Smombies auf dem Rad

Vielleicht ist das so ein Generationsding, aber ich mag mich mit Smombies im Straßenverkehr nicht recht anfreunden. Zu Fuß finde ich die auf ihr Gerät starrenden Menschen schon nervig genug. Nicht ihr Tun an sich, aber der Focus liegt nur auf das Smartphone gerichtet und nichts / niemand Anderes wird mehr wahrgenommen. In Augsburg und Köln wurden sogar schon Bodenampeln für abgelenkte Handynutzer getestet. Der Blick hebt sich nicht mehr zur Fußgängerampel. Entgegenkommende Menschen werden genauso wenig wie der Autoverkehr beachtet.

Beim Autofahren ist Handynutzung verboten. Zu Recht. Telefonieren über Freisprechanlage ist okay, aber für alles Andere sollte man doch anhalten. Vorzugsweise so, dass man keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet oder behindert. Mir ist als Radfahrerin schon häufiger passiert, dass ein Auto mitten auf dem Radweg stand, und die Person hinterm Steuer so intensiv mit dem Smartphone beschäftigt war, dass ich anhalten und an die Scheibe klopfen musste!

Bei anderen Radfahrern ist mir in letzter Zeit auch Ähnliches aufgefallen. Gerade auf den Wegen in unserer Gemeinde und im Umkreis, wo eher wenig Betrieb ist. Junge Menschen, meist mit dem Hollandrad unterwegs, Stöpsel im Ohr und beide Hände am Smartphone. Da hilft meist kein Rufen oder Klingeln, sondern lieber gleich Ausweichen. Zu Dumm, das dafür meist nur auf der Straße Platz ist.

Ich habe wie gefühlte 99% der Bevölkerung auch meistens das Handy dabei. Manchmal gibt es Geräusche von sich, wenn jemand was von mir möchte. Der- oder diejenige weiß oft nicht, dass ich gerade unterwegs bin. Also hat es auch den Moment Zeit, bis ich angehalten habe, um den Anruf anzunehmen, oder nachzusehen. Während der Fahrt telefonieren halte ich für möglich, aber es lenkt doch sehr ab. Schreiben geht gar nicht! Navigieren, Einschalten von Apps wie Runtastic oder Musik anmachen sind Dinge, die mich schlicht überfordern. Ich gebe zu, dass ich es versucht habe, aber daran gescheitert bin. Und was soll’s, die paar Minuten, die man braucht, kann man eben anhalten. Radfahren entschleunigt doch so schön!

Zu diesem Thema gibt es eine Umfrage, die vom Institut für empirische Soziologie (IfeS) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen – einer nachgeordneten Behörde des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) – durchgeführt wird. Die Teilnahme dauert ca. 10 min. und lässt einen durchaus über die eigene Smartphonenutzung nachdenken. Es gibt eine Verlosung, wenn man seine E-Mail-Adresse angibt, aber man kann auch anonym teilnehmen. http://www.fahrradbefragung.de/

Turn all the lights on!

Das ist nicht nur ein Song von T-Pain, sondern (über-)lebenswichtig für Radler – grade auf den eher düsteren Strecken auf dem Lande. Jetzt ist sie wieder da, die Jahreszeit, die mit Nässe, Kälte und eben Dunkelheit einhergeht. Ja, richtig erkannt, ich bin so ein Sommertyp und nicht der Herbst- oder Wintermensch. Meinethalben könnten diese Jahreszeiten abgeschafft werden; auf jeden Fall dann, wenn die Sonne nirgendwo auftaucht.

  

In der Stadt sind die meisten Straßen beleuchtet, zumindest an einem Großteil der Nacht. Je weiter raus man auf das Land fährt, desto dunkler wird es. Der Vorteil ist, dass man hier in klaren Nächten gebührend den Sternenhimmel bewundern kann. Nachteil: Man sieht nichts von der Strecke, die vor einem liegt. Der Radfahrer, der nur mit der vom Hersteller standardmäßig verbauten Lampe (schlimmstenfalls noch mit Dynamoantrieb!) unterwegs ist, wird auch von Autofahrenden oft erst spät wahrgenommen. Dieses kann zu gefährlichen Situationen führen, ganz oft aber zu der sehr unangenehmen, dass man total geblendet wird. Zuerst förmlich paralysiert vom Xenonlicht und danach sieht man erstmal gar nix mehr. Im Blindflug auf dem Rad. Weiterfahren wird unmöglich. Ich hasse das! 😡

Wer jetzt oft mit dem Rad unterwegs ist, sollte schon zur eigenen Sicherheit sein Rad mit einer ordentlichen Lampe aufrüsten. Ja, die sind schon ziemlich teuer. Aber so eine Funzel vom Discounter kostet auch um die 10 Euro und taugt nicht wirklich was. Ich habe vorher andere Radler nach ihren Erfahrungen befragt, um mich nicht nur auf Netzkommentare zu verlassen. Dann habe ich mir eine Busch + Müller Ixon IQ gekauft. Die hat zwei Leuchtstufen (normal – 15 LUX und superhell – 80 Lux!) und einen recht brauchbaren Akku ( 20 bzw. 5 Stunden). Eine Zweithalterung habe ich mir auch noch gekauft, um die Lampe nach Bedarf einfach umstecken zu können. Die Ausgabe von ca. 60,-€ habe ich nicht bereut. Hinten trägt mein Rad ein günstiges (ca. 10,-€) Rücklicht: Red Light Diamond HQP. Man kann es auf Dauerbetrieb und blinkend einstellen. Gefällt mir ebenfalls gut. 

Und dann gibt es diverse leuchtende Spielereien fürs Bike… LEDs für Ventilkappen, zum zwischen die Speichen klemmen, Bike Balls etc. Neonfarbige Klamotten, Helmleuchten, reflektierende Jacken – ganz egal was auch immer gefällt – Hauptsache ist, man wird gesehen!