Gutes Aussehen ist nicht alles!

Seit einiger Zeit gibt es viel Werbung für das Vanmoof S3. Das Elektrorad sieht sehr stylisch aus und ist mit einer integrierten Diebstahlsicherung ausgestattet. Ein befreundeter Blogger fragte mich nach meiner Meinung. Meine Antwort dazu lautete, dass ich mir kein Rad in dieser Preisklasse im Netz bestellen würde, ohne einmal damit Probe gefahren zu sein. Mittlerweile gibt es einen Pop-up-Store in Bremen, so dass ich mir das Rad in Echt angesehen habe.

Über einen Link kann man eine Probefahrt buchen, dieses ist aber auch spontan möglich, da mehrere Räder vorhanden sind. Der freundliche junge Mitarbeiter wies mich kurz und knapp ein. Ob frau schon mal mit einem Pedelec gefahren sei, wurde nicht abgefragt. Zum Glück bin ich das schon, denn als Elektroanfänger*in hätte mir diese Einweisung nicht ausgereicht. Einen Helm hatte ich nicht dabei (vorher Stadtbummel) und mir wurde auch keiner angeboten. Nach einer Viertelstunde sollte ich das Rad zurückbringen.

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Der Pop-up-Store liegt mitten in der Bremer Innenstadt, in der Langenstraße. Hier sind viele Fußgänger unterwegs und es empfiehlt sich nicht, dort Rad zu fahren. Ich bin dann in Richtung Schlachte. Doch auch hier war es gut besucht. Mit der sprichwörtlichen Uhr im Nacken konnte nicht zu einer günstigeren Strecke wechseln. „Full speed“ habe ich das Vanmoof somit nicht gefahren.

Stattdessen habe ich die Diebstahlsicherung ausprobiert. Um das Bike abzuschließen, genügt es, das Hinterrad in eine bestimmte Position zu bringen. Zwei Striche müssen zusammen eingestellt werden. Dann einen Knopf drücken (der Mitarbeiter hat es mit einem gezielten Tritt gezeigt) und fertig. Wenn ein Dieb das Rad wegtragen will, macht es sich akustisch und optisch bemerkbar. Das akustische Signal wird dabei immer lauter. Das Display im Oberrohr blendet dazu ein Totenkopfsymbol ein. Der Besitzer bekommt eine Nachricht auf das Smartphone und kann das Rad mittels GPS orten. Ein Dieb würde das Bike sicherlich in einen Transporter einladen, denn es ist ziemlich schwer (19 kg).

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Foto: die beiden oberen Pfeile zeigen die Striche, die zusammen gebracht werden müssen. Der untere Pfeil weist auf den Knopf.

Das Abgeben des Rades ging ebenso kurz und knapp. Die einzige Frage war, ob es Spaß gemacht hätte. Den Preis (1.998,- EUR) kenne ich nur aus dem Internet. Einem sich anbahnenden Verkaufsgespräch brauchte ich somit nicht aus dem Wege zu gehen. Meine Frage nach Leasingmodellen wurde verneint. Dafür sei Vanmoof zu neu am Markt, das sei noch nicht im Angebot. Auf der Website wird es allerdings angeboten.

Das Vanmoof S3 ist in zwei Farbvarianten, grau und schwarz, erhältlich. Es gibt nur eine Rahmengröße. Ich bin 1,75 m groß, mit eher längeren Beinen. Mir war es etwas zu groß. Für kleinere Menschen gibt es ein anderes Modell, das Vanmoof X3. Sieht allerdings anders aus. Die Sattelstütze ist verschraubt, es gibt keinen Schnellspanner. An den Testrädern war der Lack rund um die Verschraubung tüchtig verkratzt. Ich habe noch keinen Fahrradladen gesehen, wo man derart lieblos mit Fahrrädern umgeht!

Das Rad hat ein automatisches Vierganggetriebe. Die Unterstützung lässt sich per Knopfdruck am Lenker einstellen. Der Akku ist fest im Unterrohr verbaut. Ich habe keine Ahnung, wie lange er hält und wie man ihn nachlädt.

Fazit: Das Rad sieht chic aus und die Diebstahlsicherung ist praktisch. Im Fahrbetrieb konnte es mich aufgrund der Testkürze nicht überzeugen. Gerade ein Elektrorad muss man länger testen können, z. B. um zu sehen, wie lange der Akku auf dem Weg zur Arbeit hält. Wie fährt es sich auf verschiedenen Straßenbelägen und bei Steigungen? Die im Vergleich zum herkömmlichen Fahrrad veränderten Fahreigenschaften (Bremsweg, Kurvenlage) müssen eingeübt werden. Ich lege großen Wert auf eine kompetente Beratung durch Fahrradfachleute. Es gibt so viele gute Radläden. Einer ist bestimmt auch in Eurer Nähe. Abschließend noch dieses: Ich trete keine Fahrräder. Niemals!

Hinweis nach Bloggerkodex: Dieser Text enthält meine persönliche Meinung. Ich wurde nicht dafür bezahlt und habe auch keine geldwerte Leistung bekommen. Der Fahrradhersteller und die Typenbezeichnung werden im Rahmen eines Produkttests genannt.

Video: Die Diebstahlsicherung in Aktion. Video / Fotos: Christiane Seeger

 

Rainlegs – Härtetest im Dauerregen

Passend zum herbstlichen Schmuddelwetter habe ich die „Rainlegs“ einem Praxistest unterzogen. Dieses Teil hatte ich auf der Eurobike entdeckt und gleich gekauft. Es handelt sich nicht um eine komplette Überhose, sondern einen Notbehelf für einen plötzlichen Regenschauer. Ein wenig erinnern Sie mich an die Chaps, die Cowboys tragen.😉

Die „Rainlegs“ liegt zusammengerollt wie ein Gürtel um die Taille, bis sie zum Einsatz kommt. Dann wird der Beinschutz ausgerollt und und mittels Gurten mit Klickverschluss befestigt. Dafür braucht man noch nicht einmal absteigen, anhalten reicht. Weiter geht’s!

Ich bin mit der Hose fast 40 km durch den Regen gefahren. Die Oberschenkel sind trocken geblieben. Das war leider so ziemlich das Einzige… Mein Rad hatte keine Schutzbleche, so das auch Wasser von unten kam. Dafür ist dieses Produkt allerdings nicht ausgelegt.

Das Material ist reflektierend, wirkt aber nicht so aufdringlich wie die „Müllarbeiter“-Warnwesten.

Fazit: Für leichten Regen bei Kurzstrecken geeignet, für einen Dauereinsatz eher nicht.

Transparenz-Hinweis: Ich habe das besprochene Produkt selbst käuflich erworben. Die getroffenen Aussagen geben alleine meine Meinung wieder.