! Hier haben sie es getan. Toll! Und nachahmenswert!

Foto: Puschert & Kruse GmbH